5 C
Zürich
28 Januar 2020

Frisch vermählt das richtige Heim gewählt.

Nach der Märchenhochzeit steht für viele Paare die Suche nach dem passenden Traumhaus ganz oben auf der Prioritätenliste. Das kann aus verschiedenen Gründen eine Herausforderung sein. Wir erklären, auf welche rechtliche und finanzielle Aspekte zu achten ist – und warum die Angelegenheit auch für die Beziehung nicht ganz ohne ist.

Larissa (33) und Marc (35) wissen, wie der Hase läuft. Nach acht Jahren Beziehung, davon fünf unter dem gleichen Dach, kennen sich die beiden in- und auswendig. Die Hochzeitsglocken haben bereits geläutet: Seit drei Monaten sind sie Mann und Frau. Nun steht die Wahl eines geeigneten Eigenheims an, denn Larissa und Marc wissen, dass sie eine Familie gründen möchten. Sie wissen aber auch, dass ihre Vorstellungen vom perfekten Zuhause nicht ganz identisch sind, und wollen deshalb erst einmal einen gemeinsamen Nenner finden.

Partnerschaft nicht vergessen

Ein richtiger und wichtiger Schritt. Paartherapeuten bestätigen, dass der Hausbau für Beziehungen zu einem Problem werden kann. Die Planung und der Kauf oder der Bau eines Eigenheims sind finanziell, zeitlich und nervlich eine Belastung – insbesondere dann, wenn etwas anders läuft als geplant. In dieser Zeit kommt die Pflege der Beziehung oft zu kurz, weil die ohnehin schon knappe Freizeit komplett dem neuen Zuhause gewidmet wird. Das Paar steckt alle Energie in dieses Projekt und vernachlässigt dabei andere wichtige Bedürfnisse.

Experten empfehlen deshalb, sich für ein derart intensives Vorhaben ausreichend Zeit zu lassen und sich Erholung zu gönnen, indem man auch mal Ferien macht und so Abstand gewinnt. Zudem ist es wichtig, im stressigen Alltag den gegenseitigen Austausch nicht zu vernachlässigen: Was beschäftigt uns? Sind wir beide zufrieden, wie es mit der Suche nach dem neuen Haus oder dem Bau des Eigenheims läuft? Sind wir uns einig, wie ein Problem gelöst werden soll? Solche Fragen muss man gemeinsam diskutieren und klären, sonst läuft man in Gefahr, sich auseinander zu leben.

Paartherapeuten bestätigen, dass der Hausbau für Beziehungen zu einem Problem werden kann.

Klare Regelungen helfen

Dieses Risiko lässt sich deutlich reduzieren, wenn man sich der Herausforderungen bewusst ist und entsprechende Gegenmassnahmen trifft. Nichtsdestotrotz sollte das Thema Trennung beim Erwerb einer Immobilie eine Rolle spielen. Die Scheidungsrate in der Schweiz ist zwar gemäss einer neuen Erhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) auch 2017 weiter zurückgegangen. Doch bei einer Scheidung ist das Eigenheim oft ein Streitpunkt, vor allem dann, wenn nicht klar geregelt ist, was bei einer Trennung mit dem gemeinsamen Haus passiert. Einem Bericht der Handelszeitung zufolge musste 2016 fast jede dritte Hypothek wegen einer Scheidung neu organisiert werden. Dieser zusätzliche Aufwand lässt sich vermeiden, wenn die Besitzverhältnisse von Beginn an geklärt werden.

Verschiedene Eigentumsformen

Der einfachste Fall ist der, bei dem eine Person die Immobilie allein besitzt: Dieser Ehepartner bleibt dann normalerweise auch nach der Trennung alleiniger Eigentümer. Etwas komplexer ist die Ausgangslage, wenn beide Ehepartner das Eigenheim mitfinanzieren – was meistens der Fall ist. Entweder wird die Immobilie als Miteigentum nach einer bestimmten Quote (in der Regel 50:50) aufgeteilt. Die Finanzierung, beispielsweise die Hypothekarschuld, kann allerdings auch anders aufgeteilt sein, doch im Fall einer Trennung zählt trotzdem das hälftige Eigentum. Je nach Wertentwicklung des Objekts profitiert dabei die eine oder andere Seite. Bei einem Verlust kann die «stärkere» Seite dabei eine gewisse Beteiligung der «schwächeren» Seite einfordern. Wenn die Immobilie als Gesamteigentum definiert wird, kann man dagegen gemeinsam vereinbaren, in welchem Ausmass die beiden Parteien an einem Wertzuwachs oder -verlust beteiligt werden sollen.

Einem Bericht der Handelszeitung zufolge musste 2016 fast jede dritte Hypothek wegen einer Scheidung neu organisiert werden.

Das liebe Geld

Selbst wenn die Beziehung hält, ist die Finanzierung einer Immobilie natürlich ein wichtiger Aspekt, der rechtzeitig umfassend abgeklärt werden sollte. Zum Beispiel gilt es, die nötigen Eigenmittel für die Finanzierung – jeweils mindestens 20 Prozent der Gesamtsumme – aufzubringen. Dazu lassen sich Ersparnisse, aber auch Gelder aus der Pensionskasse oder der dritten Säule verwenden. Weitere Möglichkeiten sind zinslose Darlehen (zum Beispiel von den Eltern), ein Erbvorbezug oder eine Schenkung.

Die restlichen finanziellen Mittel beziehen Käufer normalerweise über eine Hypothek, die nach verschiedenen Modellen aufgebaut sein kann. Eine variable Hypothek beispielsweise hat keine feste Laufzeit, der Hypozins richtet sich flexibel nach den Entwicklungen am Kapitalmarkt. Bei einer Festhypothek dagegen wird die Laufzeit festgelegt und ein fixer Zinssatz vereinbart. Je länger die Laufzeit dauert, desto höher ist der Zins. Eine Libor-Hypothek schliesslich ist eine Mischform: Die Laufzeit ist in der Regel definiert, der Zins ist variabel und wird regelmässig dem Libor-Zinssatz (ab 2022: Saron-Zinssatz) angepasst.

Wer hat die besten Konditionen?

Neben dem Modell gehört auch die Wahl des passenden Anbieters zu den zentralen Fragen, die beim Kauf einer Immobilie zu klären sind. Angeboten werden Hypotheken von Banken, Versicherungen und Pensionskassen. Mittlerweile hat es sich etabliert, dass solche Kredite online abgeschlossen werden können. Gemäss einem Bericht von cash.ch lohnt sich dies für die Kunden vor allem bei längerfristigen Hypotheken: In diesem Bereich seien Online-Angebote «ungeschlagen günstig».

Wer clever ist, vergleicht deshalb die verschiedenen Angebote – und clever sind natürlich auch Larissa und Marc. Das junge Ehepaar hat sich zuerst online schlau gemacht und anschliessend konkrete Offerten eingeholt. Die Entscheidung fällt ihnen zwar nicht ganz leicht, doch die beiden werden sie mit Sicherheit ebenso erfolgreich meistern. So wie die anderen Hürden, die sie auf dem Weg zu ihrem Ziel «Trautes Heim, Glück allein» bereits überwunden haben.

 

Lesen Sie mehr.

Alkohol ist tabu, Sport ein «Must-Do»

Anfang Jahr sorgte eine Studie der Universität Zürich für Aufsehen: Zwei von fünf Frauen trinken während der Schwangerschaft Alkohol. Das schadet dem Kind und sollte unbedingt vermieden werden. Es gibt aber auch viele Aspekte, die eine gesunde Schwangerschaft fördern.

Keine Ausreden mehr für Bewegungsmuffel

Der Winter naht – die Temperaturen sinken und mit ihr die Lust, sich draussen zu bewegen. Sport kann jedoch auch in der kalten Jahreszeit der ganzen Familie viel Freude bereiten. Möglichkeiten gibt es mehr als genug und manche lassen sich unmittelbar vor der Haustür umsetzen.

Smart Home ist die Zukunft des Wohnens

Die Wohnungseinrichtungen der Zukunft...

Die Schweiz, ein hervorragender Ort für Meetings

Im Zeitalter der Hyperkonnektivität,...

Reinhold Messner: «Der Berg lügt nicht»

Reinhold Messner ist eine Bergsteigerlegende, hat zahlreiche Bücher verfasst, war in der Politik tätig und hat mit dem sechsteiligen «Messner Mountain Museum» der Bergwelt ein Denkmal gesetzt. Selber bezeichnet sich Messner als Abenteurer. Was einen solchen auszeichnet und wie er zur «Inszenierung der Natur» steht, verrät Reinhold Messner im Interview.

Archiv.

Hochzeiten gewinnen an Individualität

Die heutige Zeit wird immer schneller und digitaler. Gerade deswegen vertrauen wir stärker als je zuvor in die Gemeinsamkeit und in die Ehe.