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28 September 2020

Weiterbildung als Wegweiser in die digitale Zukunft.

Unternehmen und Arbeitnehmer stehen vor großen Herausforderungen. Die Digitalisierung lauert nicht vor der Tür, sondern sitzt längst entspannt im Chef- und Wohnzimmer. An einer Weiterbildung, die für die Kompetenzen und Berufe der Zukunft fit macht, führt kein Weg mehr vorbei. 

Vielen fällt der Widerspruch zunächst gar nicht auf. Während immer mehr Menschen ihre Termine oder Einkäufe privat via Bildschirm steuern, fordern genau dieselben Menschen im Beruf bitte keine Veränderungen. Wer etwas nachdenkt, merkt: Gerade, weil ich selbst ganz anders einkaufe und plane als noch vor zehn Jahren, müssen sich auch mein Beruf und meine Firma anpassen.

Sich das Schild »Wir sind digital« an den Eingang zu kleben, ohne Konsequenzen zu ziehen und die neuen Vorgänge und Anforderungen genau zu analysieren, reicht jedenfalls nicht. Vom richtigen Datenumgang, der einerseits eine völlig neue Form von Datenanalysten erfordert, andererseits aber auch spezielle Datenschutz-Manager. Bis zum Niederreißen alter Abteilungs-Denkweisen zugunsten einer umfassenden, alle Mitarbeiter*innen mitnehmenden Wissensvermittlung, gibt es viel zu tun. 

Weiterbildung: Große Firmen vs. Start-ups

Große, alteingesessene Firmen sind wie Tanker, die sich zunehmend auf kleine, reißende Flüsse und Stromschnellen einstellen müssen. Statt Beiboote ins Wasser zu lassen oder mit kleineren Tochterbooten mutig neues Terrain zu erkunden, wird weiter von oben herab, in die jeweils nächstuntere Abteilung dirigiert. Beraterfirmen wie PriceWaterhouseCoopers sehen das längst als problematisch an – und empfehlen, von den neuen Kleinen, also den Start-ups, zu lernen. 

Kooperationen und Servicedienste müssten in die Produktentwicklung mit einbezogen werden. Und über allem müsse der Kundennutzen stehen, der nicht nur aus der berühmten »Wer kauft’s«-Frage besteht. Das Einkaufen ist nämlich längst auch zum politischen und ökologischen Statement geworden. Was also bewirkt ein Einkauf, wie genau beeinflusst er die Umwelt, wie halten Produktentwicklungen mit einem immer schnelleren Feedback Schritt? Und, auch das dürfte in Zukunft nicht unwichtig sein, was genau hält mein Nachbar oder meine Familie davon, dass ich genau dieses Produkt gekauft habe? Das narzisstische, intransparente Konsumieren ohne Wenn und Aber kommt an sein Ende.

Große, alteingesessene Firmen sind wie Tanker, die sich zunehmend auf kleine, reißende Flüsse und Stromschnellen einstellen müssen.

Weiterbildung: Datenschutz vs. Marketing

Ohne Big Data und ein firmenspezifisches Wissen, was welche Daten bedeuten und wie man sie verwenden soll, geht in Zukunft nichts mehr. Denn selbst wer keine Daten anschauen möchte, hat sie dank Liefervorgängen, Rechnungen oder Kundenkommunikation ja seit Jahrzehnten im Haus. Kooperationspartner und Kunden fragen andererseits immer öfter nach belastbaren Zahlen, um sich dann für oder gegen eine Zusammenarbeit zu entscheiden.

Über kurz oder lang muss also jede Firma aus ihren Daten auch ein Marketing-Werkzeug schmieden. Gleichzeitig aber sollen die Daten so kontrolliert werden, dass ihre Verwendung keine Persönlichkeitsrechte verletzt und den einzelnen Kunden vor einer unbefugten Datenweitergabe schützt. »Herausfiltern, was wirklich zählt, Datenströme auf Trends und Bewegungen hin zu interpretieren – das ist das, was jede Firma braucht«, so stand es vor Jahren bereits in einer Handlungsempfehlung für mittelgroße Firmen.

Text Rüdiger Schmidt-Sodingen

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