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Zürich
26 Mai 2020

Nach der Wanderung ist vor der Wanderung.

Während der warmen Sommermonate zieht es wieder viele Wanderlustige in die Berge. Die Destinationen haben ihr Angebot stark ausgebaut und locken dadurch nicht nur im Winter Gäste in die jeweiligen Regionen. Das Zusammenspiel zwischen Natur und Kultur ist in den Berggebieten absolut einzigartig. Eine Wanderung lohnt sich!

Die Schweiz ist flächenmässig im Vergleich zu anderen Ländern sehr klein. Betrachtet man jedoch die Wanderwege, so ist sie es mitnichten. Rund 65’000 Kilometer signalisierte Wanderwege durchziehen das Land. Es kann also durchaus behauptet werden, dass die Schweiz trotz der überschaubaren Fläche ein riesiges Wanderland ist.

Ein Volk von Wanderlustigen?

Deshalb ist es nur logisch, dass Herr und Frau Schweizer äusserst gerne und viel wandern. Jährlich nutzen rund 2.7 Millionen Wanderer die beschilderten Wanderwege. Gemäss der Website der Schweizer Wanderwege ist Wandern damit die beliebteste Sportart in der Bevölkerung. Doch dem war nicht immer so. Trotz des aktuellen Booms rund um das Wandern, musste man den Schweizern die Bewegung in der Natur erst beibringen und schmackhaft machen.

Doch wer machte das? Im 19. Jahrhundert waren zahlreiche englische Bildungsbürger und neureiche Unternehmer in den Alpen. Sie hatten vor allem die nötige Freizeit, um zu reisen. Dies war den Schweizer Bauern fremd. Darüber hinaus hatten die Briten die nötigen finanziellen Mittel, um ihre Ferien mit längeren Reisen zu gestalten. Den Schweizer Bürgern waren die britischen «Wandervögel» jedoch ein Dorn im Auge und sie wollten beweisen, dass sie ihnen ebenbürtig waren. Schliesslich war es ihre Heimat, die es zu verteidigen galt. Folgerichtig gründeten sie 1863 den Schweizer Alpen-Club, um die Schweizer aus ihrer Wanderlethargie aufzuwecken – mit Erfolg.

Immer häufiger sieht man in den Bergdestinationen Turnschuhe.

Generation «Sneakers» in den Bergen

155 Jahre nach der Gründung des ersten Schweizer Alpen- Clubs hat sich die Gesellschaft markant verändert. In Zeiten, in denen mehrere hundert Franken für Turnschuhe ausgegeben und die Jugendlichen durch schöne Instagram-Bilder zum Wandern gelockt werden, braucht es nicht mehr zwingend einen Alpen-Club – «Influencer» genügen. Die eigene Heimat zu erkunden ist im Trend und das freut natürlich auch die Berggebiete. Ebenfalls sind Outdoor-Kleidermarken im Hoch, was viele dazu verleitet, sich das zur Wanderung passende Equipment anzueignen. Dieses ist vor allem für die Sicherheit der Wandernden massgeblich. Kauft man sich beispielsweise robuste Wanderschuhe, so ist der sichere Stand ohne die Muskulatur eines Hochleistungssportlers ebenfalls gewährleistet. «Immer häufiger sieht man in den Bergdestinationen Turnschuhe», gibt Ueli Frei, Bergführer im Kanton Glarus, auf Anfrage von «Fokus Summer Guide 2018» zu Protokoll. Spätestens bei einer alpinen Wanderung sollte auf adäquates Equipment zurückgegriffen werden. Ansonsten wird die Gesundheit gefährdet.

Häufig verlassen sich die Wanderer blind auf die gelben Wegweiser, ohne zu wissen, wo sie sich gerade befinden.

Verbesserungspotential ist vorhanden

Der Wanderexperte sieht vor allem bei der Nutzung von Karten auf der Wanderung enormes Potential und sagt: «Häufig verlassen sich die Wanderer blind auf die gelben Wegweiser, ohne zu wissen, wo sie sich gerade befinden.» Doch was, wenn sich ein medizinischer Notfall ereignet und man auf seinem Smartphone gerade keine Internetverbindung hat? Karten können helfen. Der Trend, die Heimat zu erkunden, macht auch im Winter keinen Halt und wird unter anderem durch das Schneeschuhlaufen abgedeckt. Dabei ist es extrem wichtig, dass die Wandernden unter der Waldgrenze bleiben. «Viele wandern beim Schneeschuhlaufen zu hoch oben.», meint Frei zum Wintersport. Diese Tatsache ist äusserst gefährlich, da sie dann anderen Sportlern wie Skifahrenden in den Weg kommen. Auch für Schneeschuhlaufende gilt, sich vor dem Wandern zu informieren und auf die Sicherheit zu achten. Doch egal ob im Sommer oder im Winter, was viele Wandernde vergessen: Nach der Wanderung ist vor der Wanderung.

Es kann alles gereinigt werden

Damit nicht ständig neue Ausrüstung gekauft werden muss, empfiehlt es sich, Kleider, Schuhe usw. nachhaltig zu reinigen und zu pflegen. Dabei sollte man jedoch auf einige Kleinigkeiten achten. Klar ist: Wanderliebhaber wie Ueli Frei brauchen pro Saison sicherlich mehr als ein Paar Wanderschuhe. Der Bergführer imprägniert gemäss eigenen Aussagen seine Wanderschuhe ab und zu. Dabei gibt es Produkte von diversen Herstellern, welche für Schutz und Pflege während aller Jahreszeiten sorgen. Denn wer viel und gerne draussen ist, hat oft mit Nässe und Schmutz zu kämpfen. Dem Beispiel von Ueli Frei folgend, wird dabei vor allem imprägniert. Neu ist jedoch, dass man die Textilimprägnierung direkt während des Waschvorgangs erledigt. Dazu gibt man das Mittel bequem ins Weichspülfach der Waschmaschine. Doch es ist Vorsicht geboten. Nicht jeder Gegenstand, der Bestandteil einer Wanderung ist, kann man getrost in die Waschmaschine stecken. Der Rucksack gehört unter keinen Umständen in die Maschine oder den Trockner.

Dennoch darf die Reinigung nach jeder Wanderung nicht zu kurz kommen. Am besten lässt sich der Rucksack in der Badewanne reinigen. Die Wanne kann mit etwas lauwarmem Wasser gefüllt werden und danach ein geeignetes Waschmittel hinzugegeben werden. Nun ist der «Backpack» bereit, darin eingeweicht zu werden. Aggressives oder chlorhaltiges Waschmittel eignet sich auf keinen Fall, denn dieses beschädigt die PU-Beschichtung. Der Titel dieses Artikels darf dabei wortwörtlich verstanden werden, denn wer lässt schon gerne seine Geldbörse bluten.

Text: Ishan Ilangakoon

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