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14 Juli 2020

Wie KMU die digitalen Chancen nutzen.

Die einen sehen in der digitalen Transformation unendlich grosses Potenzial für KMU. Andere wiederum fürchten, dass bewährte Konzepte in der Folge verschwinden werden. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Fakt ist auf jeden Fall: Unternehmen, die dem digitalen Wandel aktiv begegnen, verbessern ihre Marktchancen massiv. Worauf müssen sie also achten?

In jüngster Zeit wird so viel über die Digitalisierung geschrieben, gesprochen und auf politischer Ebene debattiert, dass der Eindruck entstehen könnte, dass es sich dabei um ein neues Phänomen handelt. Dabei ist die digitale Transformation, also der durch neue Technologien angetriebene Wandel des Berufs- und Privatlebens seit jeher im Gange. Spätestens mit dem Siegeszug des Smartphones in allen Weltmärkten sowie dem Aufkommen von Social Media haben wir Freundschaften, Familienleben und eigentlich jedwede Art sozialer Interaktion zu einem beträchtlichen Teil digitalisiert. Im Berufskontext sind diese Veränderung ähnlich augenfällig. Computer haben längst Faxgerät und Schreibmaschine ersetzt. Automation macht die industrielle Fertigung effizienter und das Internet hat die Geschwindigkeit geschäftlicher Korrespondenz exponentiell beschleunigt. Für viele Experten stellt die «Digitalisierung» daher keinen Paradigmenwechsel dar, sondern markiert einfach den nächsten Schritt in einem laufenden Prozess.

Und dennoch ist dieser Schritt ein wichtiger für die Schweiz und ihre Unternehmenslandschaft, die zu grossen Teilen aus mittelständischen Betrieben besteht. Aus diesem Grund kommt der Digitalisierung auch auf politischer Ebene eine hohe Relevanz zu. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) sieht darin bspw. eines der zentralen Themen für die Zukunft.

Was fällt weg, was kommt hinzu?

Was bedeutet die Digitalisierung für die Schweizer Wirtschaft konkret? Diese Frage versuchte der Bundesrat in seinem letztjährigen Bericht «Auswirkungen der Digitalisierung auf Beschäftigung und Arbeitsbedingungen – Chancen und Risiken» zu beantworten. Die schlechte Nachricht zuerst: Analysen für die Schweiz zeigen, dass in den nächsten Jahrzehnten brutto etwa elf Prozent der Stellen wegfallen könnten. Es müsse aber darauf hingewiesen werden, dass sich nicht exakt prognostizieren lasse, wie viele Stellen tatsächlich wegfallen würden. Denn die technische Möglichkeit zur Automatisierung bedeutet gemäss Bund nicht zwingend, dass der betreffende Tätigkeitsschritt (bzw. die betreffende Stelle) tatsächlich wegfallen wird.

Neben betriebswirtschaftlichen, gesellschaftlichen und juristischen Hürden spielten auch kulturelle Faktoren eine bestimmende Rolle. Und nun die gute Nachricht: «Auf Basis des aktuellen Wissens und insbesondere der aktuellen Arbeitsmarktdaten ist davon auszugehen, dass die Digitalisierung – wie die bisherigen Basisinnovationen – zu neuen Beschäftigungsmöglichkeiten und einem gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungsanstieg führen wird.» Wie sieht es aber für die einzelnen Branchen aus? Die Experten des Bundes kommen zum Schluss, dass im Industriesektor die Automatisierung in Lowtech-Branchen wie beispielsweise der Nahrungsmittel- oder der Textilindustrie am ehesten mit Beschäftigungseinbussen verbunden sein wird. Hingegen schafft die Automatisierung vor allem in Hightech-Branchen – wie beispielsweise der Pharmaindustrie oder im Elektronikbereich – neue Wachstumsimpulse.

Im Dienstleistungssektor führt die Digitalisierung vor allem bei den wirtschaftlichen Dienstleistungen wie Unternehmensberatung oder bei IT-Dienstleistungen zu einem Beschäftigungswachstum. Hingegen dürften die neuen technischen Möglichkeiten im Bereich des Onlinehandels, der digitalen Kommunikation und der Datenverarbeitung dazu beitragen, dass die Beschäftigungsanteile beispielsweise im Detailhandel oder bei den Post- und Kurierdienstleistungen an Bedeutung einbüssen.

Für viele Experten stellt die «Digitalisierung» keinen Paradigmenwechsel dar, sondern markiert einfach den nächsten Schritt in einem laufenden Prozess.

Wie bewältigt man den Wandel erfolgreich?

Laut bundesrätlichem Bericht liegen die zentralen Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Bewältigung des Strukturwandels vor allem im attraktiven Wirtschaftsstandort Schweiz. Entscheidend sei ferner die im internationalen Vergleich hohe Innovationskraft der Unternehmen. In diesem Kontext sei neben der hohen Qualität des Schweizer Bildungssystems auch die Möglichkeit der Unternehmen zentral, hochspezialisierte Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren, sofern das inländische Angebot nicht ausreicht.

Auch in Zukunft wird es also darum gehen, die neuen Technologien aktiv zu nutzen. Um damit die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens sowie dessen Produktivität zu erhöhen. Zudem bewirkt die Digitalisierung, dass der Arbeitsmarkt für viele Erwerbstätige flexibler wird – wovon auch Unternehmen profitieren. So können dank Internet und mobilen Arbeitsgeräten etwa die Arbeitszeiten besser an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Das hat zur Folge, dass Mitarbeiter die Balance zwischen Arbeit und Privatleben einfacher finden. Dies fördert wiederum die Produktivität und die Loyalität zum Arbeitgeber. Zudem entstehen durch digitale Plattformen neue Geschäftsmodelle, der Einstieg in internationale Märkte wird eröffnet sowie Kooperationen über weite Distanzen vereinfacht. Auch macht die Cloud-Technologie den Betrieb eines Unternehmens als Ganzes effizienter (mehr dazu finden Sie im Cloud-Schwerpunktartikel auf Seite 10).

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