16.8 C
Zürich
9 August 2020

Die häufigsten Erkrankungen ab 50.

Demenz, Krebs, Inkontinenz oder Thrombose: Ab 50 nimmt die Gefahr zu, von bestimmten Krankheiten betroffen zu sein. Ein Überblick über die häufigsten Erkrankungen in diesem Lebensabschnitt und was man dagegen unternehmen kann.

Mit zunehmendem Alter steigt auch die Gefahr, an einer Vielzahl von Erkrankungen zu erkranken. Das Feld reicht dabei von geistigen Erkrankungen wie Demenz über Augenleiden wie Grauer Star bis hin zu Lungenerkrankungen wie COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung). Aber auch Leiden und Erkrankungen wie Krebs, Schlaganfall, Thrombose, Parkinson, Arthritis oder Inkontinenz sind bei der älteren Bevölkerung keine Seltenheit.

Alzheimer

Erhebungen zufolge sind zurzeit mehr als 120 000 Schweizerinnen und Schweizer von Demenz betroffen. Das Erschreckende: Bei der Hälfte der Demenzbetroffenen war die Krankheit nicht fachärztlich diagnostiziert. Alzheimer stellt die häufigste Form der Demenz dar. Es handelt sich dabei um eine unheilbare Erkrankung, bei der Nervenzellen absterben. Im Zuge dessen werden Betroffene zunehmend vergesslich, verwirrt und orientierungslos. Viele Patienten werden zudem unruhig, aggressiv oder verfallen in Depressionen. Gegenwärtig gibt es noch kein Heilmittel gegen Alzheimer. Studien haben jedoch gezeigt, dass körperliche und geistige Fitness sowie eine gesunde Ernährung als Prävention dienen können.

Alzheimer stellt die häufigste Form der Demenz dar. Es handelt sich dabei um eine unheilbare Erkrankung, bei der Nervenzellen absterben.

Herzinfarkt

Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen in der Schweiz die häufigste Todesursache dar. Was passiert bei einem Herzinfarkt genau? «Bei einem Herzinfarkt liegt ein teilweiser oder kompletter Verschluss eines Herzkranzgefässes vor. Dadurch erhalten Teile des Herzmuskels keinen Sauerstoff und sterben nach kurzer Zeit ab», berichtet Dr. Michael Halpern aus dem bernischen Jegenstorf. Wie kündigt sich ein Herzinfarkt an? «Alarmsignale sind ein heftiger Druck und klemmende, beengende oder brennende Schmerzen in der Brust, die länger als eine Viertelstunde anhalten und zudem oft mit Atemnot und Todesangst verbunden sind», so der Mediziner. 

Bei einem Herzinfarkt liegt ein teilweiser oder kompletter Verschluss eines Herzkranzgefässes vor.

Dr. Michael Halpern

Das rasche Erkennen eines Herzinfarkts kann Leben retten, wie Dr. Michael Halpern weiss: «Die Überlebenschancen sind grösser und bleibende Schäden am Herzen kleiner, je schneller die medizinische Notfallbehandlung einsetzt.»

Die Realität sieht aber oft anders aus. Herzinfarkt-Betroffene würden durchschnittlich erst mit einer Verzögerung von drei Stunden ab Symptombeginn ins Spital eingeliefert.

Bluthochdruck

Weiterhin leiden viele ältere Menschen unter Bluthochdruck. Das Heimtückische: Bei neun von zehn Betroffenen findet man keine Ursache für den hohen Blutdruck. «Man spricht in diesem Fall von ‹essenzieller Hypertonie», wie Dr. Michael Halpern kommentiert. «Verschiedene Faktoren erhöhen das Risiko für Bluthochdruck. Dazu gehören neben dem Alter, dem Geschlecht und erblicher Veranlagung auch Übergewicht, Fehlernährung, Bewegungsmangel und Stress.» Die gute Nachricht: Auch gegen Bluthochdruck können Massnahmen getroffen werden. «Bei der essenziellen Hypertonie besteht die Behandlung aus Lebensstiländerungen und Medikamenten», schliesst der Hausarzt.

Bei neun von zehn Betroffenen findet man keine Ursache für den hohen Blutdruck.

Diabetes mellitus: Die Hälfte aller Betroffenen weiss nichts von ihrer Erkrankung 

Ältere Menschen sind besonders gefährdet, an Diabetes mellitus zu erkranken. Was passiert bei dieser Erkrankung genau? «Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse zwar weiterhin Insulin, jedoch nicht genügend. Vereinzelt kann der Körper das Insulin auch nicht mehr wirksam verwenden, um Blutzucker in Energie umzuwandeln», erläutert der Mediziner. «Die Erkrankung wird zudem begünstigt durch Erbfaktoren, Übergewicht und Bewegungsmangel. Sie tritt in den meisten Fällen erst in der zweiten Lebenshälfte auf, man findet sie aber zunehmend auch bei jüngeren Menschen mit starkem Übergewicht.»

Etwa die Hälfte aller Typ-2-Diabetiker in der Schweiz weiss nichts von ihrer Krankheit. «Um sie festzustellen, muss der Zuckerwert im Blut gemessen werden. Die Schweizerische Herzstiftung rät beispielsweise deshalb, ab 45 Jahren jährlich den Blutzucker messen zu lassen», so der Hausarzt. «In einem fortgeschrittenen Stadium können auch folgende Symptome auftreten: Starker Durst, häufiges Wasserlassen, Leistungsabfall, vermehrte Infektionen und unerklärlicher Gewichtsverlust trotz Hunger.» 

Risikofaktoren von Diabetes mellitus

Nicht zuletzt existieren bei dieser Erkrankung einige Risikofaktoren wie beispielsweise Übergewicht. «Vier von fünf Menschen mit Diabetes Typ 2 sind übergewichtig», hält Dr. Michael Halpern fest. «Ein normales Körpergewicht, genügend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung tragen entscheidend dazu bei, das Risiko für Diabetes Typ 2 zu senken.» Es gäbe aber auch bei einem gesunden Lebensstil keine Garantie, dass man nicht an Diabetes erkrankt – denn auch die Vererbung spiele bei der Entstehung von Diabetes Typ 2 eine wichtige Rolle.

Doch auch hier kann man Abhilfe schaffen. «Die Behandlung des Typ-2-Diabetes besteht in einer ausgewogenen Ernährung, unterstützt durch regelmässige körperliche Aktivität und gegebenenfalls einer Reduktion des Übergewichts», erläutert der Mediziner. 

Vier von fünf Menschen mit Diabetes Typ 2 sind übergewichtig.

Dr. Michael Halpern
Krebs

Generell ist eine Krebserkrankung keine Frage des Alters. «Das Auftreten der meisten Krebsarten nimmt aber mit steigendem Alter zu», wie der Mediziner weiss. Zudem spiele das Geschlecht eine ausschlaggebende Rolle. So ist bei Männern Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung, wobei es bei Frauen der Brustkrebs ist. Gemäss Zahlen des Bundes kommt es in der Schweiz pro Jahr zu rund 16 900 Krebstodesfällen. In 9 300 Fällen ist die betroffene Person ein Mann.

Generelle Warnsignale von Krebs zu formulieren, ist schwierig. Dennoch lassen sich gemäss dem Hausarzt einige finden: Unerklärlich hohes Fieber, massiver Nachtschweiss mit nassen Haaren und durchnässter Schlafbekleidung sowie ungewollter Gewichtsverlust von mehr als zehn Prozent des Körpergewichtes innerhalb eines halben Jahres.

Text Lars Gabriel Meier

Lesen Sie mehr.

Internet der Dinge: Globales Netz für die Schweiz

Das Internet der Dinge wird oft mit dem 5G-Netz verbunden. Selbstfahrende Autos, künstliche Intelligenz und die Industrie 4.0 versprechen neue Modelle und Anwendungen.

Liebe Frauen, macht euch die Finger schmutzig!

Schlendert man an einer Baustelle vorbei, wird schnell klar, die handwerklichen Berufe werden grösstenteils von Männern ausgeführt. Man sieht Maurer, Elektriker, Bodenleger und Dachdecker aber nur ganz selten eine Sanitärin oder eine Gipserin. Wie können es Unternehmen schaffen, die Frauenquote in der Baubranche zu steigern? Es gibt Ansätze!

So trainiert Mann richtig

Krafttraining wird oft mit aufgepumpten Bodybuildern und jugendlichen Möchtegern-Muskelprotzen in Verbindung gebracht. Mit einer fundierten Trainingsmethode aber fördert es die körperliche Gesundheit und kann Schmerzen reduzieren.

Damit der Ausflug auf die Piste nicht beim Arzt endet

Die Schweiz ist eine Scheesport-Nation. Und wo Millionen von Skifahrern, Snowboarderinnen und Schlittlern die Hänge hinuntergleiten, kommt es auch immer wieder zu Unfällen. Welches sind die häufigsten? Wie lassen sie sich vermeiden? Und was kostet das Ganze eigentlich?

Archiv.

Hochzeiten gewinnen an Individualität

Die heutige Zeit wird immer schneller und digitaler. Gerade deswegen vertrauen wir stärker als je zuvor in die Gemeinsamkeit und in die Ehe.