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26 Februar 2020

Flittern ohne Streit.

Wenn die Hochzeit der schönste Tag im Leben ist, ist der Honeymoon die schönste Reise im Leben. So stellen sich frisch Verheiratete das jedenfalls vor. Doch wo soll’s denn hingehen und wie können die Verliebten anfälligen Konflikten vorbeugen?

Eine sinnliche Hochzeitsreise hat das Ehepaar nach dem ganzen Hochzeitsstress wahrlich verdient. Die Vorstellungen der perfekten Flitterwochen variieren stark, doch einen Wunsch teilen wohl alle: Die Reise soll unvergesslich werden. Wo die romantische Zweisamkeit verbracht wird, hängt von den persönlichen Vorlieben ab.

Der Klassiker

Die meisten frisch Getrauten verbringen ihre Flitterwochen am Strand: Während die Sonne untergeht, lauschen die Verliebten den beruhigenden Meeresklängen. Bei der Wahl der Destination spielt der Zeitraum eine wesentliche Rolle. Ausser wenn die Turteltauben das Hotelzimmer sowieso kaum verlassen – dann kommt der Regen womöglich ganz gelegen. Ansonsten empfiehlt sich im Frühling beispielsweise Costa Rica. Es herrschen angenehme Strandtemperaturen von rund 26 Grad und mit ein bisschen Glück lassen sich Baby-Schildkröten beim Schlüpfen beobachten. Im Herbst eignet sich Bali für den Flitterurlaub. Die Unterwasserwelt zeigt sich im Oktober von seiner vollen Pracht. Die Nicht-Taucher mieten sich einen Roller und erkunden die Flora und Fauna. Übrigens lohnt es sich, in diversen Ländern die Flitterwochen als Reisegrund zu nennen. Viele Hotels haben spezielle Angebote für frisch Verheiratete oder dekorieren das Zimmer besonders schön.

Im Herbst eignet sich Bali für den Flitterurlaub.

Actionreiches Beisammensein

Wer die Traumreise im Sommer unternimmt, seinen ökologischen Fussabdruck klein halten möchte oder eher über ein geringes Budget verfügt, bleibt in Europa. Denn nicht alles, was gut ist, ist weit weg. Wie wäre es zum Beispiel damit, ein fahrtaugliches Hausboot in den Niederlanden zu mieten? Die meisten Boote sind sehr gut ausgestattet und können an vielen Orten geankert werden. Langeweile kommt da bestimmt nicht auf. Übrigens sind Flitterwochen in der Schweiz ebenfalls in Betracht zu ziehen. Im Sommer sorgt das türkise Wasser im Verzascatal für Ferienstimmung und im Winter machen es sich die Honeymooner in einem Chalet in den Bergen gemütlich. Der Schnee ist auf unterschiedlichste Weisen geniessbar: beim Nachtschlitteln, auf der Skipiste oder hinter der Glasscheibe im Spa bei einer Partner-Massage.

Die Welt hat vieles zu bieten und für alle Wünsche gibt es das passende Angebot. Für die zwischenmenschliche Harmonie hingegen müssen die Verheirateten selber sorgen.

Flitterwochen heil überstehen

Warum der vermeintliche Traumurlaub nicht immer so wie in den rosaroten Vorstellungen wird, hat unterschiedliche Ursachen. Eine davon ist das vermeintlich zwanghafte und manchmal ungewohnte Aneinanderkleben. Doch nur weil das Paar frisch getraut ist, muss es nicht jeden Schritt zusammen unternehmen. Während der Mann bei einer Tasse Kaffee in seinem Roman liest, kann die Frau sich sportlich im Fitnessraum betätigen. Anschliessend treffen sie sich zum gemeinsamen Mittagessen und die Stimmung ist wieder aufgehellt. Ein weiterer Grund für Streitigkeiten in den Ferien ist die hohe Erwartungshaltung, die selten der Realität entspricht. «Es macht Sinn, sich vor den Ferien zusammen hinzusetzen und sich zu überlegen, wie jeder Partner sich die Ferien vorstellt», rät Lic. phil. Felizitas Ambauen, Psychotherapeutin FSP, in eigener Praxis für Paartherapie.

Wie wäre es zum Beispiel damit, ein fahrtaugliches Hausboot in den Niederlanden zu mieten?

Die Verheirateten können Aktivitäten schriftlich auflisten, die sie gerne tun würden. Da dürfen auch unspektakuläre Sachen, wie einen gemütlichen Tag am Strand zu verbringen, stehen. Wichtig sei nur, dass sich das Paar einigt und wenn nötig Kompromisse schliesst. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, schreibt einen detaillierten Plan: Wie lange wollen wir im Bett liegen bleiben und Kaffee trinken? Essen wir im Hotel oder auswärts? «An diese Abmachungen muss man sich dann nicht sakrosankt halten, aber sie geben eine Richtlinie vor und verringern somit das Streitpotential», erläutert Ambauen. Doch manchmal reicht selbst die beste Vorbereitung nicht aus, um Konflikte zu verhindern. Auslöser dafür ist nicht zwingend der Partner – Hunger und Müdigkeit verursachen ebenso eine gereizte Stimmung. Unabhängig vom Grund der miesen Atmosphäre, empfiehlt Ambauen, dem Partner mitzuteilen, wenn man genervt ist. Das Gegenüber ist somit vorgewarnt und versteht möglicherweise sogar die Kunst, dagegen zu steuern.

Ursprung der Konflikte

Vorerst eine erleichternde Information: Die Ehe an sich ist nicht der tatsächliche Grund für die Streitigkeiten in den Flitterwochen. Die oben genannten Problematiken treten genauso in einem gemeinsamen Urlaub vor der Heirat auf. In einer Studie haben Prof. Dr. Guy Bodenmann und sein Team herausgefunden, dass der grösste Stressor in einer Partnerschaft der Beziehungsalltag ist. Je routinierter der Alltag wird, desto mehr erhöht sich das Streitrisiko. Wenn es in die Flitterwochen geht, nehmen die meisten Ehegatten bereits ordentlich Alltag im Gepäck mit. «Mit der Länge der Beziehung steigt der Grad an Vertrauen und Freundschaft, aber die Leidenschaft und die positive Spannung des Neuen sinkt – die Schokoladenseiten werden seltener. Erwiesenermassen hält man negative Charaktereigenschaften weniger zurück», ergänzt Ambauen.

Der Übeltäter für den Urlaubszoff ist also nicht der Honeymoon selbst, sondern der trübe Alltag. Am anfälligsten sind jene Ferien, in denen die rosarote Brille nicht mehr drauf ist oder das Pärchen zum ersten Mal für längere Zeit aufeinander hockt. Mit Offenheit und Ehrlichkeit lassen sich die unangenehmen Konflikte glücklicherweise gut vermeiden.

Text: Michelle Christen

 

 

 

 

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