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Zürich
26 Mai 2020

Die Haut verzeiht keinen Sonnenbrand.

Was gibt es Schöneres, als am Strand zu liegen, die frische Luft zu geniessen und die Wärme der Sonne auf der Haut zu spüren? Wir Menschen brauchen die Sonne, um zu überleben. Doch gleichzeitig bergen ihre Strahlen grosse Gefahren für unsere Haut. Sonnenbrand kann entstehen.

Wenn die kalte Jahreszeit endlich vorbei  ist, wollen viele nur noch eines: ab nach draussen und sich in der Sonne räkeln. Für unsere Haut ist ein ausgedehntes Sonnenbad allerdings purer Stress. Denn die UV-Strahlen der Sonne beschädigen das Erbgut, das sich in unseren Zellkernen befindet. Diese Schäden sind unwiderruflich und können im schlimmsten Fall zu Hautkrebs führen. Besonders hoch ist das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, wenn man sich vor dem 20. Lebensjahr viele Sonnenbrände ein- gefangen hat.

Die Zahl von Hautkrebserkrankungen in der Schweiz ist im europäischen Vergleich alarmierend: Gemäss Bundesamt für Statistik erkranken hierzulande jährlich 2400 Menschen an Hautkrebs – dies sind knapp 29 Fälle pro 100 000 Einwohner. Der schwarze Hautkrebs, auch malignes Melanom genannt, ist eine der häufigsten Krebsarten. Wird er rechtzeitig erkannt, sind die Heilungschancen gross. Allerdings kann ein Melanom schon im frühen Stadium Ableger in anderen Organen bilden. Die Hauptursachen von Hautkrebs sind häufige Sonnenbrände sowie übermässige UV-Strahlung, wozu auch Solarium-Besuche gezählt werden müssen.

Die Hauptursachen von Hautkrebs sind häufige Sonnenbrände sowie über- mässige UV-Strahlung, wozu auch Solarium-Besuche gezählt werden müssen.

Veränderungen beobachten

Neben Sonnenbränden in der Kindheit gibt es noch weitere Faktoren, die das Hautkrebsrisiko erhöhen. So ist besondere Vorsicht geboten, wenn man über fünfzig Muttermale auf dem Körper hat. Eine ärztliche Untersuchung ist nötig, wenn sich eines davon vergrössert, seine Form und Farbe verändert, juckt oder blutet. Hilfe bei der Erkennung von verdächtigen Muttermalen bietet die ABC-Regel: Ein harmloses Pigmentmal hat eine regelmässige, symmetrische Form sowie klare Ränder, während ein verdächtiges asymmetrisch (A) ist und eine unregelmässige Begrenzung (B) aufweist. C steht für die Farbe (Color), die bei einem potentiell gefährlichen Muttermal fleckig ist, während ein harmloses Pigment-Mal einheitlich und gleichmässig gefärbt ist.

Der richtige Schutz gegen Sonnenbrand

Kinder sowie Personen mit sehr heller Haut müssen sich besonders gut schützen. Doch auch bei Leuten, die schnell braun werden, können die UV-Strahlen der Sonne grossen Schaden anrichten, denn die Bräunung an sich schützt nicht vor den Gefahren der Strahlung. Wird die Haut von UV-Strahlen getroffen, dann verdickt sich die Hornschicht und das Pigment Melanin wird gebildet; dadurch bräunt sich die Haut. Es handelt sich dabei um einen Schutzmechanismus des Körpers. «Die Schutzwirkung der Bräunung und der Verdickung der Hornschicht ist äusserst gering und kann die Anwendung anderer Sonnenschutzmassnahmen auf keinen Fall ersetzen», sagt Prof. Dr. Christian Surber von der dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich. Wer seine Haut schützen will, darf sich demzufolge nicht auf seine Bräune verlassen.

Als wirksamste Methode, um sich vor der gefährlichen UV-Strahlung zu schützen, nennt die Krebsliga eine Reduzierung der Exposition. Vor allem in den Sommermonaten heisst dies, während der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr im Schatten zu bleiben. Ansonsten bietet Kleidung den besten Schutz vor der Sonne, geeignet sind schulterdeckende T-Shirts und lange Hosen. Eine breitrandige Kopfbedeckung schützt nicht nur die Kopfhaut, sondern auch Gesicht, Ohren und Nacken. Exponierte Stellen wie Arme oder Waden werden zudem am besten mit hochwertigen Sonnenschutzmitteln geschützt.

Als wirksamste Methode, um sich vor der gefährlichen UV- Strahlung zu schützen, nennt die Krebsliga eine Reduzierung der Exposition.

Reduzierung der Exposition.

Bei diesen ist vor allem der Lichtschutzfaktor (SPF) wichtig. Dieser ist eine Angabe dafür, um welchen Faktor sich die Eigenschutzzeit der Haut nach Anwendung verlängert. Welcher Lichtschutzfaktor nötig ist, hängt vom jeweiligen Hauttypen ab. Prof. Surber erklärt jedoch, dass allein darauf kein Verlass ist: «Diese Rechnung ist trügerisch, da sich einerseits die meisten Leute nicht die erforderliche Menge von 2mg pro Quadratzentimeter Haut auftragen und andererseits eine korrekt aufgetragene Menge sich durch mechanischen Abrieb schnell verringert.» Man dürfe den Wert des SPF daher nicht als absolut betrachten. Für Kinder und Menschen mit besonders heller Haut eignen sich Produkte mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 20. Weiter betont Surber, dass beim Kauf von Sonnenschutzmitteln neben dem SPF unbedingt auch das UVA-Logo be- achtet werden muss. Der Lichtschutzfaktor ist nur ein Mass für die Filterung von UVB-Strahlen, die Sonne wirft aber auch gefährliche UVA-Strahlen auf die Erde.

Kinder sind besonders gefährdet

Die Haut von Kindern ist noch dünner und heller als die von Erwachsenen. Ausserdem steigern häufige Sonnenbrände in der Kindheit das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken. Aus diesen Gründen müssen Kinder ihre Haut speziell gut schützen. Kleinkinder unter einem Jahr sollten möglichst gar keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt sein. Bei Kindern bis sechs Jahren ist im Sommer die Mittagssonne besonders gefährlich und muss deshalb unbedingt gemieden werden. Ansonsten trägt gut abdeckende Kleidung zum Schutz der zarten Kinderhaut bei. Im Sommer spielen Kinder gerne am Wasser, doch Nässe macht normale Kleidung durchlässiger für UV-Strahlen. Deshalb gibt es spezielle UV-Schutztextilien, die auch im Planschbecken nicht versagen.

DIE VIER HAUTTYPEN.

  1. Hauttyp I
    • Sehr helle Haut, rötliches Haar, viele Sommersprossen
    • Sonnenbrand fast sofort
    • Eigenschutzzeit: 5 – 10 min
    • Lichtschutzfaktor: mind. 20 – 50+
  2. Hauttyp II
    • Helle Haut, blondes Haar, stellenweise Sommersprossen
    • Sonnenbrand nach kurzer Exposition
    • Eigenschutzzeit: 10 – 20 min
    • Lichtschutzfaktor: mind. 15 – 50
  3. Hauttyp III
    • Hellbraune Haut, dunkelblondes bis hellbraunes Haar, vereinzelte Sommersprossen
    • Sonnenbrand eher selten
    • Eigenschutzzeit: 20 – 30 min
    • Lichtschutzfaktor: 10 – 30
  4. Hauttyp IV
    • Braune Haut, braunes bis schwarzes Haar
    • Fast nie Sonnenbrand
    • Eigenschutzzeit: ca. 45 min
    • Lichtschutzfaktor: 6 – 20

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