4 C
Zürich
25 Februar 2021

Autonomie im Alter: Zuhause ist es am schönsten.

Für die meisten Menschen ist ihr Zuhause ein sicherer Hafen. Auch die ältere Generation möchte gerne so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben und unabhängig und selbstbestimmt leben. Mit zunehmendem Alter können fortgeschrittene Technologie und Betreuung diese Autonomie im eigenen Haus wahren.

Ein unabhängiges Leben zu führen ist ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Freiheitsgefühls. Es ist normal, dass wir von Zeit zu Zeit auf andere Menschen angewiesen sind und deren Hilfe begrüssen. Dennoch ist es vor allem für Seniorinnen und Senioren ein unangenehmer Gedanke, vollkommen von etwas oder jemandem abhängig zu sein. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass ihnen die Selbstbestimmung im Alter das Gefühl einer besseren Lebensqualität gibt und ihr persönliches Wohlbefinden stärkt.

Fit und munter

Das Älterwerden wird in unserer Zeit ein immer relevanteres Thema. Denn die Lebenserwartung hat sich gegenüber dem 19. Jahrhundert verdoppelt – in der Schweiz erreicht man heutzutage im Durchschnitt das 83. Lebensjahr. Doch diese gewonnene Zeit sollte man nutzen: Auch im hohen Lebensalter sollte man noch viele gesunde und unabhängige Jahre geniessen dürfen. 

Die Zahlen zeigen: Betagte Menschen in der Schweiz fühlen sich fit. Rund zwei Drittel der über 85-Jährigen nehmen ihren persönlichen Gesundheitszustand noch als gut bis sehr gut wahr. Dies zeigt sich auch in den Bewohnerzahlen der Alters- und Pflegeheime, denn darin lebten 2018 nur rund sechs Prozent aller Schweizer Senioren und Seniorinnen. Im Eigenheim gesund und selbstbestimmt zu altern, ist der Traum der meisten betagten Menschen. Durch verschiedene Technologien und Einrichtungen, die Hilfe und Unterstützung leisten, kann man ihnen diesen Wunsch erfüllen.

Zuhause ist es am schönsten 

Das eigene Zuhause – da fühlen sich nicht nur ältere, sondern alle Menschen am wohlsten. Viele Rentner und Rentnerinnen verbrachten einige Jahrzehnte oder sogar schon ihr ganzes Leben an diesem Ort. Antonia Jann, Geschäftsführerin der Age-Stiftung in Zürich, erklärt uns wieso älteren Menschen das Thema Wohnen im Eigenheim so wichtig ist: «Das Wohnen bietet Geborgenheit. Nicht nur die Wohnung ist bekannt und mit vielen Erinnerungen verknüpft, auch die Umgebung ist vertraut. Sehr oft sind es soziale Netze, die betagte Menschen an ihrem Zuhause schätzen. Dieses sichere Umfeld zu verlassen, können sich viele Leute nicht vorstellen.»

Sehr oft sind es soziale Netze, die betagte Menschen an ihrem Zuhause schätzen.

Antonia Jann, Geschäftsführerin der Age-Stiftung in Zürich

Aus diesem Grund ist das Alters- und Pflegeheim im Leben von betagten Menschen häufig ein gefürchteter Ort, der einen Einschnitt in die Normalität des alltäglichen Lebens darstellt. Es herrscht eine Angst vor dem Unbekannten und der Veränderung. «Oftmals kennen die Leute den Betrieb in modernen Alters- und Pflegeheimen gar nicht. In vielen Fällen sind die Vorstellungen von Heimen schlechter als die Realität. Der Entscheid für den Einzug in ein Heim ist ja nicht völlig freiwillig, sondern stark verknüpft mit dem Auftauchen von Problemen, die im Alltag zu Hause nicht mehr zu bewältigen sind. Diese Situation – dass man immer hilfloser wird – macht älteren Menschen natürlich ebenfalls Angst», sagt Antonia Jann.

Die Angst vor Veränderung verstärkt sich im höheren Alter oft. Das Alters- oder Pflegeheim ist eine ungewohnte Atmosphäre: Ein anderes soziales Umfeld, ein abgeänderter Tagesrhythmus und Zimmer, die dem eigenen Zuhause nicht mehr ähnlich sind. Rund 83 Prozent der Seniorinnen und Senioren in der Schweiz möchten deshalb entweder wegen der bevorstehenden Fremde oder dem möglichen Verlust der eigenen Selbstständigkeit so lange wie möglich im eigenen Haus leben.

Assistenz im Alltag

Etliche Hilfsmittel ermöglichen ihnen Unterstützung bei verschiedenen Tätigkeiten im Haushalt. Mit zunehmendem Alter nimmt die Feinmotorik meist ab, wobei kleine Helfer älteren Menschen bei alltäglichen Aufgaben wie dem Essen oder dem Anziehen behilflich sind. In der Küche können seniorentaugliches Besteck oder Verschlussöffner die Selbstständigkeit beim Kochen und Essen erhalten. Auch Anziehhilfen und Greifhilfen sind förderlich für einen hohen Grad an Autonomie im Haushalt. Viele kleinere Aufgaben können somit selbst gemeistert werden, ohne dass man die Unterstützung von anderen Personen braucht.

Obwohl betagte Menschen gerne in ihrem Eigenheim leben möchten, ist es in vielen Fällen nicht seniorengerecht. Im Haus stellen beispielsweise Treppen und Schwellen häufig eine grosse Herausforderung dar. Treppen- oder Badewannenlifte erleichtern die Bewältigung solcher Hindernissen. Auch technische Vorrichtungen wie Notrufsysteme sorgen für Sicherheit, vor allem wenn ältere Personen alleine leben. Ein solches System stellt sicher, dass in einem Notfall schnell für Hilfe gesorgt wird. Bei mobilen Geräten stellen die kleinen Tasten für die ältere Generation visuell und haptisch oft eine Schwierigkeit dar. Telefone und Handys mit einer grösseren Tastatur können hier eine optimale Abhilfe schaffen.

Eine helfende Hand

Obwohl Seniorinnen und Senioren gerne im Eigenheim bleiben möchten, benötigen sie oftmals auch betreute Unterstützung. Zuerst wird die Hilfe meist im Kreis der Angehörigen gesucht und auch gefunden. Doch diese Betreuungsaufgaben benötigen häufig viel Zeit, eine hohe emotionale Belastbarkeit sowie eine gewisse Professionalität, die durch betreute Angebote abgedeckt werden können.

Die Betreuung sollte individuell sein, denn jeder betagte Mensch ist anders und benötigt somit persönlich zugeschnittene Angebote. Sei es einmal wöchentlich zur Erledigung des Einkaufs oder 24-Stunden-Betreuung: Es gibt viele Anbieter, die alle möglichen Unterstützungsdienstleistungen anbieten. Am besten informieren sich ältere Menschen bei ihrem Hausarzt oder ihrer Gemeinde über solche Angebote. Denn diese machen es möglich, auch im Alter autonom in den eigenen vier Wänden zu leben.

Text: Flavia Ulrich 

Lesen Sie mehr.

Bewegung ist der Schlüssel zur Gesundheit

Je früher und je mehr, desto besser! Das gilt für die Bewegung. Kinder sollen wenig sitzen und oft aktiv spielen. Kleinkinder, die sich oft und abwechslungsreich bewegen, haben jetzt und später viele Vorteile – dies zeigt die Forschung.

Samih Sawiris oberstes Gebot ist Wohlfühlen

Er verwandelt Wüsten in Städte und verbindet Schweizer Skigebiete miteinander: Samih Sawiris. Der ägyptische Geschäftsmann nimmt sich grosser Projekte an und spielt damit in seiner ganz eigenen Liga.

Nie wieder Kopfläuse

Haben sie sich erst einmal eingenistet, sind Kopfläuse nicht immer einfach zu bekämpfen. Ausserdem kursieren zahlreiche Geschichten um diese kleinen, unerwünschten Gäste. Die zähen Parasiten müssen auf eine spezifische Art und Weise bekämpft werden, um den Krieg zu gewinnen. Entdecken Sie die unterschiedlichen Lösungen, damit Ihnen Kopfläuse kein Kopfzerbrechen mehr bereiten.

Arthrose: Minimal-invasiv zur Prothese

Dr. med. Stephan Plaschy, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie an der Arthrose Clinic Zürich berät täglich Männer und Frauen mit Arthrose über die Möglichkeiten einer Hüft- oder Knieprothese. Ein minimal-invasives Vorgehen sei dabei essentiell.

Reisen für die Frau

Am 14. Juni fand in der ganzen Schweiz der grosse Frauenstreik statt. Die Schweizer Frauen mobilisierten sich, um unter anderem für mehr Rechte, Lohngleichheit und mehr Frauen in höheren Positionen zu kämpfen. Wenn es ums Reisen geht, müssen die Frauen nicht auf die Strasse, denn in den meisten Fällen entscheidet die Frau, wohin die nächste Reise geht.

Archiv.

Mut zur Farbe in der Wohnungseinrichtung

Wir kleiden uns bunt, fahren ein Auto in unserem Lieblingsrot und umgeben uns gerne mit fröhlichen Farben – doch beim Wohnen verlassen...