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29 November 2020

Das nächste Level der Werbung ist digital.

Die Werbeindustrie besitzt viel Macht und ist für so einige gesellschaftliche Trends mitverantwortlich. Doch der Kampf um die Aufmerksamkeit ist hart und lässt keine Verschnaufpause zu. Um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen, müssen Marketingexperten ständig neue Strategien und innovative Ideen umsetzen. Dazu gehört digitale Werbung.

Die Arbeitskollegin schwärmt von ihrer neuen Kaffeemaschine, die auf Knopfdruck den perfekten Milchschaum kreiert. Von der Mund-zu-Mund-Propaganda ab nach Hause ins Web – nur um zu schauen, was das gute Stück denn kosten würde. Obwohl es die Maschine nicht einmal in den Warenkorb schafft, verschwindet sie nicht mehr vom Bildschirm. Egal auf welche Homepage der User wechselt, es erscheint überall die Werbung von der Kaffeemaschine. Diese Online-Werbestrategie ist mittlerweile so penetrant, dass fast alle Internetnutzer einen Ad Blocker nutzen. Doch die Werbeindustrie erfindet sich im Eiltempo neu und steht bereits mit einer neuen Methode in den Startlöchern.

Der neuste Schrei im Marketing

Eine Werbung ist erfolgreich, wenn sie potenzielle Kunden erreicht. Im Gegensatz zur klassischen ist digitale Werbung gezielter einsetzbar, wodurch sich die Erfolgsquote verbessert. Intelligente Bildschirme sind Profis darin, ihren Zielgruppen gerecht zu werden. Mit Hilfe von modernsten Technologien wissen sie, wer vor ihnen steht und passen sich dessen Bedürfnissen an. Beachtet man die Schnelllebigkeit unserer heutigen Gesellschaft, haben die klassischen Plakate lange mit den digitalen Alternativen mitgehalten. Doch jetzt scheint es so weit, dass die Vorzüge der digitalen Werbetafeln so klar sind, dass die Zeit der Papierplakate bald abgelaufen sein könnte. Ausgestattet mit visuellen Sensoren stehen sie da, und stellen das Alter, das Geschlecht und die Grösse des Passanten fest. Handelt es sich um eine Frau, schalten sie Werbung für die neusten Beauty-Produkte auf, noch bevor die Zielperson davor steht. Läuft hingegen eine männliche Person auf den Werbebildschirm zu, erscheint eine für ihn passendere Reklame. Ob das legal ist? Ja. Die Identifikation der Personen findet in einer Live-Analyse statt. Dazu muss die Software keine Aufnahmen speichern, weshalb der Datenschutz gesichert ist. Doch ganz verloren sind die Daten dann doch nicht: Sie wandeln sich in Zahlen um, wodurch Marketingleute wissen, wie viele und welche Menschen die Werbung gesehen haben.

Doch die Werbeindustrie erfindet sich im Eiltempo neu und steht bereits mit einer neuen Methode in den Startlöchern.

Ökologisch und ökonomisch sinnvoll

Die Flexibilität der Werbebildschirme hat für die Anbieter, die Abnehmer und die Umwelt Vorteile: Man stelle sich ein Einkaufszentrum vor, dass um 18 Uhr schliesst. Einer der Läden gehört einem Konditor, der zwei Stunden vor Ladenschluss noch viele Backwaren übrig hat. Verkauft er diese heute nicht, landen sie im Abfall. Der Ladenbesitzer beschliesst, seine Ware zum halben Preis anzubieten. Frau Röthlisberger befindet sich im Lebensmittelladen gegenüber der Bäckerei und weiss nicht so recht, was sie heute ihren Kindern zum Dessert servieren soll. Wüsste sie von den Rabatten des Konditors Bescheid, würden alle Beteiligten davon profitieren. Und hier kommt die digitale Werbung und deren Flexibilität ins Spiel. Schnell wird ein womöglich sogar schon vorbereitetes Layout auf den Display aufgeschaltet und potenzielle Kunden wie Frau Röhtlisberger sehen das Angebot.

Generation Touchscreen

Während klassische Werbung versucht, die breite Masse anzusprechen, ist die digitale Werbung zielgenau. Sie ist dort, wo die Zielgruppen sie brauchen und schätzen. Die wetterfesten und berührungsgeschützten Displays kommen an den unterschiedlichsten Standorten zum Einsatz. Je nach Branche sind sie wichtige Informationsträger und idealerweise mit Touchscreen-Funktionen ausgestattet. Die sogenannten Indoor-Infoterminals kommen elegant daher und hinterlassen einen modernen und seriösen Eindruck. Die Suche eines bestimmten Geschäftes oder der richtigen Bergbahn nehmen die Benutzer gleich viel angenehmer war. Das Personal vor Ort hat durch die Hilfe der Automaten mehr Zeit, sich um grössere Gruppen oder ältere Menschen zu kümmern. Die Schalter lassen sich mit diversen Funktionen wie Ticketing ausstatten, wodurch sich die Wartezeiten für Kunden verkürzen. Ausserdem geniessen die Touchscreen-Bildschirme eine grosse Beliebtheit. Seit die Fast-Food-Kette McDonald’s die Bestell-Automaten eingeführt hat, habe sich der Umsatz merklich erhöht. Dies hängt damit zusammen, dass sich die Kunden von einer Maschine nicht gestresst oder beobachtet fühlen.

Digitale Schaufenster

Menschen schauen dann etwas an, wenn sich etwas bewegt. Kein Wunder, sind die digitalen Displays auch immer mehr in Schaufenstern anzutreffen. Denn sie tragen einen wesentlichen Teil dazu bei, die Leute ins Geschäft zu locken. Schliesslich sind sie das Erste, was potenzielle Kunden sehen, und wie jedermann weiss, ist der erste Eindruck besonders wichtig. Bei der Gestaltung der Werbung gibt es keine Grenzen und die Qualität der Displays wird stetig besser. Ausserdem sind sie für Dauerwerbung geeignet und gewinnen somit auch ausserhalb der Öffnungszeiten die Aufmerksamkeit der Passanten.

Wer die mit Kamera ausgestatteten, intelligenten Werbebildschirme testen möchte, sollte zukünftig die Augen offen halten. Diverse erste Projekte sind bereits am Laufen, wobei einige von Schweizer Banken durchgeführt werden. Und Stadtbummler dürfen sich im kommenden Jahr auf originelle digitale Schaufenster freuen.

Text: Michelle Christen

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