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11 April 2021

Warum Mann sich in den Ring wagen sollte.

Das Boxen einen neumodischen Sport zu nennen, wäre sehr verkehrt. Schon 3000 vor Christus wurden in Ägypten Boxkämpfe ausgetragen, der Sport ist also alles andere als neu. Jedoch schlüpfen immer mehr Menschen in die Boxhandschuhe. Doch was steckt hinter dem Phänomen Boxen? Boxer Vahram Khudeda klärt auf. 

Blutige Nasen und blaue Flecken: Das sind die typischen Bilder, die Vielen zum Boxen einfallen. Den Wenigsten sind die vielen Vorteile des Boxens bekannt. 

«Boxen ist ein Ganzkörpersport», erklärt der dreifache Schweizermeister und Olympionike Vahram Khudeda. Und damit ist wirklich der ganze Körper gemeint, von den Beinen bis zum Denkapparat. Das Boxen trainiert Körper und Geist und bringt so ein einzigartiges Paket an Vorteilen mit sich. 

Stets Haltung bewahren

Der wohl offensichtlichste Teil davon ist das körperliche Training. Viele erliegen dem Irrtum, dass beim Boxen vor allem der Oberkörper trainiert wird. «Der Sport fordert nicht einfach die Arme, sondern den ganze Körper», stellt Khudeda richtig.

Um die Schläge korrekt auszuführen, muss die Haltung des ganzen Körpers stimmen, vom Zeh bis zum kleinen Finger. Dies erfordert Konzentration und schult das Körpergefühl. Zur Stabilisierung bleibt der Bauch stets angespannt. 

Auch für die Haltung ist der Boxsport gewinnbringend. Wer sich im Training regelmässig auf eine perfekte Haltung konzentriert, geht auch sonst aufrechter durchs Leben. 

Lebensschule Boxring

Vahram Khudeda macht immer wieder auf die mentalen Vorteile des Boxens aufmerksam: «Das Boxen formt deinen Charakter, deine Persönlichkeit.»

Dies hat mehrere Gründe. Der Boxsport fordert eine Menge Disziplin. Das Training ist hart: «Man muss lernen, dranzubleiben, auch wenn man keine Motivation hat», erläutert Khudeda. Eiserne Disziplin kommt einem in jedem Lebensbereich zugute, sei es im Job oder im Umgang mit Mitmenschen. Sich für die eigenen Bedürfnisse einzusetzen und persönliche Grenzen zu ziehen, wird plötzlich zum Kinderspiel. 

«Ein Kampf gegen sich selbst»

Wer jedoch denkt, es gehe bloss darum, sich gegen andere durchzusetzen, liegt falsch. «An erster Stelle steht der Kampf gegen sich selbst», betont Khudeda. «Beim Boxen braucht man Mut, um an die eigenen Grenzen zu gehen.»

Als allererstes perfektioniert man sein Können beim Schattenboxen und am Boxsack. Dies bedeutet Anstrengung für den ganzen Körper. Falls man sich dann dafür entscheidet, in den Ring zu steigen, nimmt das Ganze eine andere Dimension an. 

Bei einem Boxkampf konzentriert man sich nicht bloss auf den eigenen Köper, sondern auch auf den des Gegners.

Vahram Khudeda

Bei einem Boxkampf konzentriert man sich nicht bloss auf den eigenen Köper, sondern auch auf den des Gegners. Das richtige Gleichgewicht zwischen Angriff und Verteidigung muss jedes Mal aufs Neue gefunden werden. Sich immer wieder Gegnern zu stellen, auch mal einzustecken, und die eigenen Ängste zu überwinden gehört dazu. Der Ring ist eine Lebensschule für sich. 

Kein Sport für Schlägertypen

Für das Boxen muss man kein Schlägertyp sein. «Als Boxer sowie als Trainer habe ich die Erfahrung gemacht, dass Schlägertypen das Boxgym schnell wieder verlassen», stellt Khudeda klar, «Boxen ist nicht einfach ein Gschleggl, sondern eher wie Schach. Einfach mit mehr Action.» Auch Brutalität sieht Khudeda im Boxen nicht. «Wenn man sich nicht auskennt, sieht es auf den ersten Blick natürlich ein bisschen brutal aus. Aber es ist ein tiefgründiger Sport, man muss sich einfach mal darauf einlassen.»

Ein athletischer Körper

Das Boxen eignet sich auch bestens für den Muskelaufbau. Falls das Ziel ein protziger Bodybuilder-Körper ist, ist man beim Boxen dennoch am falschen Ort. «Boxen stärkt die Muskeln, pumpt sie aber nicht auf. Es macht den Körper athletisch und fit.» 

Wer ins Boxtraining geht, kann sich von Hantelbänken und Cardio-Maschinen getrost fernhalten. Das Boxen bietet ein Komplettpaket an Fitness.

Jeder kann boxen

Khudeda betont, dass Boxen für jeden geeignet sei, der Lust darauf habe. «Zum Boxen kommen alle, vom Büezer bis zum Arzt.»

Für Interessierte ist die Herangehensweise klar. «Der erste Schritt ist es, einfach mal ohne Vorurteile in ein Boxgym zu gehen. Einfach mal auszuprobieren», rät Khudeda. Die meisten Studios bieten gratis Schnupperlektionen an. Wer dabei bleibt, geniesst eine Schule in Haltung, Disziplin und Strategie. Ein athletischer Körper kommt auch dazu. Ein perfektes Komplettpaket für den modernen Mann. Also: In die Handschuhe schlüpfen, und fürs Leben lernen. 

Text: Fatima Di Pane

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