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11 April 2021

Die Immobilienbranche wandelt sich.

Einst gehörten sie zu den Pionieren der Internetnutzung, doch seither hat sich am Geschäftsmodell zahlreicher Immobilienunternehmen nicht mehr viel geändert. Aber nun fordert die Digitalisierung auch diese Branche heraus: Administrative Arbeiten können automatisiert werden und moderne Technologien bringen neue Möglichkeiten für eine massgeschneiderte Beratung. Ein Einblick in die Immobilienbranche.

Die Immobilienbranche verändert sich. Bereits Ende der 90er-Jahre entstanden in der Schweiz erste Immobilienplattformen im Internet – zu einem Zeitpunkt notabene, als im Online- Bereich in den meisten Wirtschaftszweigen noch dunkles Mittelalter herrschte. Knapp zwanzig Jahre später sieht das Bild allerdings ganz anders aus, denn die innovativen Ideen kommen heute aus anderen Branchen. Wohl nicht zuletzt wegen des konstanten Hochs im Immobilienbereich waren viele Unternehmen auch nicht wirklich gezwungen, ihre Geschäftsmodelle zu hinterfragen. In Zeiten von Apps, über die man Wohnungen und Büroflächen mieten und teilen kann, kommt keine Organisation mehr um eine kohärente Strategie für die Digitalisierung herum – die Konkurrenz von Online-Anbietern wächst.

Technische Kenntnisse werden in der Immobilienbranche wichtiger

Digitale Anwendungen bringen nicht nur neue Konkurrenten in den Markt, sondern beeinflussen direkt den Workflow von Unternehmen. Sie ermöglichen die Automatisierung gewisser Prozesse, speichern Daten, werten diese aus und vernetzen Geräte miteinander. Für Immobilienfirmen bedeutet das signifikante Änderungen in ihren Arbeitsabläufen. Die Analyse und Bewertung von Objekten etwa wird zunehmend automatisiert durchgeführt werden und damit die Anforderungen an die Kompetenzen der Berater verändern. In Zukunft werden IT-Kenntnisse – wie wahrscheinlich in den meisten Branchen – ein wichtiger Part der beruflichen Qualifikation sein. Hier sind auch die Arbeitgeber gefordert, ihre Mitarbeitenden rechtzeitig und kompetent auf diese neuen Anforderungen vorzubereiten. Anhand von internen Schulungen oder externen Weiterbildungen.

Gespannt sein darf man auf den Einfluss von Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) auf den Immobiliensektor. Wenn diese Technologien, wie von vielen Experten prognostiziert, in den nächsten Jahren den breiten Durchbruch schaffen, bieten sich für Immobilienberater ganz neue Chancen. VR und AR machen das mögliche Ambiente, die potenzielle Möblierung eines Gebäudes bereits vorgängig erlebbar, beispielsweise bei einer Wohnungsbesichtigung, die dann zudem nicht mehr zwingend vor Ort durchgeführt werden muss.

Wohnsituation erlebbar machen

Die Anwendungsmöglichkeiten gehen natürlich noch weiter: Wer einen Altbau erwerben und umbauen will, kann virtuell durch die neu geschaffenen Räume schreiten und dabei die passende Kücheneinrichtung testen. Oder überprüfen, ob die begehbare Dusche hält, was sie verspricht, und erleben, welche Farbe dem Kinderzimmer die erwünschte Atmosphäre bringt. Dank neuer Technologien können Interessenten viel besser abschätzen, ob eine Wohnung oder ein Haus zu ihren Vorstellungen passt. Der Immobilienmakler der Zukunft kann seinen Kunden also massgeschneiderte Lösungen «plastisch» präsentieren.

Wer einen Altbau erwerben und umbauen will, kann virtuell durch die neu geschaffenen Räume schreiten und dabei die passende Kücheneinrichtung testen.

Das Erreichen ebendieser Kunden hat sich darüber hinaus ebenfalls stark verändert. Einerseits bieten digitale Kanäle wie Social Media die Chance, eine Zielgruppe direkt mit individualisierten Botschaften zu erreichen. Andererseits erfordert dies eine moderne Marketingstrategie, die zudem immer wieder überarbeitet und angepasst werden muss. Althergebrachte Konzepte für neue Medien: Das wird kaum funktionieren.

Gleichzeitig wird der Kampf um die Kunden aus verschiedenen Gründen härter. Über Social Media erzielen Marketing-Massnahmen mit verhältnismässig wenig (finanziellem) Aufwand eine grosse Reichweite. Dementsprechend viele Anbieter nutzen folglich diese Kanäle für ihre Kampagnen, das kleine Startup genauso wie der etablierte Branchenprimus. Diese verstärkte Konkurrenz um die Kundenaufmerksamkeit führt dazu, dass Aufmerksamkeit ein volatiles Gut geworden ist. Kunden haben eine weniger enge Bindung zu einem bestimmten Anbieter und wenden sich schneller der Konkurrenz zu, wenn diese attraktivere Angebote vorweisen kann. Ausserdem sind die Leistungen verschiedener Anbieter heutzutage dank entsprechender Plattformen problemlos vergleichbar.

Erfolg dank Zusammenarbeit in der Immobilienbranche

In einem derart kompetitiven und sich rasch verändernden Umfeld können Kooperationen zwischen Organisationen eine sinnvolle Massnahme zur Stärkung der Wettbewerbsposition sein. Durch eine partnerschaftliche Zusammenarbeit ergeben sich fruchtbare Ideen und wirtschaftliche Vorteile. Sofern die Partnerschaft durchdacht ist und einer klaren Strategie folgt. Bezogen auf die Immobilienbranche können kleinere Anbieter beispielsweise von den Möglichkeiten grösserer Organisationen profitieren, indem sie deren Netzwerk bei juristischen und finanziellen Fragen nutzen oder Unterstützung durch professionelle Marketing-Fachleute erhalten. Darüber hinaus bieten die grossen Plattformen eine hohe Reichweite und generieren mehr Kundenaufmerksamkeit.

Umgekehrt sind kleinere Unternehmen oft flexibler bei der Anpassung von Prozessen und Dienstleistungen. Sie sind Innovationen gegenüber offener und setzen sie schneller um. Für ein grösseres Partnerunternehmen können sie in dieser Hinsicht eine Inspirationsquelle sein. Mit einer engen Partnerschaft lassen sich die Herausforderungen der Digitalisierung besser bewältigen, weil Synergien genutzt und Innovationen geteilt werden.

Text: Remo Bürgi

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