13.7 C
Zürich
21 Oktober 2020

Einsamkeit im Alter – was tun?.

Altern kann oft gleichbedeutend mit sozialer Isolation sein. Was kann getan werden, um dieses Phänomen zu bekämpfen?

Kritische Lebensereignisse wie Trennung, Tod oder Ruhestand bedeuten heute eine tiefgreifende Veränderung im Leben von Seniorinnen und Senioren. Diese Situationen bedeuten ebenso eine radikale Veränderung des Lebens, die zur Schwächung des sozialen Netzwerks und zur Verschlechterung von Familie oder Freundschaften, aber auch zum Rückgang soziokultureller Aktivitäten führen kann. Infolgedessen sind Seniorinnen und Senioren besonders von sozialer Isolation und Einsamkeit betroffen, was erhebliche Auswirkungen auf ihre Gesundheit und ihren Verlust an Autonomie hat. Es ist möglich, gegen dieses Phänomen zu kämpfen – aber wie?

Kritische Lebensereignisse und Isolation

Es gibt verschiedene Faktoren oder Gründe, die zur Isolation und Einsamkeit älterer Menschen beitragen können. Was wir als kritische Lebensereignisse bezeichnen, sind in der Tat zahlreich. Sie haben erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit unserer Senioren. Trennungen, Todesfälle von Verwandten, Entfremdung von Kindern, Umweltveränderungen, Verluste des Freundesnetzwerks, aber auch Krankheiten und Ruhestand wirken sich in erheblichem Maße auf den Geist dieser Menschen aus. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass das Älterwerden für Senioren oft auch bedeutet, Angst davor zu haben, den Menschen in ihrem Umfeld zur Last zu fallen. Deshalb kann Isolation, ob freiwillig oder unfreiwillig, zum Synonym für Altern werden.

Es gibt verschiedene Faktoren oder Gründe, die zur Isolation und Einsamkeit älterer Menschen beitragen können.

Die Folgen der Einsamkeit

Erstens variieren die Folgen der Einsamkeit nach Person und Charakter. Im Allgemeinen führt die Isolation älterer Menschen jedoch zu Langeweile und Monotonie, aber auch zu einem Bewusstsein für den Lauf der Zeit und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit. Wenn ein Senior soziale Isolation erlebt, kann er seine Autonomie verlieren, Essstörungen entwickeln, aber auch ein hohes Mass an Stress und Angst aufweisen. Isolation kann mildere Folgen haben wie Schlafstörungen, aber auch schwerwiegendere Folgen wie Depressionen, Selbstmordgedanken oder ein erhöhtes Risiko für chronische Krankheiten, insbesondere Herz- und Gefässerkrankungen. Das Leben in sozialer Isolation wirkt sich also nicht nur auf die geistige Gesundheit von Senioren aus, sondern kann auch zu einer Verschlechterung ihrer körperlichen Gesundheit führen. Diese kann sich mit zunehmendem Alter bereits als anfällig erweisen.

Depressionen bei Senioren erkennen

Oft stimmen die Symptome der Isolation mit denen der Depression überein. In der Tat fühlen sich viele Menschen, wenn sie älter werden, depressiv. Dies ist vor allem auf die Einsamkeit zurückzuführen. Es ist daher wichtig, die Symptome einer Depression bei einer Seniorin oder einem Senior zu erkennen. Die wichtigste gute Angewohnheit ist es, mit der betroffenen Person zu sprechen. Selbst bei dem geringsten Verdacht ist es notwendig, die Person sprechen zu lassen. Dies, da ihr dies  ermöglicht, ihre Gefühle auszudrücken und ihre Situation darzulegen.

Oft stimmen die Symptome der Isolation mit denen der Depression überein.

In diesen Gesprächen wird es dann wichtig sein, zum Beispiel die Tendenz zu identifizieren, sich regelmässig kund zu tun. Denn dies kann bereits ein erstes Anzeichen für eine Depression ist. Um Depressionen bei Senioren zu erkennen, ist es wichtig, die Gründe und Folgen der Einsamkeit zu kennen. Zum Beispiel müssen Sie sich fragen, ob sich das soziale Leben der betroffenen Person verändert hat und ob ihr Verhalten und ihre Aussagen ungewöhnlich sind. Plötzliche Veränderungen sind tatsächlich Anzeichen dafür, dass bei Angehörigen die Alarmglocken läuten können.

Lösungen zur Bekämpfung der sozialen Isolation

Die Isolation von Senioren ist vor allem ein soziales Problem. Deshalb müssen sich Regierungen, aber auch Ärzte, Verbände und Selbsthilfegruppen besonders darum kümmern. Die Rolle von Familien und Verwandten ist auch im Kampf gegen die soziale Isolation von wesentlicher Bedeutung.

Einfache Gesten wie wiederkehrende Besuche, Anrufe und häufige Kontakte können für Senioren, die in sozialer Isolation leben, eine grosse Unterstützung sein. Es ist auch wichtig, Senioren zu ermutigen, zu sprechen, sich auszudrücken und eine Vielzahl von Themen anzusprechen, die sie interessieren.

Angehörige spielen auch eine wesentliche Rolle bei der Bekämpfung der sozialen Isolation, da sie die Macht und die «Legitimität» haben, Hilfe und Unterstützung bei der Hausarbeit oder bei der persönlichen Betreuung zu leisten, ohne dem Senior den Eindruck zu vermitteln, zur Last geworden zu sein. Die Familie kann auch Senioren beraten und sie ermutigen, aktiv zu bleiben und verschiedenen Aktivitäten nachzugehen, wie beispielsweise spazieren oder Besorgungen machen. Da es sich um einen Verwandten handelt, ist die betroffene Person eher bereit, auf diese Ermutigung zu hören.

Die Beziehungen zwischen den Generationen sind auch im Kampf gegen die soziale Isolation unserer Senioren von wesentlicher Bedeutung. Es ist in der Tat wichtig, Momente des Glücks und des Teilens zwischen den Ältesten und jungen Menschen oder Kindern zu schaffen. Familienessen sind die perfekten Anlässe dafür. Darüber hinaus organisieren verschiedene Verbände und Zentren Aktivitäten und Unterstützungsgruppen jeden Alters, die zum sozialen Wohl von Senioren beitragen. Letzten Endes hat sich gezeigt, dass die Anwesenheit eines Haustieres für Senioren von Vorteil ist. Insbesondere, wenn sie sich in einer Phase sozialer Isolation befinden.

Text Andrea Tarantini

Übersetzung aus dem Französischen Lars Gabriel Meier

Lesen Sie mehr.

Weltreise: Was es zu beachten gilt

Einmal um den Globus fliegen und ferne Länder bereisen. Manche träumen nur davon, andere trauen sich. Woher kommt der Ansporn die Welt zu bereisen und welche Herausforderungen bringt die Planung mit sich?

Hauskauf: Realistische Ziele stecken

Ein Haus oder eine Eigentumswohnung stehen nach wie vor bei vielen Schweizerinnen und Schweizern zuoberst auf der Wunschliste. In den vergangenen Jahren war die Finanzierung dieses Traumes besonders günstig. Nun kommt aber Bewegung in den Hypothekarzins. Was bedeutet das?

Der stetige Wandel des Schweizer Gesundheitswesens

Genau wie der «Big Apple» steht auch die Schweiz nicht still. Die Digitalisierung und neue Technologien machen alles agiler und komplexer. Davon bleibt auch das Schweizer Gesundheitswesen nicht verschont.

Archiv.

Mut zur Farbe in der Wohnungseinrichtung

Wir kleiden uns bunt, fahren ein Auto in unserem Lieblingsrot und umgeben uns gerne mit fröhlichen Farben – doch beim Wohnen verlassen...