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26 Februar 2020

Die Revolution unserer Zeit.

Wie verschaffen wir uns einen Wettbewerbsvorteil und steigern die Kundenzufriedenheit? Mit diesen Fragen setzen sich Unternehmer kontinuierlich auseinander. Um in einer digitalen, vernetzten Welt wettbewerbsfähig zu bleiben, braucht es kompatible Lösungen.

Die vierte industrielle Revolution ist im Gange und stellt die Schweiz vor neue Risiken und Chancen. Wer jetzt nicht auf den Zug aufspringt, wird es im Nachhinein bereuen. Die Industrie 4.0 orientiert sich an den zunehmend individualisierten Kundenwünschen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Werkplatzes Schweiz. Es gilt, die Wertschöpfungskette von der Idee über die Bestellungen bis hin zum Recycling zu optimieren. Alle involvierten Instanzen sollen miteinander verknüpft sein, egal ob es sich dabei um Menschen, Objekte oder Systeme handelt. Durch diese Verbindung entstehen selbstorganisierende, echtzeitoptimierte und vor allem effiziente Wertschöpfungsnetzwerke. Eine effiziente Produktion verspricht neben mehr Umsatz auch nachhaltiges Wirtschaften: Mit weniger Rohstoffen und weniger Energie können mehr Mengen produziert werden.

Die Zukunft liegt in den Standardisierungen

Grosse Veränderungen bringen immer Herausforderungen mit sich – so auch die Industrie 4.0. Die horizontale Vernetzung von Lieferanten, Herstellern und Kunden erfordert eindeutige und unverwechselbare Daten. Somit ist eine der grössten und wichtigsten Aufgaben die Einführung von internationalen Standards. Denn nur sie ermöglichen eine weltweit barrierefreie Kommunikation und Verarbeitung der Daten. Das ist gerade für ein Exportland, wie die Schweiz eines ist, essentiell, um langfristig erfolgreich zu bleiben.

Die Vorteile von Standards

Dieser hürdenfreie Austausch beschleunigt und verbessert die Arbeitsprozesse. Die Betriebe profitieren langfristig von einem klaren Marktvorteil. Die Effizienz der Arbeitsvorgänge steigt, weshalb die Betriebe Kostenvorteile erhalten. Standards unterstützen viele digitale Prozesse und erleichtern diverse Arbeitsschritte. Sie verbessern die Strukturierungen der Abläufe und erleichtern die Rückverfolgbarkeit von Waren. Unternehmen werden wandlungsfähiger und passen sich flexibel an die Weltmärkte an. Weiter bieten professionelle Standardisierungen meistens mehr Sicherheit als intern gefundene Lösungen. Schliesslich werden sie von Firmen konstruiert, die Profis auf dem Gebiet sind. Es lohnt sich, auf die bereitgestellten Standards von global denkenden Organisationen zurückzugreifen. Dies gilt für zahlreiche Branchen wie dem Gesundheitswesen, der Logistik oder dem Detailhandel.

Alle Unternehmungen, die bei der industriellen Entwicklung dabei sein wollen, kommen nicht darum herum, sich bei den internationalen Standardisierungen zu beteiligen. Denn genau diese Standards garantieren Betrieben den Erfolg und ermöglichen es, mit den digitalen Fortschritten überhaupt erst mitzuhalten. Ein Hersteller von Automatisierungslösungen meint, dass die Industrie 4.0 ohne Standards für den Informations- und Datenaustausch scheitern wird.

Es lohnt sich, auf die bereitgestellten Standards von global denkenden Organisationen zurückzugreifen.

Mit der fortschreitenden Automatisierung und Digitalisierung spielt die Datensicherheit eine immer wichtigere Rolle. Die Schwierigkeit dabei ist, eine sinnvolle Balance zwischen dem Datenschutz und dem Datennutzen zu finden. Eine zu übertriebene Datensicherheit ist restriktiv. Die Daten sind wichtige Ressourcen und bilden die Basis für die Innovation neuer Produkte.

Neue Arbeitsprozesse fordern neues Wissen

Damit die Schweiz mit ihren digitalen Entwicklungen mithalten kann, braucht es neben den Industriestandards eine weitere wichtige Ressource: qualifizierte Mitarbeitende. Die physische und die digitale Welt verschmelzen miteinander, wodurch technisches Wissen äusserst gefragt ist. Bei der Rekrutierung der nötigen Arbeitskräfte ist bis zu einem bestimmten Punkt auch die Politik gefragt. Ein vermehrtes Interesse für moderne Technik entsteht nicht automatisch. Der Staat kann das bereits in der obligatorischen Schulzeit fördern, indem Fächer wie Mathematik und Naturwissenschaft attraktiver gestaltet werden – für beide Geschlechter. So sammelt sich das technische Wissen bereits im Kindesalter an und die Hürde oder gar Abschreckung vor Zahlen und Technik verkleinert sich.

Industrie 4.0 in der Schweiz

Die Schweiz ist ein erfolgreiches Exportland, weshalb der hiesige Werkplatz international denken muss. Die industrielle Revolution ist für Unternehmen auf langfristige Sicht überlebenswichtig. Dass die Schweiz nicht drum herumkommt, sich weiterzuentwickeln, zeigt die neuste Erhebung des Weltwirtschaftsforums (WEF). Sie verliert den ersten Platz als wettbewerbsfähigstes Land der Welt und besetzt nun den vierten Rang. Zuvor platzierte sich die Schweiz neun Jahre hintereinander auf dem Spitzenplatz. Auf bisherige Veränderungen wie dem starken Franken und der Finanzkrise haben die Schweizer Betriebe erfahrungsgemäss schnell reagiert. Somit birgt die Zukunft, trotz des Rückfalls bei der WEF-Studie, positive Aussichten. Dies gilt sowohl für kleinere als auch grössere Betriebe. Während die grösseren von mehr Ressourcen profitieren, können die kleineren Änderungen schneller umsetzen. Ein weiterer Vorteil hierzulande sind die Ausbildungsmöglichkeiten, die sich zeitgemäss anpassen. Bisher mangelte es noch nie an motivierten Arbeitskräften, die einen Wandel mitgestalten.

Text: Michelle Christen

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