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12 August 2020

Intelligent vernetzt durch Gebäudeautomation.

Eine effiziente und sichere Gebäudenutzung verhilft nicht nur Menschen zu mehr Komfort – dem dadurch minimierten Energieverbrauch dankt auch die Umwelt. Um den Schritt zum Smart Building zu schaffen, benötigt es zwingend die Automation. Sie ermöglicht ein intelligentes Zusammenspiel zwischen Gebäude, Technik und Nutzer.

Mit dem Elektroauto im Geschäft ankommen und direkt zu einem freien Parkplatz gelotst werden. Der Fahrstuhl wartet bereits auf der richtigen Parkhausebene, sobald man bei ihm ankommt . Beim Betreten des Büros steht schon eine Tasse frisch gebrühter Kaffee bereit. Und all dies, weil das Gebäude den Nutzer und seine alltäglichen Gewohnheiten kennt. Smart Buildings dieser Art sind zwar noch spärlich vorhanden und dennoch sind sie keine blossen Zukunftsvorstellungen mehr. Doch bei der Implementierung der dazu benötigten Gebäudetechnik ist noch viel Potenzial vorhanden. Die Gebäudeautomation entwickelt sich daher zu einem immer grösser werdenden Wachstumsmarkt.

Ein aufeinander abgestimmtes Gebäude

Unter dem Begriff der Gebäudeautomation werden die automatische Steuerung, Regelung, Überwachung und Optimierung von Gebäudefunktionen wie der Heizung, Lüftung oder Beleuchtung verstanden.

«Zusammengefasst beinhaltet sie sämtliche automatisierte Gewerke, die sich übergeordnet zu einem Ganzen zusammenschliessen lassen», erläutert Ralph Bachofen, der sich in der Schweiz durch seine Verbandsarbeit für die Interessen der Gebäudeautomationsplaner einsetzt.

Die Gebäudeautomation entwickelt sich daher zu einem immer grösser werdenden Wachstumsmarkt.

«Durch die automatisierten Prozesse innerhalb der diversen Gewerke wird mittels einer ausgeklügelten Gebäudeautomation das Gebäude in einem ökologischen und ökonomischen sinnvollen Zusammenspiel betrieben. Dies hilft, die angestrebten Klimaziele zu erreichen und die Instandhaltungskosten tief zu halten», informiert der Experte. Die damit geschaffene Gebäudeeffizienz schafft nicht nur Energieeinsparungen. Sie trägt auch zu verbessertem Komfort in den Arbeits- und Wohnwelten und einer erhöhten Sicherheit bei.

Komplexe Prozesse vereinfachen

Durch die Vereinfachung von generell allen automatisierten Prozessen – insbesondere denen, die mit den verschiedenen Gewerken im Zusammenhang stehen – kann man ebendiese Einsparungen schaffen. Ralph Bachofen erklärt, wie das genau funktioniert: «Eine Beschattungsanlage und die Klimasteuerung im Raum erreichen beispielsweise nur ein Optimum, wenn sie miteinander kommunizieren. Aber auch im Bereich des Facility Managements ist die Vereinfachung und Optimierung von Prozessen möglich wie beispielsweise die Leerung von Containern nur wenn diese voll sind, wodurch sich unnötige Reinigungsabläufe reduzieren lassen.»

Um diese Effizienz zu erreichen, muss die Kommunikation zwischen den verschiedenen Schnittstellen reibungslos funktionieren. Eine solch einwandfreie Vernetzung erlangt das automatisierte Gebäude durch Sensoren, Aktoren und vielen weiteren Bedienungselementen, die Informationen untereinander austauschen. Wenn eine spezifische Person im Gebäude ankommt, können diese Einheiten sie automatisch erkennen. Aufgrund der gespeicherten Informationen zur Person kann man beispielsweise das Büro auf die gewünschte Temperatur vorwärmen oder die Fensterstoren im Sommer herunterlassen.

Gebäudeautomation durch Renovierung

Doch nicht nur Neubauten können mit «smarter» Gebäudetechnologie ausgestattet werden. Im Zuge einer Renovierung kann man eine bestehende Immobilie auch zu einem späteren Zeitpunkt problemlos automatisieren. Der Experte erläutert: «Eine Automation in einem bestehenden Gebäude lässt sich meistens mittels geringen Aufwands realisieren. Hierzu muss aber die Aufgabenstellung – was automatisiert werden soll – im Vorfeld geklärt sein, damit eine optimale Lösung ausgearbeitet werden kann.»

Im Zuge einer Renovierung kann man eine bestehende Immobilie auch zu einem späteren Zeitpunkt problemlos automatisieren.

Heute stünden neben kabelgebundenen Systemen auch Aktoren und Sensoren zur Verfügung. Diese können über das Internet kommunizieren, wobei jedoch ein erhöhtes Augenmerk auf die Sicherheit zu legen sei.

Diese Nachrüstung von verbesserter Gebäudetechnologie bei älteren Liegenschaften würde sich auch im Hinblick auf die Energieeffizienz lohnen. Denn beim bestehenden Gebäudepark in der Schweiz gibt es viele Massnahmen wie Gebäudehüllensanierungen und den Einsatz von erneuerbaren Energien, welche die Energiestrategie 2050 des Bundes auch berücksichtigt. Doch die Gebäudeautomation bleibt dabei aussen vor – obwohl auch hier enormes Potenzial vorhanden wäre.

Die Zukunft von Smart Buildings

Durch kleine Anpassungen und eine dadurch höhere Gebäudeintelligenz lassen sich enorme Einsparungen von bis zu 30 Prozent bei der thermischen und 13 Prozent bei der elektrischen Energie machen. Diese Sanierungen benötigen nur kleinere Investitionen und zahlen sich durch eine rasche Amortisation dieser Kosten aus. Somit entsteht eine regelrechte Win-win-Situation für das Portemonnaie und die Umwelt.

Doch wie sieht die Gebäudeautomation zukünftig aus? «Die Zukunft der Gebäudeautomation liegt in der einfacheren Vernetzung der diversen Systeme in einem Gebäude», betont Ralph Bachofen. Denn diese werden zukünftig nicht nur aufgrund der klimatischen Bedingungen vorausschauend das Gebäude regulieren, auch die Belegung und die emotionalen Gegebenheiten der einzelnen Personen innerhalb des Gebäudes werden eine Schlüsselrolle spielen. Smart Buildings sind nicht nur für die Energiewende und die Umwelt ein Schritt in die richtige Richtung – auch auf die Bedürfnisse der Nutzer kann stärker eingegangen werden und der zusätzliche Komfort verschönert – ob privat oder bei der Arbeit – das Alltagsleben.

Text Flavia Ulrich

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