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11 Juli 2020

Der Weg zum Traumhaus.

Wer eine Familie gründen will, muss viele Fragen klären – unter anderem die nach dem geeigneten Wohnraum. Wir zeigen mögliche Schritte zum Traum-Daheim, in dem sich die ganze Familie wohlfühlt.

Laura (27) und Nick (29) sind frisch verheiratet. Nach unvergesslichen Flitterwochen in der Südsee machen sie sich intensiv Gedanken über ihren Kinderwunsch. Was bedeutet das finanziell für uns? Wie sieht es mit der Arbeit und der Betreuung aus? Und nicht zuletzt: Wo soll unser Kind aufwachsen, welches Zuhause passt zu unserer Familie?

Mit dem Nachwuchs ändern sich die Anforderungen an den Wohnraum wesentlich: Es braucht mehr Platz und eine kindgerechte Umgebung. Vielleicht achtet man auch schon darauf, welche Kindergärten und Schulen in der Nähe liegen. Manche bevorzugen ein Eigenheim, andere suchen eine passende Mietwohnung. Letztlich ist die Entscheidung natürlich auch stark von finanziellen Aspekten abhängig.

Budget verändert sich

Werdende Eltern müssen sich bewusst sein, dass ein Kind nicht nur Windeln, Essen und Kleider benötigt. Der Sprössling braucht auch Betreuung, wodurch entweder das Arbeitspensum der Eltern sinkt oder Kosten für die Kinderkrippe dazukommen. Gemäss einer Studie des Bundesamts für Statistik aus dem Jahr 2009 kostet das erste Kind durchschnittlich 819 Franken pro Monat. Zwei Kinder bedeuten Ausgaben von über 1300 Franken, drei knapp 1600 Franken. Kurzum: Wer Kinder kriegen will, sollte sein Budget gründlich überprüfen und überlegen, wofür er wie viel Geld ausgeben kann und will.

Wohnraum für die Familie

Ungeachtet dieser finanziellen Überlegungen ist es ein Anliegen aller (werdenden) Eltern, für ihre Familie die passende Heimat zu finden. Ein schönes Zuhause, das dem Nachwuchs eine unbeschwerte Kindheit ermöglicht und den Eltern ein erfülltes Zusammenleben. Der geeignete Wohnort muss aber nicht nur optisch und emotional gefallen, sondern auch objektivere Kriterien erfüllen. Der Weg zur Arbeit ist sicher ein wichtiger Faktor – schliesslich ist jede Minute, die man unterwegs ist, eine Minute weniger, die für das Familienleben zur Verfügung steht. Dementsprechend sind die Anbindung an den Öffentlichen Verkehr und der Zugang zu einer Autobahn wichtige Attribute. Und schliesslich stellt sich auch die Frage, ob man das künftige Daheim als Eigentümer oder als Mieter bewohnen will.

Werdende Eltern müssen sich bewusst sein, dass ein Kind nicht nur Windeln, Essen und Kleider benötigt.

Wohnraum besitzen oder mieten?

Diese Entscheidung hängt vor allem von den finanziellen Möglichkeiten der jungen Familie und der Dauerhaftigkeit der Arbeitsverhältnisse ab. Wer vielleicht bald einen neuen Arbeitsplatz suchen will oder muss, ist als Mieter deutlich flexibler. Auch in Sachen Geld ist man auf der sicheren Seite: Mietbeträge sind kalkulierbar, es kommen kaum Zusatzkosten dazu. Für viele Paare liegt der Kauf oder der Bau eines Hauses auch schlicht nicht drin: Das nötige Eigenkapital und der Verdienst für die Begleichung der Zinsen fehlen oft. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass rund 90 Prozent der Schweizer Bevölkerung in Mietverhältnissen wohnen.

Eigenkapital als Knacknuss

Trotzdem: Viele junge Familien wollen in den eigenen vier Wänden leben, ihr Daheim unabhängig und individuell gestalten. Eine grosse Hürde ist – wie erwähnt – oft das Eigenkapital. Wer eine Hypothek bekommen will, muss in der Regel 20 Prozent des Betrags selber aufbringen. Diese Summe kann neben dem Ersparten durch Gelder aus der zweiten und dritten Säule ergänzt werden, wobei es einige gesetzliche Restriktionen zu beachten gilt. Als Alternative bietet sich aber allenfalls auch finanzielle Unterstützung von der Familie an.

Eltern helfen bei Finanzierung des Wohnraums

Häufig können junge Familien auf die Hilfe ihrer Eltern zählen, indem diese ihnen ein Darlehen gewähren oder einen Erbvorbezug ermöglichen. Bei Darlehen empfehlen Experten, dass die Konditionen wie Darlehenssumme, Laufzeit, Zins, Rückzahlung, Kündigungsfrist und Fälligkeit schriftlich festgehalten werden. Oft wird unterschätzt, dass sich familiäre Beziehungen manchmal schnell ändern können, sei es durch eine Trennung oder zwischenmenschliche Probleme. Als Absicherung können die Eltern oder andere Darlehensgeber einen Schuldbrief ausstellen lassen. Durch diese notariell beglaubigte Urkunde wird ihr Anspruch rechtlich festgehalten.

Für viele Paare liegt der Kauf oder der Bau eines Hauses auch schlicht nicht drin.

Alternative: Erbe vorbeziehen

Eine weitere Möglichkeit ist die Gewährung eines Erbvorbezugs. Auch in diesem Fall ist es ratsam, genaue Abklärungen zu treffen und insbesondere schriftlich zu vereinbaren, ob der Betrag nach dem Tod der Eltern den Geschwistern gegenüber ausgeglichen werden muss. Ein wichtiger Punkt ist – sowohl bei Darlehen wie auch Erbvorbezug – die Abklärung der Lebensumstände der Eltern durch eine Vorsorgeanalyse. Dadurch wird verhindert, dass zu viel Geld gesprochen wird und die Eltern später Probleme mit ihrem Lebensunterhalt bekommen.

Gute Beratung entscheidend

Für solche Analysen und Beratungsleistungen gibt es zahlreiche Anbieter aus dem Bankenbereich. Gut beraten ist auf jeden Fall, wer diese Angebote nutzt und sich einen detaillierten Überblick verschafft. Das ist heute insofern einfacher geworden, als dass man viele Abklärungen via Internet vornehmen kann. Es ist sogar möglich, eine Hypothek online abzuschliessen und dabei Zeit und Geld zu sparen, weil der Ablauf schneller und weniger aufwendig ist.

Laura und Nick haben dank der Unterstützung ihrer Eltern eine Hypothek zu fairen Konditionen erhalten und sich ihren Traum von einem Eigenheim erfüllt. Vor der Geburt ihres ersten Kindes bleibt nun bloss noch eine Frage offen: Streichen wir das Kinderzimmer blau oder rosa?

Text: Remo Bürgi

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