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28 September 2020

Wie das Haus gepflegt seinen Besitzer wechselt.

Der Kauf und Verkauf einer Immobilie ist üblicherweise etwas Besonderes und kein alltägliches Tauschgeschäft. Während sich die Regelungen in der Schweiz kantonal unterscheiden, sind die Fehlerquellen überall gleich. Mit ein paar Tipps lassen sich die schlimmsten Fauxpas vermeiden.

Wer sich eine zu kleine oder kaputte Hose zulegt, ärgert sich. Weiter tragisch ist das allerdings nicht. Handelt es sich hingegen um ein Haus, hat ein Fehlkauf verheerende Konsequenzen. Schliesslich sind die eigenen vier Wände eine teure Investition, die sich nicht einfach umtauschen lässt. Steckt der Käufer seine ganzen Ersparnisse in eine Immobilie, in der er sich nicht wohlfühlt, ist das mehr als frustrierend. Um solche bösen Überraschungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, einige Dinge zu beachten.

Der passende Wohnort ist die halbe Miete

Beim perfekten Zuhause spielt nicht nur das Haus an sich, sondern auch der Standort eine zentrale Rolle. Die Lage des Anwesens hat einen grossen Einfluss auf die Kosten, wobei das Abwägen des Preis-Leistungs-Verhältnisses nicht vergessen werden darf. Ein zu langer Arbeitsweg, täglicher Stau oder eine schlechte Erschliessung zum öffentlichen Verkehr schränkt für spontane, unternehmensfreudige Menschen die Lebensqualität ein.

Andere Charaktere hingegen brauchen, um richtig abzuschalten, eine gewisse Distanz zum Arbeitsplatz. Zuerst gilt es, sich zu entscheiden, ob einem ein Leben in der Stadt oder auf dem Land mehr zusagt. Sind ein grosses Kulturangebot, viele Einkaufsmöglichkeiten und gute Verkehrsanschlüsse so wichtig, dass der Verkehrslärm in Kauf genommen wird? Oder zieht man lieber in eine ruhige Umgebung, wo die Luft frisch ist und die Nachbarn einem mit Namen ansprechen? Bei der Frage nach dem geeigneten Wohnsitz gibt es keine falsche Antwort

Nichts vergessen beim Besichtigungstermin

Neben dem Ort muss auch die Immobilie, von aussen wie von innen, den Erwartungen entsprechen. Egal wie sympathisch der Händler und wie müde man von den zahlreichen Besichtigungen ist: Das zukünftige Eigenheim sollten Herr und Frau Schweizer ganz genau unter die Lupe nehmen. Werden Mängel entdeckt, gilt es, diese anzusprechen und aufzuschreiben. Ein aktueller Sicherheitsnachweis der Elektroinstallationen beugt bösen Überraschungen vor. Für die zukünftigen Hausbesitzer ist es sicherlich auch von Vorteil, präzise Angaben zu den Heiz- und Nebenkosten zu bekommen.

Drei Vorgehensweisen

Der Verkauf einer Immobilie ist eine grosse Sache und eine durchdachte Planung ist fundamental. Grundsätzlich stehen den Verkaufswilligen drei Vorgehensweisen zur Auswahl. Zum einen haben alle die Option, den Verkauf eigenständig durchzuführen. Dabei ist es essentiell, sich ausreichend zu informieren und sich Zeit zu lassen. Gerade für Leute ohne Erfahrung ist die zweite Möglichkeit, einen Makler zu beauftragen, die sicherere. Als Fachmann vermeidet er häufige Fehler wie einen zu tiefen Preis, einen unvollständigen Vertrag sowie zahlreiche, erfolglose Besichtigungstermine. Als Kompromiss haben Unentschlossene andere Hilfsquellen zur Auswahl. Nach Bedarf können sie bestimmte Beratungsleistungen beziehen und lediglich den Vertrag prüfen lassen oder einen Steuerberater einspannen.

Der Verkauf einer Immobilie ist eine grosse Sache und eine durchdachte Planung ist fundamental.

Wann es einen Makler braucht

Gerade für den Verkäufer ist es lohnenswert, sich professionelle Unterstützung zu holen. «In der Regel erzielt der Makler einen besseren Verkaufserlös und entlastet den Verkäufer spürbar von Administration, Telefonaten und Besichtigungen», weiss der Präsident von der Schweizerischen Maklerkammer (SMK) Herbert Stoop. Des Weiteren dürfen alle, die ihr Eigenheim verkaufen, die emotionalen Elemente nicht unterschätzen.

Wann aber lohnt es sich für die andere Seite, einen Kenner hinzuzuziehen? Immerhin stehen diesem ein bis fünf Prozent Provision zu. Herbert Stoop findet, dass Käufer vor allem dann einen Makler um Hilfe bitten sollen, wenn die andere Partei keinen hat. Wird der Verkauf hingegen von einem seriösen Makler abgewickelt, brauche der Käufer nicht zwingend einen Fachmann. Entscheidet man sich trotzdem dafür, empfiehlt es sich, diesen sorgfältig auszuwählen. Dabei müsse vor allem auf die Reputation und das Fachwissen geachtet werden. «Auf dem Immobilienmarkt tummeln sich zahlreiche selbst ernannte Vermittler und Berater, die mit oberflächlichem Wissen Immobilien zum Kauf oder Verkauf anbieten», so Stoop. Dies endet oft mit unzufriedenstellenden Ergebnissen.

Kleine Tipps erzielen grosse Wirkungen

Der Zeitpunkt beeinflusst den Preis einer Immobilie beim Verkauf ausserordentlich. Der Markt schwankt stetig und wer den Maximalgewinn herausholen will, verkauft besser nicht während einer Flaute. Des Weiteren ist beispielsweise ein Haus mit Sauna im Winter attraktiver als im Sommer und ist demnach begehrter, was wiederum den Preis nach oben drückt. Ausserdem lohnt es sich, bestimmte Renovationsarbeiten zu tätigen. Vor allem kleinere Reparaturen, die nicht sehr aufwändig sind, das Gebäude aber gleich viel hochwertiger machen, zahlen sich aus.

Damit mögliche Interessenten einen soliden Eindruck erhalten, empfiehlt es sich, ein seriöses Dossier vorzubereiten. Dort hinein gehören Dokumente wie professionelle Fotos, Pläne der Grundrisse, eine Umschreibung der Infrastruktur sowie der Umgebung. Grössere Mängel sollte der Verkäufer immer offenlegen. Ansonsten kann der Käufer im Nachhinein eine Reduktion des Preises verlangen. Zu guter Letzt braucht es gute Argumente von der Verkäufer-Seite, die den Verkaufspreis rechtfertigen.

Text: Michelle Christen

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