6.1 C
Zurich
20 September 2019

Die Cloud-Giganten buhlen um den Schweizer Markt.

Was vor einigen Jahren noch als progressiv galt, ist heute in immer mehr Schweizer Unternehmen Usus: die Nutzung von Cloudcomputing-Services.  Mittlerweile kämpfen auch die ganz grossen Anbieter wie Amazon, Microsoft, Google oder IBM um die Vormachtstellung im hiesigen Datenwolken-Markt. Kein Wunder – schliesslich geht es um Milliarden.

Lange Zeit stellte der betriebseigene Server für viele Unternehmen quasi das digitale Äquivalent zum Haussafe dar; statt Geld waren darin einfach die sensiblen und relevanten Firmendaten untergebracht. Erst mit dem Einzug des Cloudzeitalters vor einigen Jahren wurde diese Maxime in Frage gestellt und Unternehmensinformationen nicht mehr nur «inhouse» gespeichert, sondern vermehrt auch in der Datenwolke abgelegt. Der Siegenzug des Cloudcomputings in der Schweiz ist für viele Marktbeobachter darum nicht nur eine technische Revolution, sondern ebenso eine kulturelle. Auch wenn dieses Umdenken hierzulande etwas mehr Zeit in Anspruch nahm als zum Beispiel in Deutschland oder England. Dort nämlich setzen selbst grosse Konzerne seit zwei oder drei Jahren primär auf Cloudcomputing, während man in der Schweiz in vielen Grossunternehmen erst jetzt soweit ist. Und bei diesem Schritt geht es längst nicht mehr nur darum, Daten extern zu lagern, sondern vielmehr um das Outsourcing aufwendiger, komplexer Rechenprozesse und IoT-Anwendungen.

Nun, da die hiesigen Grossunternehmen nachziehen, ist der Cloud-Markt «Schweiz» sehr attraktiv geworden für diejenigen, welche die entsprechende Technologie bereitstellen können. In einem aktuellen Beitrag zum Thema schreibt die «Handelszeitung»: «Dass Amazon Web Services (AWS) hier ansiedelt, zeigt: Auch in der Schweiz lässt sich mit der Wolke gutes Geld verdienen.» Amazon Web Services ist in der Schweiz in Zürich und Genf vertreten und verantwortet die Cloud-Sparte des Amazon-Konzerns. 2017 war AWS hierzulande der umsatzstärkste Cloudanbieter, noch vor Microsoft, SAP und Google.

Ein wachstumsfreudiger Milliardenmarkt

Weltweit soll der Markt mit der Public Cloud (siehe Infobox) laut «Handelszeitung» dieses Jahr um mehr als 17 Prozent auf 206 Milliarden Dollar wachsen. In der Schweiz sei er zwischen 2013 und 2017 jährlich um 35 Prozent auf 1,3 Milliarden Franken angestiegen. Der Marktforscher IDC rechne nun zwar mit einer Entschleunigung, dennoch dürfen jährlich noch Wachstumsraten von rund 20 Prozent möglich sein. Entsprechend sei davon auszugehen, dass sich der Konkurrenzkampf unter den globalen Anbietern, die um Schweizer Unternehmen buhlen, verschärfen wird. Diese dürften die Nutzniesser dieser Entwicklung sein.

Auch in der Schweiz lässt sich mit der Wolke gutes Geld verdienen.

Oder doch nicht? Denn während innovative Cloudservices zwar grundsätzlich neue unternehmerische Potenziale eröffnen, geht gleichzeitig in immer mehr Firmen die Angst um, bei der digitalen Transformation auf der Strecke zu bleiben. Am 13. März fand in Olten der von der Fachhochschule Nordwestschweiz ausgerichtete «6. Cloud Use Cases Day» statt. Dort hielt Gastreferent Kai Reinhardt, Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin fest, dass viele Unternehmen «mit der digitalen Transformation überfordert sind».

Integrative Organisation wegen FOMO

Die «Fear of missing out», also die Angst, im digitalen Bereich etwas zu verpassen, sei für vielen Unternehmensvertreter geradezu lähmend. Der Ausweg aus dieser Starre führe über eine Re-Organisation des Betriebs: «Früher waren Unternehmen noch reaktiv organisiert», hielt Reinhardt fest. Später seien sie vermehrt agil geworden. Und in Zukunft? «Da sollten sie integrativ sein», so der Experte. Gemeint ist damit, dass starre Organisationsstrukturen durch eine fast hierarchielose «Cloud-Organisation» ersetzt werden, die auf Ökosystemen und Netzwerken aufbaut. Als Beispiel führte Kai Reinhardt die IT-Firma Netlight Consulting aus Schweden an. Diese setze auf Rollen und Verantwortungen statt auf Hierarchien, die Kommunikation unter den Mitarbeitern geschehe über 1500 Slack-Channels. Das mache die Entscheidungsprozesse effizient und die meisten Mitarbeiter glücklich. Ein gemeinsames Firmen-Werte-System sorge dafür, dass die Ordnung im Unternehmen beibehalten wird.

Welche Cloud wird in der Schweiz genutzt – und wie?
Vergleichsweise aktuelle Daten zeigen, dass Schweizer KMU ihre Berührungsängste in Sachen Cloud abgelegt haben. 2016 befragten IDC und Computerworld 778 Schweizer Unternehmen, Organisationen und Einrichtungen zu ihrem IT-Gebrauch und der Cloud-Technologie. Ergebnis: Zwischen 2015 und 2016 stieg der Anteil an Unternehmen, die sich die Datenwolke zunutze machen, um 29 Prozent (von 51 auf 80 Prozent). Doch Wolke ist nicht gleich Wolke. So dominiert die «Private Cloud» in Unternehmen ganz klar mit 55 Prozent, während «Public Cloud» und «Hybrid Cloud» jeweils nicht einmal auf die Hälfte dieses Wertes kommen. Zur Orientierung: Eine Private Cloud wird zwar ebenfalls von einem externen Dienstleister betrieben. Der Server steht dabei z.B. in einem Rechenzentrum. Allerdings ist die Cloud nicht öffentlich. Das bedeutet, nur die Mitarbeiter des jeweiligen Kundenunternehmens nutzen sie und können dabei typische Mehrwerte nutzen wie eine skalierbare IT-Infrastruktur oder installations- und wartungsfreie IT-Anwendungen, die über einen Webbrowser genutzt werden. Eine Public Cloud ist im Gegensatz dazu öffentlich, der Provider stellt deren Nutzung online für jedermann zur Verfügung. Die Hybrid Cloud ist eine Mischform der beiden Konzepte.

Lesen Sie mehr.

Vom Traum zur Wirklichkeit

Neues Haus, neues Glück: Für viele beginnt mit dem Kauf eines Eigenheims ein neues Kapitel im Leben. Eine wunderbare Vorstellung, wäre da nicht der damit verbundene Aufwand. Von der Auswahl der Lieblingsimmobilie bis zum Eintrag ins Grundbuch muss sich der Käufer durch einen Wald von bürokratischem Fachchinesisch hindurchkämpfen. «Fokus Real Estate» hat etwas Licht ins Dunkel gebracht.

Bear Grylls – Vom Teddy zum Grizzlybär

Er ist der Messias aller Outdoor-Fans. Der naturverbundene Survival-Experte, Ex-Soldat und Familienvater «Bear Grylls», gibt im Interview Einblicke in sein abenteuerliches Leben und verrät, wie Roger Federer seine Komfortzone verliess.

Patientensicherheit: Der beteiligte Patient

Unser Gesundheitssystem erbringt medizinische Spitzenleistungen. Doch die Sicherheit der Patientinnen und Patienten ist ungenügend. Verbesserung ist möglich.

«Als Finanz-Coach beraten wir unsere Kunden umfassend in Finanz- und Vorsorgefragen»

In der zunehmend komplexen Welt der Finanzen suchen Schweizerinnen und Schweizer Orientierung. Mit einer umfassenden und professionellen Finanzberatung aus einer Hand schafft i.l.team ag nicht nur die Basis für nachhaltige finanzielle Stabilität, sondern eröffnet auch Spielräume für die Realisierung von persönlichen Plänen und Träumen.

Die lästige Entzündung der Blase

50 bis 70 Prozent aller Frauen erleiden einmal jährlich eine Zystitis (Blasenentzündung). Die weibliche Harnröhre ist anfälliger als die der Männer, denn sie ist nur vier Zentimeter kurz. Dies ermöglicht es Bakterien, schneller in die Blase zu gelangen.

Das Leben ist eine grosse Lehrstunde

Der Gastronomie und Hotellerie mangelt es an Fachkräften. Dabei gibt es diverse Möglichkeiten, die ein ungelernter Arbeitnehmer in Anspruch nehmen kann.

Archiv.

Hochzeiten gewinnen an Individualität

Die heutige Zeit wird immer schneller und digitaler. Gerade deswegen vertrauen wir stärker als je zuvor in die Gemeinsamkeit und in die Ehe.