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28 September 2020

Wenn der Weg das Ziel ist.

Wer trotz Corona die Ferien geniessen möchte, für den könnte ein Roadtrip in Frage kommen. Abseits vom Massentourismus kann so auf unabhängige, spontane Art und Weise eine Region oder ein Land erkundet werden. «Fokus» hat mit zwei Experten gesprochen und alles Wissenswerte festgehalten.

Der Asphalt versetzt alles in leichte Schwingungen. Der Sitz vibriert, die Gangschaltung ebenfalls und das Lenkrad sowieso. Durch das spaltbreit geöffnete Fenster weht der Fahrtwind. Weit hinter der Windschutzscheibe färbt sich der Morgenhimmel langsam rot – ein neuer Tag beginnt. Der Blick schweift über die weitläufige Natur, schaut ihr beim Erwachen zu. Griff an die Gangschaltung, Kupplung leicht angetippt und die Räder beschleunigen. Sie scheinen gewillt die um diese Uhrzeit noch komplett leere Strasse in vollen Zügen zu geniessen. So fühlt sich Freiheit an.

Die Experten

Im Vorfeld dieses Artikels wurden zwei Experten in Sachen Camping und Roadtrips hinzugezogen: Beat Grossenbacher, Inhaber einer Campervermietung, sowie Fabio Zahnd, Medienverantwortlicher bei einer grösseren Campervermietung. Beide haben auch selbst schon so einige Erfahrungen im Bereich Roadtrips gesammelt. Beat zum Beispiel reiste während 14 Monaten im VW-Bus bis nach Johannesburg und erkundete während knapp fünf Monaten mit dem Camper Westafrika. Fabio hingegen bereiste zwei Monate lang mit einem 4×4 den Süden Afrikas und unternahm mit einem Camper eine einmonatige Tour durch den Balkan. Dabei begleiten kann man ihn in einer mehrteiligen Video-Serie auf YouTube.

Camping ist der Trend!

Fabio Zahnd
So sieht die Realität aus

Gefragt nach Trends in Bezug aufs Campen meinten beide, es sei definitiv ein Aufwärtstrend feststellbar. Beat berichtet vom Einfluss der Friday For Future Bewegung: «Menschen, die sonst vielleicht eher auf die Malediven geflogen wären, probierten den Camper als ökologischere Variante zum Flugzeug aus und erkundeten die nähere Umgebung». Fabio hingegen lehnt sich sogar so weit aus dem Fenster zu sagen: «Camping ist der Trend!» Er erläutert weiter, dass die Themen Freiheit, Abenteuer und Naturerlebnisse bei der Schweizer Bevölkerung schon seit einigen Jahren stark im Kommen seien. Es sei längst nicht mehr der prototypische «Bünzli», der Campingferien mache, sondern auch die junge, urbane Bevölkerungsschicht habe diese Art von Ferien für sich entdecken können.

Corona-Camper

Wie in praktisch allen Branchen, ist auch am Campervermietungs-Business die Coronapandemie nicht spurlos vorüber gegangen. Beat Grossenbacher berichtet: «Im Januar waren wir eigentlich schon komplett ausgebucht mit vielen langen Reisen. Diese wurden storniert. Dafür gab es dann nachher viele Kurzreisen, für die man bei uns Camper gebucht hat.» Fabio Zahnd hingegen meint, in seiner Firma habe Corona zu einer deutlichen Steigerung an Buchungen geführt, sie seien zur Hochsaison komplett ausgebucht gewesen. Worin sich beide einig sind, ist, was die direkten Auswirkungen des Lockdowns damals im März betrifft – da seien besonders viele Buchungen eingegangen, denn den Menschen sei langsam «die Decke auf den Kopf gefallen».

Was für Roadtripferien spricht – und was dagegen

Der Nummer Eins Grund, einen Roadtrip zu planen – insbesondere, wenn man vorhat, diesen mit einem Camper zu absolvieren – ist eindeutig die Freiheit und Unabhängigkeit, welche diese Art von Ferien bietet. Man fährt, wie Beat das so schön sagt, nicht von A nach B, sondern startet bei A in eine ungefähre Richtung und schaut, wo es einen hinträgt. Begegnet einem unterwegs ein Plätzchen, das zum Verweilen einlädt, dann legt man einen Halt ein und bleibt so lange, wie man möchte. Ein weiterer Pluspunkt von Roadtrip-Ferien: Die Destination beziehungsweise die Örtlichkeiten entlang der Route werden um einiges wirklichkeitsgetreuer erlebt, als wenn man sich auf touristische Hotspots, Hotels und geführte Touren beschränken würde. Die Liste an Vorzügen könnte ewig weitergeführt werden.

Gegen Roadtrips spricht eigentlich nicht vieles. Klar, von einem umwelttechnischen Standpunkt aus betrachtet ist diese Art von Ferien sicherlich nicht die beste – aber auch definitiv nicht die schlimmste. Vielfach wird eingewendet, diese Art von Ferien biete zu wenig Komfort, um richtig erholsam zu sein. Doch mit der riesigen Auswahl an mietbaren Fahrzeugen, die einem heutzutage zur Verfügung stehen, kann man dieses Argument eigentlich nicht zählen lassen. Für jeden Geschmack gibt es das richtige – sei es das klassische VW- beziehungsweise Hippie-Büsschen oder ein halber LKW mit luxuriöserer Innenausstattung als so manche Wohnung. Mit dem passenden Fahrzeug und der richtigen Destination kann jeder den perfekten Roadtrip erleben.

Tipps für Trips

Beide Experten sind sich einig: Man sollte unbedingt nicht zu viel planen. Ihrer Meinung nach ist die Formel für einen gelungenen Roadtrip eine grosszügige Portion Spontaneität, gepaart mit Neugierde und einer Prise Anpassungsfähigkeit. Und: Man soll sich bewusst entschleunigen, alles so nehmen wie es kommt und immer das Positive sehen. Beat Grossenbacher fügt zudem an, man soll nicht zu viel Gepäck mitnehmen, denn alles was man braucht, bekomme man normalerweise auch unterwegs. Ausserdem hat er zwei Tipps bezüglich Reisedestinationen: Wer es eher komfortabel mag, der soll sich eher nach Norden orientieren und die skandinavischen Länder bereisen. Allen, die nicht auf Luxus aus sind, legt er seinen persönlichen Favoriten Marokko wärmstens ans Herz.

Doch gerade diesen Herbst mit Corona empfiehlt es sich, vielleicht mal erst die nähere Umgebung zu erkunden – denn auch die Schweiz hat viel zu bieten, das sich zu erkunden lohnt.

In diesem Sinne: Gute Reise und schöne Ferien!

Text Patrik Biberstein

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