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Zürich
25 September 2020

Sonnenschutz für einen sorglosen Sommer.

Zeit an der Sonne zu verbringen, tut der Seele gut. Das strahlende Wetter bringt aber auch Risiken mit sich: Während man sich draussen entspannt oder spannenden Aktivitäten nachgeht, gilt es, die eigene Haut zu schützen.

Die Sonne kann für die menschliche Haut schädlich sein. Grund dafür sind ultraviolette Strahlen, die von ihr auf die Erdoberfläche treffen. Auch wenn sich die Wärme der Sonne meist gut anfühlt, muss man sich entsprechend vor Gefahren der Sonneneinstrahlung schützen.

Hautschäden durch die UV-Strahlen

Die ultravioletten Strahlen lassen sich in drei verschiedene Arten unterteilen: UVA-, UVB- und UVC-Strahlen. Dabei bestehen die UV-Strahlen, die auf die Erdoberfläche treffen, aus den UVA- und UVB-Strahlen, während die UVC-Strahlen in der Atmosphäre absorbiert werden und daher nicht bis zur Erdoberfläche vordringen. Die UV-Strahlen wirken sehr intensiv und greifen die Zellen in der Haut an, wodurch sich das Krebsrisiko erhöhen kann. Auch die Augen können durch UV-Strahlen geschädigt werden.

«95 Prozent der UV-Strahlen sind UVA-Strahlen. Diese verursachen zwar eine schnelle oberflächliche Bräunung, dringen aber in tiefe Hautschichten ein. Sie beschleunigen so die Hautalterung und können eine Sonnenallergie hervorrufen», erklärt Monika Burkhalter, Leiterin Prävention und Früherkennung der Krebsliga Zürich. «Die restlichen fünf Prozent sind UVB-Strahlen. Diese dringen nur in die Oberhaut und verursachen einen Sonnebrand. Beide Arten können aber das Erbgut von Hautzellen schädigen und das Hautkrebsrisiko erhöhen», so die Expertin weiter.

Ein unliebsamer Spitzenplatz

Weltweit zählt Hautkrebs zu den am häufigsten diagnostizierten Krebsarten. Die Schweiz gehört dabei zu den Ländern, mit den höchsten Erkrankungsraten: Jährlich erkranken rund 2 800 Menschen an einem Melanom – schwarzem Hautkrebs – und bis zu 25 000 Menschen an einem weissen Hautkrebs – einem Basaliom oder Spinaliom. «Die Gründe für diese hohen Erkrankungsraten sind nicht abschliessend bekannt. Man vermutet, dass einerseits häufige Sonnenurlaube, Solariumbesuche, die sonnenintensive Freizeitgestaltung sowie die steigende UV-Belastung in den Bergen Gründe dafür sein können. Andererseits ermöglicht die sehr gute medizinische Versorgung in der Schweiz, Melanome frühzeitig zu erkennen und sie so als Erkrankung zu erfassen», erläutert Monika Burkhalter.

Weltweit zählt Hautkrebs zu den am häufigsten diagnostizierten Krebsarten. Die Schweiz gehört dabei zu den Ländern, mit den höchsten Erkrankungsraten.

Im Schatten entspannen

Die UV-Strahlung ist während des Jahres nicht immer gleich. Die Tages- und Jahreszeit, das Wetter und auch die geografische Lage beeinflussen die Intensität der Strahlen. Aber bewölktes Wetter heisst nicht gleich, keine UV-Strahlung: «Auch bei bedecktem Himmel dringen bis zu 80 Prozent der UV-Strahlen durch die Wolkendecke», betont die Präventionsfachfrau. 

Am höchsten ist die UV-Belastung mittags. Fast zwei Drittel der täglichen UV-Strahlung treffen zwischen 11 und 15 Uhr auf die Erdoberfläche. Deshalb sollte es man sich zweimal überlegen, in der prallen Sonne zu Mittag zu essen: «Am besten sollte man Pausen während des Tages an einem sonnengeschützten Ort verbringen, beispielsweise unter einem Baum oder im Restaurant. Schatten ist insbesondere während der Mittagszeit der beste Sonnenschutz», sagt Monika Burkhalter. Südliche Länder haben sich hier bereits entsprechend angepasst. Die einheimische Bevölkerung verbringt die Mittagszeit – die Siesta – zu Hause oder im Schatten.

Fast zwei Drittel der täglichen UV-Strahlung treffen zwischen 11 und 15 Uhr auf die Erdoberfläche.

Der Wert guter Kleidung

Auch mit passender Kleidung kann man sich effektiv gegen UV-Strahlen schützen. Körperstellen, die mit Kleidern bedeckt sind, sind in der Regel konstant geschützt. Deshalb empfiehlt es sich, einen Sonnenhut, welcher das gesamte Gesicht bedeckt, ein schulterbedeckendes
T-Shirt und eine schützende Sonnenbrille zu tragen.

Für textile Schattenspender gibt es aber auch Hinweise, die gemäss der Expertin wichtig zu wissen sind: «Generell schützen dicht verarbeitete Stoffe besser als lichtdurchlässiges und loses Gewebe. Die Dichte der Kleidung hat einen grossen Einfluss darauf, wie viel der UV-Strahlen durch das Gewebe dringen. Zudem bieten künstliche Fasern einen zuverlässigeren Schutz als Naturfasern. Bei den Farben sind helle Farben und Pastelltöne durchlässiger als kräftige und dunkle Farben.»

Verantwortungsvolles Eincremen der Haut zuliebe

Der Klassiker für einen nachhaltigen Sonnenschutz ist die Sonnencreme. Allerdings sorgt sie nicht alleine für einen umfassenden Schutz und sollte als Ergänzung zu regelmässigen Aufenthalt im Schatten und passender Kleidung betrachtet werden. Denn ein Sonnenschutzmittel mit hohem Schutzfaktor ist kein Freipass für einen unbeschränkten Aufenthalt in der Sonne.

«Man sollte nur Sonnencreme verwenden, die vor UVA- und UVB-Strahlen schützt, da beide Strahlen Hautkrebs verursachen können. Ob ein Produkt diese Anforderung erfüllt, ist anhand entsprechender Labels auf der Verpackung ersichtlich», erklärt Monika Burkhalter. Beim Auftragen der Sonnencreme sollte man alle sonnenexponierten Stellen eincremen und auch nicht sparsam mit der Creme umgehen. Durch Schwitzen, Reibung oder Wasserkontakt reduziert sich zudem die Schutzwirkung, weshalb wiederholtes Auftragen erforderlich ist.

Man sollte nur Sonnencreme verwenden, die vor UVA- und UVB-Strahlen schützt, da beide Strahlen Hautkrebs verursachen können.

Monika Burkhalter

«Wiederholtes Auftragen verlängert nicht die Zeit, die man an der Sonne verbringen kann, aber hilft, den Schutz der Creme aufrechtzuerhalten. Auch wasserfeste Produkte erfordern ein erneutes Auftragen: Nach dem Baden haben diese nämlich nur noch circa 50 Prozent Schutzwirkung – und das genügt nicht», betont die Expertin. Zum Schutz vor UV-Strahlen empfiehlt sich Sonnencreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 15 zu verwenden. Personen mit sonnenempfindlicher Haut greifen am besten auf Schutzmittel mit Faktor 30 oder höher zurück.

Sonnenschutz gilt für alle

Wie die Haut auf die Sonneneinstrahlung reagiert, ist von Mensch zu Mensch ein wenig anders. Auch dunkle Hauttypen nehmen Schäden durch UV-Strahlen, weshalb sich alle um den persönlichen Sonnenschutz aktiv kümmern sollten. «Für einen umfangreichen Schutz sollte man sich an folgende Faktoren anpassen: Die Dauer der Aktivität, die Art der Aktivität (Wasser, hohe Gebiete), die Tageszeit und entsprechende Intensität der UV-Strahlung sowie die persönliche Sonnenempfindlichkeit», meint Monika Burkhalter.

Auch wenn der kommende Sommer am lokalen See und nicht am heissen Sandstrand verbracht wird, muss man sich gut schützen. Vor allem bei Outdoor-Aktivitäten in den Bergen gilt es, für entsprechenden Schutz vorzusorgen: «Pro 1000 Höhenmeter steigt die Intensität der UV-Strahlen um circa zehn Prozent an», weiss Monika Burkhalter.

Die Haut ist das grösste Organ des menschlichen Körpers und muss gepflegt werden. Bei Hautveränderungen oder Auffälligkeiten ist es wichtig, diese abzuklären und medizinischen Rat beizuziehen. Mit einem vollumfänglichen Sonnenschutz dank regelmässigen Schattenaufenthalten, passender Kleidung und wirkungsvoller Sonnencreme minimiert man die Risiken einer Hautkrebserkrankung und kann sonnige Tage in vollen Zügen geniessen.

Mehr zum Thema Hautschutz gibt es hier.

Text Dominic Meier

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