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Zurich
20 September 2019

«Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen!» – Benjamin Franklin.

Prof. Dr. Michael O. Hengartner Rektor der Universität Zürich

Haben Sie sich schon Gedanken dazu gemacht, wie Ihr nächster Karriereschritt aussehen soll? Werden Sie eine Berufslehre beginnen, ein Studium in Angriff nehmen oder haben Sie eine Weiterbildung ins Auge gefasst? Eines haben all diese Vorhaben gemeinsam: Es geht darum, sich Wissen anzueignen – oder mit den Worten Benjamin Franklins – um «eine Investition in Wissen». 

Wissen ist ein Gut von unschätzbarem Wert. Gerade in einem rohstoffarmen Land wie der Schweiz sind Wissen und Bildung die Fundamente des gesellschaftlichen Wohlstands. Aber auch für die individuelle berufliche Zukunft spielt Bildung eine zentrale Rolle. Das Schweizer Bildungssystem ist mit seiner Durchlässigkeit besonders geeignet, um die Stärken des Einzelnen zu fördern. Dabei führen viele Wege zum Ziel. Eine Berufslehre – eventuell in Kombination mit der Berufsmatura – oder die klassische Maturitätsschule, ein Studium an einer Fachhochschule oder an der Universität: Für jede und jeden lässt sich das Richtige finden. Die Wahl der Erstausbildung ist heute allerdings meist keine Wahl fürs Leben mehr. 

Gerade in einem rohstoffarmen Land wie der Schweiz sind Wissen und Bildung die Fundamente des gesellschaftlichen Wohlstands.

Die Berufswelt befindet sich im Wandel, wesentlich vorangetrieben durch die fortschreitende Digitalisierung. Sie ist im Begriff, sämtliche Domänen der Gesellschaft zu verändern, allen voran die Arbeitswelt. Die Digitalisierung bringt neue Herausforderungen mit sich, die nach neuen Fähigkeiten verlangen, und schafft auch neue Berufe. Wir an der Universität Zürich befassen uns seit Längerem damit, die Auswirkungen der Digitalisierung im Detail zu verstehen. Eine breit abgestützte Digitalisierungsinitiative treibt die Forschung in diesem Bereich voran. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Veränderung des Arbeitsmarkts. Im Rahmen der Challenge Area «World of Work» erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der UZH das Potential und die Herausforderungen der Digitalisierung für die Arbeitswelt.

Bereits heute ist klar: Für die Arbeitnehmenden bedeutet der Wandel vor allem stetige Anpassung. Will man auf dem Arbeitsmarkt weiterhin gefragt sein, sind Flexibilität und Lernbereitschaft unumgänglich. Nur, wer Veränderungen mitverfolgt und ständig dazulernt, kann mit der heutigen schnelllebigen Gesellschaft Schritt halten. Das sogenannte «Lifelong Learning» wird immer mehr zum Standard.

Aber der stetige Wandel bietet auch zahlreiche Chancen. Zum Beispiel die, sich nach der Erstausbildung oder auch mitten im Berufsleben nochmals neu zu orientieren. Neue Fachkompetenzen oder Zusatzqualifikationen kann man sich in einer Zweitausbildung oder als Quereinsteigerin bzw. Quereinsteiger aneignen. An entsprechenden Weiterbildungsangeboten mangelt es nicht. Die Universität Zürich bietet zum Beispiel Weiterbildungsmöglichkeiten für jeden Lebensabschnitt an, angefangen bei der Kinderuniversität für Primarschülerinnen und Primarschülern, über verschiedenste Diplomkurse für Berufsleute bis hin zur Seniorenuniversität für Wissenshungrige 60+. 

Denn: Eine Investition in Bildung lohnt sich immer – sei es unmittelbar, als «Eintrittsticket» in einen neuen Job, mittelbar als «Türöffner» für eine berufliche Neuorientierung oder ganz einfach zur persönlichen Bereicherung. Die Zinsen einer Investition in Wissen sind – um auf Franklin zurückzukommen – somit um ein Vielfaches höher als die Investition selbst.

Text: Prof. Dr. Michael O. Hengartner, Rektor der Universität Zürich

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