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4 Juni 2020

Home Office, aber gesund.

Die Möglichkeit, von zuhause aus arbeiten zu können, gehört bei den meisten Unternehmen zum Grundangebot. Was jedoch des Öfteren auf der Strecke bleibt, ist die ergonomisch gesunde Einrichtung des Arbeitsplatzes in den eigenen vier Wänden. Das effiziente Arbeiten ohne Arbeitsweg steht im Fokus; gute Körperhaltung und passende Büromöbel bleiben oft Nebensache. Die Schweizerische Unfallversicherung Suva hält die wichtigsten Einrichtungstipps für das Home-Office fest.

Ein Viertel aller Schweizer Arbeitnehmenden nimmt die Möglichkeit in Anspruch, mindestens einen halben Tag in der Woche von zuhause aus zu arbeiten. Dies besagt die Studie von Deloitte Schweiz aus dem Jahr 2016. Was verlockend klingt, birgt aber auch gesundheitliche Stolpersteine. Während am Arbeitsplatz im Büro oft grossen Wert auf die Ergonomie gelegt wird, besteht im Home-Office die Gefahr, dass vergessen geht, wie wichtig eine ergonomische Einrichtung ist. Bei Missachtung können Beschwerden an Nacken, Schultern, Handgelenken und Kopfschmerzen auftreten. 

Ein Viertel aller Schweizer Arbeitnehmenden nimmt die Möglichkeit in Anspruch, mindestens einen halben Tag in der Woche von zuhause aus zu arbeiten.

Dagmar Fünffinger, Ergonomin bei der Suva, bestätigt: «Oft denken sich die Arbeitnehmenden, dass sie nur für wenige Stunden oder eine begrenzte Zeit zuhause arbeiten, weshalb sie gerne vergessen, wie wichtig eine ergonomische Arbeitseinrichtung ist. Das für Büroarbeiten erforderliche Mobiliar entspricht oft nicht den ergonomischen Mindestanforderungen. Nicht alle verfügen über ein separates Zimmer für das Home-Office, sondern arbeiten beispielsweise am Küchentisch. Das kann sich auf die Gesundheit negativ auswirken.»

So lässt sich zuhause gut arbeiten

Um sich bei der Arbeit zuhause wohl zu fühlen, sollte der Arbeitstisch ausreichend gross sein und möglichst in der Höhe einstellbar. Besitzt man keinen höhenverstellbaren Tisch, sollte zumindest der Bürodrehstuhl anpassbar sein. Dabei ist es gemäss Suva entscheidend, dass beim Sitzen die Ellbogen auf der Höhe des Tisches zu liegen kommen. Die Distanz zwischen den Augen und dem Bildschirm sollte zudem ungefähr eine Armlänge betragen. Beim Bürostuhl ist es zudem wichtig, dass die Oberschenkel bis auf wenige Zentimeter auf der Sitzfläche aufliegen und die Füsse Bodenkontakt haben. Kleineren Personen kann eine Fussstütze helfen. 

Kleine Hilfsmittel mit grosser Wirkung

Laut Dagmar Fünffinger tragen nicht nur das richtige Mobiliar, sondern auch elektronische Hilfsmittel, die gezielt eingesetzt werden, zu einem ergonomischen Arbeitsplatz bei: «Viele arbeiten von zuhause aus und mit dem Laptop. Oft fehlen eine externe Tastatur, ein zusätzlicher Bildschirm und eine Maus, welche eine gesunde und bessere Haltung des Körpers ermöglicht. Die Augen danken es einem, wenn man ausserdem auf eine blendfreie Arbeitsplatzbeleuchtung achtet und wenn nötig eine PC-Brille trägt. Das Licht soll von der Seite einfallen.»

Aktive Pausen

Die Suva empfiehlt bei vorwiegend sitzender Tätigkeit, in Bewegung zu bleiben und zwischendurch für Auflockerung zu sorgen. Man kann öfters die Position wechseln, dazu beispielsweise die Rückenlehne freischalten und den Bewegungsraum bewusst nutzen. Durch kurze, aktive Pausen und die richtigen Einrichtungen kann ein Home-Office-Tag nicht nur erfolgreicher, sondern auch angenehmer und gesundheitsschonender werden. 

Weitere Informationen: www.suva.ch

Text Tina Spichtig 

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