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Zürich
30 Mai 2020

Dank Floating schwerelos trotz Anziehungskraft.

Den Traum vom Schwerelos sein, erfüllen sich viele Astronauten im Weltall. Dabei geht es auch einfacher: Dank Floatingtanks kann der Körper auch auf der Erde schweben. Seit über zehn Jahren ist Floating auch in Zürich möglich.

Die Vorstellung, im Weltall zu schweben und die Anziehungskraft nicht mehr zu spüren, klingt verlockend. Doch für dieses Gefühl muss man nicht zwingend ein Vermögen ausgeben. Denn, der Zustand lässt sich schon ab 80 Schweizer Franken erreichen – im Floatingtank.

Lästige Verkehrsgeräusche, viele neue Eindrücke, intensive Gerüche und immer in Bewegung, physisch wie auch psychisch; all diese Reize führen manchmal zu einer Überflutung. Doch das Floaten ermöglicht es, in eine Welt ohne Reize einzutauchen und pure Entspannung zu geniessen.

Was ist Floating?

Der eiförmige 2.70 Meter lange und 1.60 Meter breite Tank ist bis zu einer Höhe von 30 Zentimetern mit Salzwasser und Magnesiumsulfat gefüllt. Oscar Trott, Leiter des Float Centers in Zürich erklärt: «Auf 1000 Liter Wasser sind 650 Kilogramm Salz aufgelöst.» Der Tank lässt sich verschliessen und kreiert eine Oase der Stille und schützt vor äusseren Reizen. Selbst für klaustrophobische Menschen ist es dank einem offenen Becken möglich.

Die Aussentemperatur der menschlichen Haut liegt sich zwischen 34.8 und 35.2 Grad. Damit keine unangenehmen Temperaturschwankungen die Entspannung stören, ist das Wasser im Tank der Körpertemperatur angepasst und beträgt 35 Grad. Doch erst der hohe Salzgehalt im Wasser erlaubt dem Körper, die Schwerelosigkeit zu spüren. Das Loslassen ist erstmals ein eigenartiges Gefühl, da es ungewohnt ist, seinen Körper schweben zu lassen. Jedoch fällt es von Minute zu Minute leichter, sich der Entspannung hinzugeben. Durch diesen Zustand kommt man nach einer halben Stunde in eine Art Halbschlaf, der vergleichbar mit Meditation ist. Somit erlaubt das Salzwasser dem Körper, wieder in seine natürliche Haltung und Ausrichtung zu finden, ohne Druck und Spannung. Am Ende, nach 50 Minuten, erwecken die sanfte Musik und ein dämmerndes Licht Körper und Geist.

In den folgenden Kantonen befindet sich ein Float Center: Zürich, Bern, Lugano, St. Gallen, Genf, Basel und Luzern. Der Preis für ein 60-minütiges Vergnügen liegt zwischen 80 und 100 Schweizer Franken.

Welche Auswirkungen hat das Schweben?

Das Schweben befreit den gesamten Organismus von der ständigen Verpflichtung, die Körpertemperatur und den Schwerkraftausgleich zu überwachen. Durch die Entlastung schüttet das Gehirn wohltuende Substanzen wie Endorphine aus. Dieser Zustand befreit von Körperspannungen und mindert den angehäuften psychologischen Stress. Floating wirkt sich durch das Magnesiumsulfat positiv auf die Haut, das Herz-Kreislaufsystem, den Stoffwechsel, die hormonalen Funktionen, Niere und den Bewegungsapparat aus.

Wissenschaftliche Studien belegen die stark anhaltende Wirkung der Tiefenentspannung durch beschleunigten Abbau von den Stresshormonen ACTH (Adrenocorticotropin), Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol.

Medizinisch genutzt

Schweben ist auch als Medical Floaten bekannt. Denn es kommt aus der Gehirnforschung und seine Wirkung ist klinisch bewiesen. Die Orthopädie setzt das Floaten als Linderung von chronischen Rückenschmerzen ein. Auch Dermatologen empfehlen den Wassertank, da das Salzwasser einen positiven Effekt auf verschiedenste Hautkrankheiten hat. Die Münchner Klinik «Rechts der Isar» nutzt das Floating als begleitende Reha-Massnahem für Schleudertrauma-Patienten. Daneben ist der Tank auch als Schmerzlinderung bei Rheumapatienten und multipler Sklerose bekannt. Denn die Entspannung durch das Salzwasser entlastet die Gelenke und entspannt die Muskeln.

Die Geschichte des Floatings

Schon vor 100 Jahren haben Ärzte ihren Patienten Rezepte für warme Thermal- und Solebäder verschrieben. Denn die heilende Wirkung auf Körper und Geist war schon früh bekannt.

Erster Entwickler des Tankes ist der renommierte Gehirnforscher John C. Lilly. Lilly war der Meinung, dass der Reizentzug, die der Bau des ersten Isolationstanks im Jahre 1954 versprach, die geistige Kreativität fördert und sich gesund auf das Gehirn auswirkt. Er erforschte diese These mehrere Jahrzehnte und starb im Jahre 2001 auf Hawaii.

Dank dem US-amerikanischen Journalist Michael Hutchison hat sich das Floating verbreitet. Sein selbst verfasstes Buch «Book of Floating» veröffentlicht er 1984. Der Floating-Trend schaffte es erst anfangs der 90er nach Europa. Das erste Floating-Center in Deutschland öffnete im Jahre 2000. Mit dem Float Center in Zürich Wipkingen eröffnete Oscar Trott sieben Jahre später die erste Schwebeoase in der Schweiz. Auf die Frage, ob Floating nur ein langanhaltender Trend sei, antwortet er: «Da wir nicht ‹Wellness› im klassischen Sinne anbieten, sondern ‹Medical Wellness› oder eben ‹Medical Float›, werden wir in den nächsten zehn Jahren eine weitaus höhere Marktpräsenz erreichen».

Text: Saina Riess

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