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12 Dezember 2019

Faustregeln für eine reibungslos ablaufende Weltreise.

Einmal um den Globus fliegen und ferne Länder bereisen. Manche träumen nur davon, andere trauen sich. Woher kommt der Ansporn die Welt zu bereisen und welche Herausforderungen bringt die Planung mit sich?

Quer durch Kontinente per Eisenbahn und mit dem Dampfschiff über Ozeane gelang es Phileas Fogg, dem Protagonisten des 1873 von Jules Verne veröffentlichten Romans «In 80 Tagen um die Welt», von London aus mit Zwischenstationen in Paris, Kalkutta, Hong Kong, Yokohama, den USA und wieder zurück nach England, den Globus im Rahmen einer Wette zu erkunden. Trotz unzähliger Hindernisse wie unfertige Bahnstrecken, wilde Tiere, plötzliche Routenänderungen und unterschiedliche Zeitzonen ging die Reise insbesondere wegen der Überquerung der Datumsgrenze und der Gewinnung eines zusätzlichen Tages glimpflich aus und die Wette war gewonnen. Vor 1969, der Öffnung des Suezkanals und der Amerikanischen Eisenbahn, wäre eine solche Weltumrundung in 80 Tagen undenkbar gewesen.

Der Impetus einer Weltreise bleibt auch heute noch bestehen und fordert die Menschheit stets zu neuen Höchstleistungen heraus: Am 21. September 2017 legte der 34-jährige Schotte Mark Beaumont knapp 30’000 km erstmalig unter 80 Tagen mit dem Fahrrad zurück; knappe 42 Tage und 16 Stunden brauchte der Franzose François Gabart am 17. Dezember 2017 bei der schnellsten Weltumsegelung. Ohne eisernes Überlebenstraining und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen wären solche Bestleistungen nicht möglich.

Routing: gemütlich oder abenteuerlich?

Bei einer Weltreise aus freizeitlichen Gründen ist der Anreiz nicht von der Effizienz bestimmt, sondern von der Qualität des Reiseerlebnisses. Zu Beginn muss man sich folgende Frage stellen: «Möchte ich es gemütlicher angehen, um besser in die einheimische Kultur eintauchen zu können oder will ich möglichst viele unterschiedliche Facetten einer Kultur kennenlernen und deshalb auch innerhalb eines Landes viel umherreisen?» Bei der Fülle an Fluggesellschaften und stets wechselnden Flugangeboten erscheinen die potenziellen Flugrouten und die preisliche Ausgestaltung schier unbegrenzt zu sein. Doch bevor man die Flugsuchmaschinen wie «Skyscanner», «Google Flights» oder «Kayak» öffnet, um den günstigsten Flug zu suchen, sollte man im Vorfeld mehr über die geplanten Destinationen in Erfahrung bringen.

Ein Blick in die Klimatabelle zeigt wann extreme Hitze- oder Regenzeiten in den jeweiligen Regionen vorliegen. Ein weiteres Kriterium ist auch die Suche nach passenden Flugverbindungen. Zwischen Süd- und Zentralamerika, Afrika und Australien sind Flugverbindungen knapp und fallen in der Regel sehr kostspielig aus. Ein Layover. an stark frequentierten Flughäfen wie Dubai, Paris und Singapur hilft weiter. Beim überqueren über den Landweg sollte man sich zudem über sichere und passierbare Grenzen informieren. Sobald die Grobroutenplanung einmal steht, kann man bereits Suchmaschinen abrufen, um vorteilhafte Tarife für einzelne Flüge einzuholen. Die Goldene Regel lautet: Bei Langstreckenflügen mindestens acht Wochen vor Abreise buchen und zum Fliegen sind Dienstag bis Donnerstag wegen geringerer Nachfrage tendenziell am preiswertesten. Um von befristeten Spezialofferten der Airlines zu profitieren, sollte man sich bei entsprechenden Newslettern anmelden und eventuell sogar die offiziellen Twitter-Accounts abonnieren. Denn zum Teil werden nur über diese Kanäle Kontingente und befristete Promotionen publik gemacht.

Der Impetus einer Weltreise bleibt auch heute noch bestehen und fordert die Menschheit stets
zu neuen Höchstleistungen heraus.

Gut vorbereitet und für alle Situationen gewappnet

Für eine selbstorganisierte Weltreise ist eine sorgfältige Reiseplanung das A und O. Diese beginnt mit einer vollständigen Checkliste und entsprechenden Deadlines, sodass wichtige Fristen wie Visaanträge, Impfungen oder gegebenenfalls die Wohnungskündigung nicht verpasst werden. Vorlagen zu Checklisten von Reiseportalen und Reiseexperten existieren im Netz zuhauf. Für die ausgewählten Länder muss man sich zwingend über Einreisebestimmungen informieren. In vielen Staaten sind neben einem gültigen Visum, auch ein Formular und weitere Nachweise nötig. Ausserdem gilt oft die Regelung, dass der Reisepass beim Ausreisen noch mindestens sechs Monate lang gültig sein muss. Ein weiteres Kriterium bei der Einreise ist der Besitz eines gültigen Rückflugs- respektive Weiterflugs. Inlandflüge können auch kurzfristig vor Ort mit lokalen Airlines gebucht werden. Die Aufenthaltsdauer lässt sich somit flexibler gestalten und nach Wunsch entsprechend verlängern oder verkürzen.

Budget und bezahlen vor Ort

Ebenso von Nutzen kann es sein, die Herausgeber Ihrer Kredit- und Maestrokarte von der Reise in Kenntnis zu setzen, um sicherzustellen, dass die Karten auch überall, wo erwünscht, eingesetzt werden können. Wichtige Nummern zum Sperren der Kreditkarte, die Zugangsdaten zum Online-Banking, Kopien der Krankenkasse, Reiseversicherung, Führerschein und des Reisepasses sollte man entweder in einem separaten Notizbüchlein mit sich tragen oder im Idealfall digital auf einem Cloudservice abspeichern. Der interne Handyspeicher eignet sich hierbei weniger als Hilfsmittel, da Mobiltelefone bekanntlich beliebte Diebesgüter sind. Ausserdem sollte man wichtige Angelegenheiten wie zum Beispiel das öffnen der Post einem Bekannten oder Verwandten im Heimatland anvertrauen – eventuell erteilt man einer Vertrauensperson für die Verlängerung der Steuerfrist lieber eine Vollmacht um sicher zu gehen.

Bei Erkrankungen oder Unfällen kann es, je nachdem wie die lokale Infrastruktur ausgebaut ist, schwierig sein ein Krankenhaus aufzusuchen und zudem noch seine betreffenden Beschwerden in der Fremdsprache auszudrücken. Bereits Monate vor Reiseantritt sollte man zudem den Impfausweis auf Hepatitis A, B und Gelbsucht überprüfen. Um das Risiko möglichst klein zu halten, ist ein Besuch beim Hausarzt, Impfinstitut und Tropenarzt empfehlenswert, um über die gesundheitlichen Risiken und Schutzmassnahmen zu sprechen. Ausserdem können Arzt- und Krankenhauskosten im Ausland wesentlich höher ausfallen als in der Schweiz und müssen oft sofort bezahlt werden. Bei notfallmässigen Behandlungen in EU-/EFTA-Ländern deckt die Krankenkasse die gleichen Leistungen wie in der Schweiz ab. Ausserhalb von EU-/EFTA-Ländernwerden notfallmässige medizinische Auslagen höchstens bis zum doppelten Betrag abgedeckt, den die gleiche Behandlung in der Schweiz verursacht hätte. Eine höhere Abdeckung kann durch eine Zusatzversicherung für Reisen erreicht werden.

Bei notfallmässigen Behandlungen in EU-/EFTA-Ländern deckt die Krankenkasse die gleichen Leistungen wie in der Schweiz ab.

Kultur und lokale Gesetze respektieren

Sobald die Einreisebestimmungen geklärt und der Pass gegebenenfalls verlängert wurde, sollte man sich auch die lokalen Gesetze einverleiben. Zumindest sollte man vor Antreten der Reise im Bilde sein, welche lokalen Gesetze gelten oder wie die Einfuhr von Alkohol und Tabakwaren geregelt ist, um einer Geldbusse zu entkommen. Eine weitere Herausforderung ist zum Teil auch die Verständigung vor Ort. Dass die Deutsche Sprache ausserhalb vom Alpenraum nicht weit verbreitet ist, versteht sich von selbst. Zusätzlich kann man nicht immer davon ausgehen, dass jeder Einheimische gleich gut Englisch spricht. Die Grundregel lautet: Je weiter weg man sich von wirtschaftlichen und touristischen Zentren entfernt, desto geringer die Anzahl englischsprachiger Einheimischer. Ein aktueller Reiseführer des Landes mit Vokabeln und den gängigsten Ausdrücken ist eine empfehlenswerte Investition. Denn wer sich vorgängig mit Land und Kultur beschäftigt hat, profitiert mehr von einer Reise!

Weiterführende Links.
Reisehinweise:
www.eda.admin.ch
Krankheiten / Impfungen:
www.safetravel.ch
Krankenkasse:
www.ch.ch/de/krankenkasse-ausland

Text: Juan Paulo Zenz

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