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17 Oktober 2019

Supply-Chain-Management – Digitize or die.

Es ist schwer zu sagen, welche Trends das Supply-Chain-Management in naher Zukunft verändern werden. Sicher ist hingegen, dass man sich heute für die Digitalisierung entscheiden muss, um morgen noch am Markt zu bestehen. 

Für die erfolgreiche Digitalisierung bedarf es Mut, Sachkenntnis, eines guten Instinkts und allenfalls eines guten Partners. In der Digitalisierung der Supply Chain gibt es heute eine Handvoll Trends, die man nicht ignorieren kann. 

Trend Nr. 1: Lagerroboter 

Die Automatisierung ist bereits in Distributionszentren auf der ganzen Welt etabliert, beschränkt sich jedoch meist auf die Automatisierung von Arbeitsabläufen. Diese sind von immer fortschrittlicheren Systemen gesteuert. Der eigentliche Wendepunkt im Trend der Lagerrobotik wird erreicht, wenn Technologieanbieter die Kunst der echten Roboterkommissionierung beherrschen. Roboter müsssen in der Lage sein, Aufträge aus konventionellen Regalen zu kommissionieren. Die Trends beziehen sich derzeit auf Systeme, die die Ware zum Kommissionierer bringen und spezialisierte Regal- und Fördergeräten erfordern. Alibaba, der weltgrösste Einzelhändler, hat bereits die Roboterarbeit in einem seiner Lagerhäuser aufgestockt. Damit einher ging eine Reduktion der Mitarbeitenden in der Einrichtung um 70 Prozent.

Trend Nr. 2: Autonomer Strassengüterverkehr

Die Entwicklung autonomer Lastkraftwagen ist eine Vision, die in den letzten Jahren realisierbar erscheint. Allerdings dürfte es noch einige Zeit dauern, bis solche Fahrzeuge ernsthaft auf unseren Strassen eingesetzt werden. Dieser Trend hat sicher das Potenzial, eine höhere Wirtschaftlichkeit zu erzielen als jede andere Supply-Chain-Technologie, die bisher vorgestellt wurde.

Trend Nr. 3: Supply-Chain-Plattformen 

Plattformen und hybride Geschäftsmodelle sind integrativer Bestandteil aller aktuellen Entscheidungsprozesse. Selbst im privaten Umgang ist schon heute schwierig auszumachen, ob man ein Produkt oder eine technische Dienstleistung nutzt. Diese scheinbare Verschmelzung von Technologie und Dienstleistung zu einer «Singularität» durchdringt zunehmend B2B-Marktplätze, insbesondere im Bereich der Logistikdienstleistungen. 

Die gleiche Verschmelzung von Software und Service findet sich auch in Lösungen für Lagerverwaltung, Beschaffung/Einkauf und andere betriebliche Anwendungen in der Lieferkette wieder. On-Premise-Software wird von Cloud-Lösungen mit integrierten technischen Support-Services und Selbsthilfefunktionen abgelöst. Der Bedarf an internen IT-Ressourcen wird dadurch zunehmend überflüssig. Das bedeutet jedoch, dass man bei der Beschaffung von Dienstleistungen und Lösungen für das Supply-Chain-Management immer vorsichtiger sein muss, mit welcher Art von Anbieter man es zu tun hat und in welche Abhängigkeit das Unternehmen gerät. 

Trend Nr. 4: Supply Chain Social Responsibility

Nachhaltigkeit, Reduzierung des CO2-Ausstosses und Transparenz in der Lieferkette haben sich in den letzten zwei bis drei Jahren zu dem herausgebildet, was wir heute als Corporate Social Responsibility (CSR) bezeichnen. Der Begriff selbst gibt Aufschluss über die konzeptionelle Herkunft von CSR und eine sozial verantwortliche Lieferkette. In letzter Zeit wird CSR immer weniger als eine Compliance-bezogene Notwendigkeit betrachtet, sondern vielmehr als ein Ansatz zur Steigerung des Umsatzes, zur Sicherung der Kunden- und Mitarbeiterbindung sowie zur Generierung von Markenattraktivität.

Im Rahmen der Initiative Lean & Green, hierzulande gehostet von GS1 Switzerland, werden teilnehmende Unternehmen beispielsweise für Erfolge bei der Reduzierung ihres CO2-Ausstosses in Transport- und Logistikprozessen zertifiziert. 

Trend Nr. 5: Das Rennen um die letzte Meile

Es ist der kostenintensivste Teil des Supply-Chain-Managements: Die letzte Meile, also die Endlieferung von Waren bis zum Einzelhandelsgeschäft oder zur Haustür des Konsumenten. Als Folge der gesteigerten Nachfrage und des erheblichen Lieferaufkommens im Onlinehandel ist zu erwarten, dass es in den nächsten Jahren neue Konzepte und wahrscheinlich auch spezialisierte Last-Mile-Fulfillment-Dienstleister geben wird. Innovative Jungunternehmen suchen nach Alternativen zu Paketdiensten und etablierte Unternehmen wie DHL oder UPS zeigen auf der letzten Meile Schwäche. So lassen sich zum Beispiel vermehrt Lösungen wie lokal platzierte, öffentliche «Smart Locks» und Paketboxen beobachten, in die alle Lieferdienste zur späteren Abholung einliefern können. Dies wird dann auch dazu beitragen, den Prozess der Retouren zu rationalisieren – ein stark zunehmendes Problem aufgrund der veränderten Einkaufsgewohnheiten.

Trend Nr. 6: Aufstieg des Virtual Logistics Teams

Das Konzept der Remote-Arbeit und der virtuellen Teams hat sich in vielen Wirtschaftssektoren durchgesetzt und ermöglicht es Unternehmen, auf Mitarbeitende global und nicht lokal zuzugreifen, auch um Reisekosten und Immobilienbedarf zu reduzieren. Während die Supply-Chain-IT ihren Übergang zur Cloud fortsetzt, werden Supply-Chain- und Logistikunternehmen damit beginnen, die Vorteile der Remote-Arbeit für Mitarbeitende in Verwaltung und Support einzuführen und zu optimieren.

Seien Sie heute bereit für die Herausforderungen von morgen und digitalisieren Sie Ihre Prozesse und Ihr Supply-Chain-Management – beobachten Sie aber vor allem mögliche disruptive Entwicklungen, behalten Sie die Führung und greifen Sie allenfalls auf kompetente Partner zurück.

Text: Arthur Wetzel

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