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Zürich
23 Februar 2020

So wird das was mit den Vorsätzen.

«Ich höre mit dem Rauchen auf, mache mehr Sport und esse keine Schokolade mehr», sagte er und machte es vom ersten bis zum zehnten Januar. Sie ist wieder da: die Zeit der Neujahrsvorsätze. Mit folgenden Erkenntnissen klappt die Umsetzung diesen Jahreswechsel womöglich besser.

Pünktlich zum neuen Jahr meldet sich die Stimme der Vernunft wieder einmal zu Wort. Die Gründe für Vorhaben, wie sich mehr zu bewegen, sind klar: Sport hält den Körper fit, steigert das Selbstbewusstsein und strafft die Haut. Trotzdem werden diese Vorsätze nur für eine kurze Zeit ausgeführt.

«Bei den Neujahrsvorsätzen handelt es sich mehr um Wünsche als um konkrete Ziele, weshalb unsere Energie zu wenig mobilisiert wird», erklärt Professorin Veronika Brandstätter vom Psychologischen Institut der Universität Zürich. Es hilft, sich ein konkretes Ziel zu setzen. Dies könnte beispielsweise sein, dass man jeden Dienstagabend joggen geht. «Es lohnt sich, zu überlegen, was einen an dem Vorhaben hindern könnte und einen Plan bereitzuhalten, wie die Hürde erfolgreich zu überwinden ist», verrät Brandstätter. Diese Wenn-Dann-Pläne helfen, den inneren Schweinehund zu überwinden und ein Verhalten über eine längere Zeit aufrechtzuerhalten. Man sollte auf altbekannte und nicht bewährte Vorsätze verzichten, weshalb «Fokus Weihnachten» ein paar neue Ideen sammelte.

Digital Detox

Ständig erreichbar zu sein ist anstrengend, ungesund und leider normal. Eine E-Mail vom Chef lesen, die Whats-App-Nachrichten beantworten und die Push-Nachrichten der Medienportale abchecken. Das gehört zum Berufsalltag und ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Das Problem? Beim Verlassen des Büros fühlen sich die Schweizer immer noch verantwortlich, erreichbar zu sein. Ohne das Smartphone scheinen sie geradezu hilflos, was völliger Humbug ist. Ein Abend ohne Handy ist auch in der heutigen Zeit ohne grössere Schäden überstehbar. Ein solcher Strahlen-freier Abend pro Woche zählt bereits als guter Vorsatz. Ins Schlafgemach sollte das Handy sowieso nie mitkommen. Schlafforscher fanden heraus, dass die hellen Bildschirme die Produktion von Melatonin hemmt. Das ist ein Hormon, das die innere Uhr steuert, müde macht und somit das Einschlafen fördert.

Diese Wenn-Dann-Pläne helfen, den inneren Schweinehund zu überwinden und ein Verhalten über eine längere Zeit aufrechtzuerhalten.

Die ersehnte Reise

Manchmal reicht eine Auszeit von der digitalen Welt nicht für die Herstellung des inneren Gleichgewichts aus. Wer eine grössere Bereicherung für sein Leben braucht, fühlt sich von folgendem Vorsatz womöglich mehr angesprochen: Die Traumreise nicht nur im Kopf planen, sondern Koffer packen und ins Flugzeug steigen. Keine Generation zuvor hatte so gute Voraussetzungen, um zu reisen, wie die aktuelle. Trotzdem haben die Menschen viele Ausreden bereit, warum sie ihre Traumreise, von der sie immer schwärmen, nicht verwirklichen. Das Geld zu sparen wäre doch vernünftiger und was, wenn der Urlaub einem nicht gefällt? Der Aufenthalt in einem fremden Land ist immer eine Bereicherung. Im schlimmsten Fall kommen die Reisenden mit der Erkenntnis zurück, dass es in der Schweiz doch ganz schön ist.

Etwas Neues lernen

Die meisten sind froh, wenn die Berufsausbildung oder das Studium endlich abgeschlossen ist. Nach ein paar Jahren Vollzeit im Berufsleben, haben die Ausgelernten jedoch ein bisschen Sehnsucht nach dieser Zeit – auch wenn es nicht alle zugeben. Keine Angst, dieser Vorsatz handelt nicht von einer Zweitausbildung. Aber vielleicht gibt es eine Sprache, für die schon lange eine Begeisterung vorhanden ist. Für das Erlernen einer Sprache muss nicht unbedingt ein Vermögen in eine Sprachschule investiert werden. Und nein, auch keine App ist vonnöten, bei der stundenlang in einen Bildschirm geschaut wird. Eine viel spannendere Variante ist, sich ein Sprach-Tandem zu suchen. Hierfür gibt es Plattformen. Ein Franzose, der frisch in die Schweiz gezogen ist, vermittelt die französische Sprache besser als jede Lehrerin. Zusätzlich erfahren beide Parteien kulturelle Hintergründe und werden im besten Fall sogar Freunde. Es ist auch nie zu spät für eine neue Sportart oder ein neues Instrument.

Ein Abend ohne Handy ist auch in der heutigen Zeit ohne grössere Schäden überstehbar.

Mut zum nächsten Schritt

Für alle, die von einem eigenen Zuhause träumen, bietet das Jahr 2019 beste Voraussetzungen für die Verwirklichung dieses Lebenszieles. Die Hypothekarzinsen sind aufgrund der Finanzkrise immer noch tief. Aus dem Luftschloss könnte demnach bald ein Eigenheim entstehen. Die meisten Banken verlangen, dass 20 Prozent des Hauspreises selbst übernommen wird. Die restlichen 80 Prozent finanziert der Hypothekarkredit. Die exakte Hypothek gilt es, von einem Experten berechnen zu lassen. Dass es für so eine grosse Investition Mut braucht, ist ganz normal. Für viele Leute ist es jedoch ein Lebenstraum, die eigenen vier Wände zu besitzen. Ein neues Jahr kann einem den nötigen Anstoss verschaffen, sich diesen Wunsch endlich zu erfüllen.

Schluss mit den negativen Vibes

Praktisch jeder hat sie in ihrem Umfeld: Menschen, die einem regelmässig so richtig auf den Senkel gehen. Wenige Menschen haben den Mumm, negativen Leute aus dem Leben zu streichen. Sei es, weil man sich schon so lange kennt oder am gleichen Ort arbeitet. Wer nach einer Ausrede sucht, der findet sie auch. Es hilft, die Probleme direkt anzusprechen. Meistens beruhen solche zwischenmenschlichen Differenzen auf Gegenseitigkeit. Die Beendung dieser bizarren Verhältnisse ist somit mit grösster Wahrscheinlichkeit keine Überraschung für das Gegenüber. Letztere Möglichkeit empfiehlt sich, vor dem Neujahrsbeginn zu vollziehen – für den Fall, dass es doch ausartet.

Text: Michelle Christen

 

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