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19 Mai 2019

Mit Behinderung unbehindert an die Arbeit.

Ab an die Arbeit – und zwar mit Behinderung! Von der regulären Arbeitsstelle bis zum geschützten Arbeitsplatz – Wie können behinderte Menschen in die Arbeitswelt integriert werden? «Fokus Next Step» geht dieser Frage auf den Grund.

Wir schreiben das Jahr 2019 und Chancengleichheit am Arbeitsplatz wird ganz gross geschrieben. Schweizer Arbeitgeber sind sehr interessiert daran, Menschen mit Behinderung am Arbeitsplatz zu integrieren. Dies geht Hand in Hand mit Diversität und Sensibilität. Führungskräfte brauchen genügend Informationen im Umgang mit Diversität, was wiederum der Grundbaustein für mehr Verständnis und Potentialförderung ist. Bei der Einstellung eines behinderten Arbeitnehmers gilt grundsätzlich: Fokus auf die Kompetenzen und nicht auf die Behinderung.

Die beruflichen Kompetenzen kommen nicht von irgendwo her. Menschen mit Handicap sollten sich nicht scheuen, sich überall zu bewerben, um möglichst viel Berufserfahrung sammeln zu können. Auch der Besuch von Weiterbildungen ist unumgänglich, um up to date zu bleiben. Man sieht, es braucht sowohl von Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber Engagement, damit es zu einer Anstellung kommt.

Reality Check

Engagement, Biss und Ausdauer hat auch Marco Spanò gezeigt: Der junge Mann hat an beiden Armen und Beinen eine Sehnenverkürzung, was die Motorik erschwert. Die ersten zehn Schuljahre verbrachte er in einer Schule für Körper und Mehrfachbehinderte (SKB) in Zürich, Wollishofen. Diese begleitet Schüler mit jeglichen Behinderungen vom Kindergarten bis zur Oberstufe. Marco erzählt: «Die Schule vereinfacht den Start ins Leben enorm. Man lernt, seinen Alltag zu gestalten und sich an einen Rhythmus zu gewöhnen. Jedoch kommt man in der Schule nie in Kontakt mit nicht behinderten Kindern. Alles ist abgeschirmt und man lernt nicht, sich in der echten Welt zu messen. Wenn in der kleinen Schulklasse jemand mit dem Schulstoff Mühe hat, passt man das Tempo auf diesen Schüler an, sodass sich die anderen Schüler schnell unterfordert fühlen.»

Nach dem zehnten Schuljahr absolvierte Spanò die dreijährige kaufmännische Berufslehre in der Brunau-Stiftung. Seit über 60 Jahren bildet die Stiftung Jugendliche mit gesundheitlichen Einschränkungen aus und vereinfacht somit den ersten Schritt in die Arbeitswelt. Die Arbeit im Betrieb ist ein geschützter Arbeitsplatz, die Berufsschule nicht. Hier musste er sich zum ersten Mal in einem beruflichen Rahmen mit nicht Behinderten messen und sich behaupten. Diese Erfahrung war Gold wert und der Schulalltag eine Abwechslung vom geschützten Arbeitsalltag.

Nach Lehrabschluss hat sich der junge Mann auf eine kaufmännische Stelle im regulären Arbeitsmarkt beworben und prompt eine Zusage erhalten. Im Sommer feiert er sein zehnjähriges Jubiläum. Da er sowohl den geschützten Arbeitsplatz, als auch die reguläre Arbeitswelt kennt, weiss er, dass sich der Leistungsdruck und die Erwartungshaltung gegenüber dem Arbeitnehmer unterscheiden. Fehler werden in geschützten Arbeitsstellen eher geduldet, wohingegen im regulären Arbeitsmarkt die Stelle schnell neu besetzt wird, wenn die Leistung nicht stimmt. Der 31-Jährige empfiehlt eine offene Kommunikation, durch welche man dem Arbeitsgeber zwar die eigenen Grenzen, aber auch Potential und Stärken aufzeigt.

Arbeiten ohne Hindernisse

Der Arbeitsplatz muss hindernisfrei zugänglich sein und dem behinderten Arbeitnehmer sollten alle Ressourcen zur Verfügung stehen, welche seinen Arbeitsalltag erleichtern. Die Invalidenversicherung, kurz IV, unterstützt bei der Finanzierung allfälliger Hilfsmittel und der beruflichen Eingliederung. Nebst dem können flexible Arbeitszeiten oder auch die Möglichkeit auf Home-Office helfen.

Mit Engagement, Verständnis und einer positiven Einstellung von Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist es möglich zu sagen: Ich arbeite mit einer Behinderung, ohne jegliche Behinderungen.

Text: Sonya Jamil

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