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20 Juli 2019

Blockchain als Grundlage des Informationsaustausches.

Dieser Beitrag basiert auf einem Kapitel aus dem Buch «Digitalisierung in der Praxis». Die Autoren Michael Lustenberger und Florian Spychiger werdem das Buch im Herbst 2019 im Springer Verlag veröffentlichen. Die Forscher am Zentrum für Unternehmensentwicklung der ZHAW zeigen auf, welche Möglichkeiten die Blockchain-Technologie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bietet.

Im Zuge der Globalisierung hat sich in den 90er-Jahren eine neue Erkenntnis durchgesetzt: Unternehmen arbeiten nicht mehr als Einheiten, sondern in verbundenen Netzwerken. Sie werden als Supply Chains bezeichnet. Mehrere Studien belegen, dass sich eine verstärkte Koordination von Supply Chains positiv auf die Leistung einer Firma auswirkt. Die Integration innerhalb der Supply Chain gilt als wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen. 

Die Probleme des Informations- und Datenaustausches

Für eine effiziente Abstimmung von Supply Chains muss der Austausch von Daten im ganzen Netzwerk funktionieren. In der Realität ist dieser allerdings oft mit Problemen verbunden: Häufig wollen Firmen sensible Informationen nicht mit Partnern austauschen. Sie befürchten, dass die Daten – ob gewollt oder nicht – gegen sie verwendet werden könnten. Oft ist es für Unternehmen aber auch gar nicht möglich, Daten gewinnbringend austauschen. Ihnen fehlen die entsprechenden Ressourcen.

Blockchains bieten Abhilfe

Ein Weg, diese Hürden abzubauen, ist die Blockchain-Technologie (BCT). Die BCT ist noch relativ jung. Sie kam vor allem mit der Entwicklung von Bitcoin auf und wurde dann weiterentwickelt. Die Blockchain kann eine gemeinsame Basis schaffen: Daten werden unveränderlich abgespeichert und Transaktionen sind transparent. So bleiben Eigentums- und Ursprungsverhältnisse klar. Dritte sind dabei nicht beteiligt. Dadurch wird zudem die Effizienz gesteigert.

Weg von der zentralen Kontrolle…

Viele Firmen haben es sich in den letzten Jahren zum Ziel gemacht, die Wertschöpfung zu digitalisieren. Sie wollen damit die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Als Folge entschieden sich manche Firmen, den Austausch von Informationen in ihren Lieferketten neu zu planen. Grosse Firmen führen übergeordnete Plattformen ein. Die sogenannten «Supply Chain Towers», kurz SCT, speichern und verarbeiten alle Daten zentral. Technisch bereitet es keine Probleme, die beteiligten Partner anzubinden. Es zeigt sich allerdings, dass es ein gewisses Mass an Überzeugungskraft braucht, die entsprechenden Unternehmen einzubinden. Zwar teilen Endverbraucher oft bereitwillig ihre Daten. Unternehmen aber sind demgegenüber sehr kritisch eingestellt.

Diese Faktoren zeigen das Problem, das mit der Nutzung von SCTs verbunden ist. Ein einziges Unternehmen der Supply Chain kontrolliert alle Daten und Zugänge alleine. Die anderen Partner müssen diesem Teilnehmer vertrauen. Sie müssen darauf hoffen, dass der Überwacher ihre Daten nicht gegen sie einsetzt. Dafür werden die Partner anderweitig entlastet: Entwicklungs- und Betriebskosten für den SCT trägt der zentrale SCT-Besitzer alleine. Die Partner übernehmen also kein Risiko.

…hin zu Peer-to-Peer-Netzwerken

Grosse Firmen sammeln heute erste Erfahrungen mit der Blockchains. So wollen sie das Problem des fehlenden Vertrauens bekämpfen. Detailhändler wie Walmart oder Nestlé experimentieren im Bereich der Lebensmittel mit BCT. Dank mehr Transparenz erhoffen sie sich , die Sicherheit der Lebensmittel zu steigern. Weiter können Material- und Informationsflüsse zurückverfolgt werden. So wollen die Firmen Fälschungen vermeiden und dem Konsumenten einen gesicherten Beweis zur Herkunft von Produkten liefern.

Auch Pharmaunternehmen prüfen, ob ein BCT-basiertes Netzwerk in gewissen Bereichen Nutzen bringt. Der Fokus liegt dabei auf der Digitalisierung und Automatisierung von bestimmten Prozessen. Heute geschehen diese oft noch manuell. Unter anderem sollen Lieferanten die notwendigen Informationen auf einer BCT-basierten Datenbank abspeichern und digital signieren. Dank diesem Fortschritt könnten die Behörden künftig alle Informationen digital abrufen. Nach erfolgreicher Überprüfung könnten Beteiligte weitere Prozessschritte freigeben und auslösen.

Geteilte Kontrolle

Der Austausch von Daten mit Hilfe der Blockchain-Technologie kann das gegenseitige Vertrauen fördern. Die Kontrolle verteilt sich über ein entsprechendes Netzwerk auf alle beteiligten Partner. Jeder Teilnehmer kann alle Daten einsehen und alle Transaktionen verfolgen. Die verteilte Struktur macht zentrale Stellen für die Überprüfung überflüssig. Da es sich bei der BCT um eine junge Technologie handelt, setzen sie noch viele Unternehmen falsch ein. Sie befindet sich erst in der Entwicklung, weshalb die Nutzung oft unklar ist. Supply-Chain-Partner müssen vor allem zu Beginn mit zusätzlichem Aufwand rechnen.

Mit Blockchain-Startups zur Unabhängigkeit

Die Entwicklung einer Blockchain-Plattform kann sehr teuer sein. Für KMUs bieten sich Startups oder andere Partner an, welche sich bereits mit der Technologie befassen. Von ihnen können KMUs profitieren, um das Potential der Blockchain-Technologie zu prüfen. Sie helfen, die Blockchain ohne eigenen Aufwand zu nutzen. Wer sich früh mit den verschiedenen Technologien befasst, ist eindeutig im Vorteil. Denn ein BCT-basiertes Netzwerk bietet einen Gegenentwurf zu den Supply-Chain-Towers, die oft von den grossen Firmen dominiert sind.

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