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Zurich
12 Dezember 2019

Challenge für den Körper, Wellness für den Geist.

Gemütliches Flanieren in Mutter Natur hat stets seinen Reiz. Wer neben der Erholung für die Sinne aber auch seinem Körper etwas Gutes tun will, wird sich auf anspruchsvollen Wanderungen besser aufgehoben fühlen. Passende Strecken dafür gibt es rund um den Globus – egal, ob man in der Gruppe oder individuell reisen will.

Julia und Andreas sind zufrieden. Sehr zufrieden sogar. Das junge Paar hat soeben den Aufstieg zum malerischen Bergsee in den Zentralpyrenäen geschafft. Nach dreieinhalb Stunden Wanderung und einigen hundert Höhenmetern ist das glasklare Gewässer eine willkommene Möglichkeit für eine kurze Rast. Das Panorama ist herrlich, die wilde Bergwelt hat es den beiden bereits am ersten Tag ihrer Wanderreise angetan. Überall blüht und grünt es, der Bergfrühling schmeichelt dem Auge mit seiner üppigen Pracht. Juni im Gebirge – ein wunderbarer Anblick, der die manchmal schweren Beine vergessen lässt. Doch auch diesen Aspekt ihrer Tour geniessen die jungen Wanderer, die sonst in einem Büro arbeiten. Sich körperlich zu verausgaben, ist eine tolle Abwechslung zu den kopflastigen Tätigkeiten im Berufsalltag. Obwohl die Reise noch drei Tage dauert, fühlen sie jetzt schon total erholt. Müde Beine hin oder her.

Gut geplant und richtig ausgerüstet

Anspruchsvolle Wanderreisen unterscheiden sich von «normalen» Wanderreisen vor allem in Bezug auf die Länge der geplanten Wanderungen sowie die grössere Anzahl Höhenmeter. Je nach Reiseanbieter variiert die Definition natürlich, aber die Tagesdistanzen bewegen sich bei anspruchsvollen Touren im Bereich von 25 bis 30 Kilometern, die Teilnehmer sind dadurch bis zu acht Stunden unterwegs. Zusätzlich herausfordernd können neben den anstrengenden Höhenmetern auch die äusseren Bedingungen sein: heisses oder kaltes Wetter, eine hohe Luftfeuchtigkeit, unwegsames Gelände oder schlecht ausgeschilderte Wanderwege.

Aktuelles, detailliertes Kartenmaterial gehört ebenso dazu wie robustes Schuhwerk, passende Kleidung, ein gut sitzender Rucksack und eine Sonnenbrille.

Diese Aspekte verdeutlichen, dass es bei anspruchsvollen Touren einiges zu berücksichtigen gilt. In erster Linie müssen sie gut geplant sein: Aktuelles, detailliertes Kartenmaterial gehört ebenso dazu wie robustes Schuhwerk, passende Kleidung, ein gut sitzender Rucksack und eine Sonnenbrille. Wanderstöcke helfen in schwierigem Gelände natürlich ebenfalls, man sollte sie aber bereits gewöhnt sein vor einer grösseren Tour. Weil anspruchsvolle Wanderungen tendenziell in eher dünn besiedelten Regionen stattfinden, ist darüber hinaus der Frage nach geeigneten Unterkünften und Verpflegungsmöglichkeiten die nötige Beachtung zu schenken. Hier empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Reiseanbieter, der die Bedingungen vor Ort kennt.

Individuell oder als Gemeinschaft

Bei vielen Veranstaltern kann man nämlich nicht nur Gruppenreisen, sondern auch Individualtouren buchen. Der Vorteil einer Einzelreise ist vor allem die grössere Flexibilität bezüglich der Gestaltung des Tagesablaufs und der Routenplanung. Wer alleine oder zu zweit reist, hat die Möglichkeit, jederzeit eine Pause einzulegen oder aber eine Etappe zu überspringen, wenn einem danach ist. Die Zusammenarbeit mit einem Reiseanbieter ist insbesondere dann sinnvoll, wenn man eine neue Region erkunden und dafür kompetente Beratung in Anspruch nehmen will. Ebenfalls hilfreich ist ein professioneller Partner, wenn es um den Gepäcktransport geht. Die meisten Wanderer wollen schliesslich nicht unbedingt ihr gesamtes Gepäck auf jeden Gipfel mitschleppen.

In einer Gruppe ist dagegen besser aufgehoben, wer während seiner Reise neue Kontakte knüpfen will und den sozialen Aspekt wertschätzt. Neben der Gruppengrösse gibt es bei der Auswahl der passenden Wandertour weitere Fragen zu beantworten. Will ich Land und Leute kennenlernen oder eher die ungezähmte Wildnis? Sagt mir die Übernachtung in einem Sternehotel mehr zu als in einer einfachen Berghütte? Und wie sieht es mit dem Essen aus – gerne auch mal exotisch oder doch lieber «gutbürgerlich»?

Ein klassisches Wanderziel sind die einheimischen Alpen oder der Jura.

Vielfältige Möglichkeiten

Die Antworten auf diese Überlegungen helfen zudem, die meist schwierigste Frage zu beantworten: diejenige nach der passenden Destination. Da man fast überall wandern kann, existieren auch unzählige Angebote. Ein klassisches Wanderziel sind die einheimischen Alpen oder der Jura. Wer eine ähnliche Topographie im europäischen Ausland sucht, hat mit einer Reise in den Balkan oder die Pyrenäen attraktive Alternativen zur Auswahl. Neben diesen «klassischen» Destinationen haben sich in den letzten Jahren Inselwanderungen zu einem Trend entwickelt. Sie bieten die Möglichkeit, den Reiz des Wanderns mit dem einzigartigen Ausblick über die Weite des Meeres zu verbinden. Auf vielen Inseln im Mittelmeer wie etwa Kreta oder Zypern existieren passende Wanderwege entlang der Küstenlinie.

Wer es etwas kleiner mag und den Touristenströmen aus dem Weg gehen möchte, wird vielleicht auf einer der kleineren griechischen Ägäis-Inseln das passende Angebot finden. Selbstverständlich kann man eine anspruchsvolle Wanderreise auf einer schönen Insel auch mit einer Prise Exotik verbinden: Wundervolle Eilande in der Karibik oder in der Südsee ermöglichen Wanderfreunden das Erkunden von tropischen Gefilden.

Für Andreas und Julia waren die Wandertage in den Pyrenäen ein unvergessliches Erlebnis. Die Bilder der Reise werden sicherlich noch einige Tage vor ihrem inneren Auge präsent bleiben. Das mag den Wiedereinstieg in den Berufsalltag zwar etwas erschweren, aber die beiden kehren auf jeden Fall erholt und mit viel positiver Energie aus der Natur zurück in die Zivilisation.

Text: Remo Bürgi

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