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Zürich
31 März 2020

Kinder brauchen Freiräume.

Zur Stärkung des Selbstvertrauens und der Persönlichkeit brauchen Kinder Freiräume, um ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Jedoch ist es für Eltern oft schwierig, die Balance zwischen Vertrauen und Beschützen zu finden.

Eine sichere Eltern-Kind-Bindung ist die wichtigste Grundlage für die psychische Gesundheit von Kindern. Im Säuglingsalter entsteht diese Bindung vor allem durch körperliche Nähe. Wenn das Baby von seinen Eltern gehalten und gefüttert wird, erfährt es Sicherheit und Stabilität. Später stärken gemeinsame Erlebnisse die Bindung, seien es Alltagserlebnisse wie das gemeinsame Kuchen Backen oder Spezielleres wie Geburtstagsfeste.

Wenn das Baby von seinen Eltern gehalten und gefüttert wird, erfährt es Sicherheit und Stabilität.

Erfahrungen stärken das Selbstvertrauen

Mit der Zeit wird das Kind mobil und möchte eigene Erfahrungen machen. Auch wenn es schwer fallen kann, sollten die Eltern dem Kind Vertrauen schenken und ihm altersgemässe Freiräume gewähren. 

Bekommt das Kind die Zeit und den Freiraum um eigenen Ideen nachzugehen, fördert dies die Kreativität. Dabei ist es auch wichtig, die Zeit des Kindes nicht komplett zu verplanen. Organisierte Aktivitäten wie ein Sportverein haben ihre Vorteile, jedoch sollte das Kind ab und an einfach tun und lassen können, was es möchte. Auch das Aufkommen von Langeweile wird zugelassen. Nur so lernt das Kind, damit fertig zu werden. Gleich verhält es sich mit Frustration und Misserfolgen. Nur wenn das Kind diese Erfahrungen macht, kann es lernen, damit umzugehen. Bei diesen Ereignissen sollte es natürlich nicht um Grosses gehen. Es reicht schon, das Kind ein Problem selbst lösen zu lassen, wie zum Beispiel das letzte bisschen Zahnpasta mit aller Kraft aus der Tube zu drücken. Solche kleinen Erfolge stärken das Selbstvertrauen. 

Mit Stärken und Schwächen umgehen

Hobbys und Freizeitaktivitäten sind auch später in der Jugend zentral für eine gesunde Entwicklung. Der Fussballverein, die eigene Band oder die Fotografie-Leidenschaft machen nicht bloss Spass, sondern fördern die Persönlichkeitsentwicklung. Die Jugendlichen werden mit den eigenen Stärken und Schwächen konfrontiert und lernen, mit ihnen umzugehen. Sie bauen Schutzmechanismen auf und werden zu einer stabilen Persönlichkeit. 

Zerreissprobe Pubertät

Die Pubertät stellt das Band zwischen Eltern und Kind auf die Probe. Der Nachwuchs wird langsam erwachsen, das eigene Leben erfährt zahlreiche Veränderungen. Das ist weder für den betroffenen Jugendlichen, noch für die Eltern ein Spaziergang.

 Die Pubertät stellt das Band zwischen Eltern und Kind auf die Probe.

In dieser Zeit ist es die Aufgabe der Eltern, die Bindung zwischen ihnen und dem Jugendlichen stark zu halten. Es ist wichtig, Jugendliche spüren zu lassen, dass sie unterstützt und geliebt werden. Die Eltern sollen volles Vertrauen in die Entwicklung des Kindes zeigen, denn das gibt ihnen die nötige Sicherheit, etwas zu wagen. 

Was tun bei psychischen Krisen?

Es gibt manchmal Ereignisse im Leben, vor denen es nicht möglich ist, das eigene Kind zu schützen. Ein Todesfall in der Familie oder Mobbing in der Schule gehören zu möglichen Auslösern einer psychischen Krise. In jenen Situationen ist es wichtig, als Elternteil nicht bloss hinzusehen, sondern zu unterstützen. 

Vor allem für rebellische Teenager ist es oftmals schwer, sich den Eltern anzuvertrauen.

Als Elternteil kann man das Gespräch suchen, sollte aber nicht enttäuscht sein, wenn der Jugendliche sich nicht öffnen möchte. Vor allem für rebellische Teenager ist es oftmals schwer, sich den Eltern anzuvertrauen. Dabei sind es nicht nur die Eltern, die das Kind durch Krisen begleiten. Auch Verwandte, Freunde oder Lehrpersonen können wertvolle Unterstützung bieten. 

Keine Scheu vor professioneller Hilfe

Zieht sich der Nachwuchs über längere Zeit komplett vom Umfeld zurück, legt ungewöhnliches Verhalten wie übermässigen Alkoholkonsum oder Aggressionen an den Tag oder ist mehrheitlich negativ eingestellt, ist professionelle Hilfe gefragt. Diese kann in vielen Formen in Anspruch genommen werden. Je nach Problem ist der Gang zum Hausarzt der erste Schritt. Jugendliche, welche sich täglich energielos durch den Tag schleppen, könnten beispielsweise auch an einem Vitaminmangel leiden. Körperliche Ursachen gilt es auszuschliessen. 

Hilfe bei psychischen Problemen

Bei Problemen, welche klar psychischer Natur sind, bieten Erziehungs- und Jugendberatungsstellen, der Schulpsychologische Dienst, die Schulsozialarbeit oder auch Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienste Unterstützung an. Für Kinder und Jugendliche ist es besonders wichtig, bei psychischen Problemen möglichst schnell Hilfe zu bekommen. Laut der Pro Juventute ist die Zahl der psychisch erkrankten Kinder und Jugendlichen in den letzten Jahren gestiegen. Es wird vermutet, dass rund 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen an einer psychischen Störung leiden, welche behandelt werden sollte. 

Elternbildung

Die Geschäftsstelle Elternbildung Zürich des Amtes für Jugend und Berufsberatung ist eine wertvolle Ressource. Sie informiert Eltern über Anlässe im Kanton Zürich. Elternbildung bietet zahlreiche Impulse in Form von Vorträgen, Workshops und mehr.

www.elternbildung.zh.ch

Elternnotruf Bei dringenden Fällen bietet der Elternnotruf rund um die Uhr Hilfe. Unter 0848 35 45 55 wird Rat und Unterstützung geboten. Der Elternnotruf ist vertraulich, anonym und kostenlos. Eine Beratung ist auch per E-Mail, sowie im persönlichen Gespräch möglich.

Text: Fatima Di Pane

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