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Zurich
20 Juli 2019

Das Zauberwort «Effizienz».

Das Thema Klimaschutz lockt zurzeit Tausende auf die Strasse. Die Forderungen nach unmittelbaren und konkreten Massnahmen verschaffen sich langsam, aber sicher Gehör.  Nur, wo soll man ansetzen und was wären denn konkrete Massnahmen?

Ein grosser Faktor der Umweltbelastung ist unsere Mobilität. Nach Ernährung und Wohnen gehört sie zu den Konsum- und Produktionsbereichen mit den grössten Auswirkungen auf die Umwelt. Laut dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) stammten 2016 31,7 Prozent der in der Schweiz ausgestossenen Treibhausgase aus dem motorisierten Verkehr. Treibhausgase tragen zur Erwärmung der Atmosphäre bei und wirken sich negativ auf unsere Gesundheit aus. Eine Reduktion ist daher  unbedingt erstrebenswert.

Im Sinne der Politik

Das Bundesamt für Raumentwickelung (ARE) definiert unter anderem folgende Ziele, welche bis 2040 erreicht werden sollen:

  1. Die Belastung der Umwelt durch Emissionen des Verkehrs ist markant reduziert.
  2. Die Verkehrsinfrastrukturen werden flächen- und bodenschonend realisiert (…).
  3. Die Energieeffizienz des Verkehrs ist markant erhöht.

Das Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) definiert Effizienz folgendermassen: Die verfügbare Technik optimal einsetzen, weniger finanzielle Mittel und natürliche Ressourcen verbrauchen und dadurch für die Gesellschaft einen maximalen Nutzen erzielen.

Verschiedene Ansätze

Von der Art des Antriebs über die Verlagerung des Verkehrs von der Strasse auf die Schienen, hin zu verschiedensten Ideen zur effizienteren Nutzung des vorhandenen Raumes – der Weg zur ökologischeren Mobilität sind vielfältig.

Laut dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) stammten 2016 31,7 Prozent der in der Schweiz ausgestossenen Treibhausgase aus dem motorisierten Verkehr.

Welcher Antrieb?

Zunächst sind da verschiedene Optionen im Bereich des Antriebs. In der Schweiz findet sowohl bei KundInnen wie auch bei Zulassungsbehörden, eine Abkehr von Dieselmotoren hin zu Benzin-, Hybrid-, oder Elektroantrieben statt. Allerdings gibt es Stimmen, die davor warnen, es bei den strengeren Vorgaben für dieselbetriebene Fahrzeuge zu belassen. So fordert beispielsweise die Empa auch für Benzinmotoren Partikelfilter. Angelehnt an Beispiele wie die deutsche Stadt Stuttgart, werden auch in der Schweiz temporäre Fahrverbote in den Städten für Fahrzeuge mit sehr hoher Luftbelastung diskutiert.

Reduktion des Transportverkehrs

Nebst den Gedanken zu der Art des Fahrzeugantriebes, gibt es auch andersartige Bestrebungen, vom Verkehr verursachte Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Beispielsweise plädieren manche für eine Verlagerung des Transports von der Strasse auf die Schienen. Die Anzahl Lastwägen würde sinken und damit fiele ein beträchtlicher Anteil des Schadstoffausstosses weg.

Optimierung der Fahrzeuge

Zusätzlich zum Transfer von der Strasse auf die Schiene stellt sich die Frage, ob ein Auto, ein Lieferwagen oder ein Lastwagen das maximale Transportvolumen ausreizen oder ob eine Fahrt noch effizienter gestaltet werden könnte. Das fängt beim effizienten Einladen an und geht weiter bei der Vermeidung von Leerfahrten.

Was wäre aber, wenn das Transportvolumen der Fahrzeuge ausgebaut würde? Dieser Ansatz basiert auf dem Prinzip einer leichteren Bauweise der Aufbauten und Hebebühnen, eine Ausstattung, welche bei Transportwagen oft unerlässlich ist. Reduziert man das Grundgewicht des Fahrzeuges, entfällt ein grösserer Teil des Gesamtgewichts auf Waren. Ohne zu überladen – und somit ohne erhöhten Schadstoffausstoss – ist das Transportvolumen maximiert. Das macht nicht nur in ökologischer Hinsicht Sinn, sondern kann ein Unternehmen auch wirtschaftlich entlasten.

Es ist nicht realistisch, sämtliche PendlerInnen dazu zu motivieren, statt ihrem Auto, den Zug zu nehmen.

Wenn Unternehmen mit einer Fahrt bis zu 30 Prozent mehr Waren transportieren können, sparen sie Zeit, Treibstoff und Personalkosten. Zudem vereinfacht sich mit weniger Fahrzeugen und Personal auf Achse womöglich auch die Logistik. Vielleicht lässt sich mit einer Investition in einen Umbau das Transportvolumen entscheidend vergrössern. Es ist wie bei einem Rucksack, er soll stabil sein, möglichst viel fassen aber gleichzeitig so wenig eigenes Gewicht haben wie möglich. Meist sind diese Modelle ein wenig teurer, auf lange Sicht ist der Mehrwert jedoch deutlich spürbar. Wieso soll nicht dasselbe Prinzip für Transportfahrzeuge gelten?

Reduktion des Personenverkehrs

Weitere Forderungen gehen an die Adresse der Arbeitgebenden. Ein Blick über die Grenze zeigt, wie es geht: In den Niederlanden haben Arbeitnehmende seit Juli 2015 einen Rechtsanspruch auf Home-Office. In Deutschland wird darüber diskutiert, ein ähnliches Gesetz einzuführen. Mehr Möglichkeiten für Homeoffice als entlastende Massnahme für den Verkehr gegen die steigende Zahl an Pendlern. Gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) verliessen 2017 vier Millionen Menschen in der Schweiz ihr Heim, um zur Arbeit zu fahren. 71 Prozent hiervon überqueren dafür die Gemeinde- oder Kantonsgrenze. Das heisst sie sind auf eine Form von Transportmittel angewiesen: 2017 nutzten 52 Prozent hierfür das Auto.

Sharing is Caring

Es ist nicht realistisch, sämtliche PendlerInnen dazu zu motivieren, statt ihrem Auto, den Zug zu nehmen. Auch, da zu Stosszeiten die Züge zwischen den Ballungszentren bereits jetzt stark ausgelastet sind. Klar könnten hier ebenso flexiblere Arbeitszeiten Abhilfe schaffen: Wenn nicht alle zur selben Zeit Feierabend hätten, würde sich die Personenauslastung in den öffentlichen Verkehrsmitteln mehr über den Tag verteilen. Eine Lösung, welche vermutlich schneller umzusetzen wäre, sind Mitfahrgelegenheiten. Die Idee dabei ist, dass PendlerInnen, welche ungefähr denselben Weg zurücklegen müssen, zusammenfinden und sich ein Auto teilen. Dies führt im Idealfall dazu, dass es zur Beförderung von bis zu fünf Personen nur noch ein Auto braucht statt fünf. Das macht sowohl für die Schadstoffbelastung wie platztechnisch extrem viel aus.

Ob Verlagerung von der Strasse auf die Schiene, effizientere Nutzung der Last- und Personenfahrzeuge oder eine Anpassung der Arbeitsmodelle: Ein Umdenken muss auf allen Ebenen stattfinden. Nur so können die Ziele des ARE bis 2040 erreicht werden.

Text: Mona Martin

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