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Zürich
23 November 2020

Benefits erhalten die Freundschaft.

Vom kostenlosen Gesundheitscheck bis zur einjährigen Auszeit: Zunehmend mehr Firmen bieten ihren Mitarbeiter*innen Zusatzangebote. 

In Billy Wilders 1961 entstandener Filmkomödie »Eins, zwei, drei« will die Sekretärin Ingeborg ihrem Chef, dem West-Berliner Coca-Cola-Manager MacNamara, kurzfristig kündigen. Der bittet sie umgehend zum Diktat und formuliert: »Gut aussehender Geschäftsführer einer Weltfirma sucht fleißige Sekretärin. Sehr gutes Gehalt, kleine Extras…« Ingeborg hört abrupt mit dem Schreiben auf und fragt nach: »Kleine Extras?« Wenige Sekunden und eine Erklärung später zerreißt Ingeborg den Zettel und ruft freudig: »Ich nehm den Job!«

Wer als Firma Mitarbeiter*innen einstellen, motivieren oder halten will, kommt um »Extras« nicht mehr herum.

Sechzig Jahre darauf sind die sogenannten Benefits, als Nebenleistungen zum Gehalt, kaum mehr wegzudenken. Wer als Firma Mitarbeiter*innen einstellen, motivieren oder halten will, kommt um »Extras« nicht mehr herum. Neben Weiterbildungsangeboten und Altersvorsorgen gewinnt der Faktor Zeit an Bedeutung. Das Marktforschungsinstitut Toluna befragte 2019 im Auftrag des Personaldienstleisters ManpowerGroup 1000 Deutsche zur »Work-Life-Balance«. Toluna stellte dabei fest, dass 55 Prozent gerne nur vier Tage arbeiten und dafür auch Gehalteinbußen in Kauf nehmen würden.

Benefits: Mehr Zeit und Beratung 

Mit flexiblen Zeitmodellen und einer grundsätzlichen Aufwertung der Arbeitsatmosphäre buhlen Unternehmen um lebens- und gesundheitsbewusste Menschen. Denn nicht nur hippe Agenturen stellen Obstkörbe und Kicker auf die Flure, werben mit dem »besten Kaffee der Stadt« oder mit kostenlosen Fitnesskursen. Viele Arbeitgeber*innen versuchen auch, die Beziehung zu den Kolleg*innen langfristig zu verbessern. Regelmäßige »After Work«-Treffen sollen den Teamgeist stärken, aber die Arbeit selbst auch entspannter wirken lassen.

Nur ein »Arbeitsklima mit Wohlfühlfaktor«, inklusive Überstundenausgleich und guter Stimmung, so stellte es die Karriereberatung Rundstedt vor zwei Jahren anhand einer »Talents & Trends«-Befragung fest, kann Mitarbeiter*innen wirklich halten. Denn diese Wünsche, die bestenfalls mit einer Feedbackkultur regelmäßig gespiegelt werden können, verändern zahlreiche Jobs und Stellenangebote. 

Der Versicherer HUK Coburg lockt beispielsweise mit einem früheren Ruhestand durch sein »Zeitwertkonto«, die Targobank bietet ihren Mitarbeiter*innen neben flexiblen Arbeitszeiten und einer betrieblichen Altersvorsorge auch kostenlose Beratungsleistungen an, wenn es um Gesundheitschecks, Eingliederungsmanagement, familiäre Probleme oder plötzliche wirtschaftliche Notsituationen geht. Eigene Ferienwohnungen in den Bergen oder an der See sowie Vorteilsprogramme bei Dienstleistern und Onlineshops weisen den Weg zu einer umfassenden Mitarbeiter*innen-Sorge, den auch andere Firmen demnächst gehen werden.  

Text Rüdiger Schmidt-Sodingen

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