3.3 C
Zürich
18 Januar 2020

Mutig, bejahend in den Schweizer Winter.

November, ich hülle mich in wollene warme Kleider, geniesse eine duftende Tasse Fenchel-Anis-Tee und blicke auf die vorbeiziehenden Wolken, welche scheinbar ein Spiel mit den raren Sonnenstrahlen treiben. Dankbar tauche ich in meine Wintererlebniswelt vom letzten Jahr: Erste Schwünge mit dem Brett vor Weihnachten in Zermatt, die obligate Tour vom Klein Matterhorn aus via Italien und zurück ins pulsierende Dorf. Brennende Beine und ein verzückter Gaumen sind am Abend gewiss! Und schon bald gibt es in Zermatt die neue direkte Verbindung nach Italien. Das alles noch in der Swarovski Gondel!

Früh im neuen Jahr konnten mein dreijähriger Sohn und ich erste Kurven und fröhliche Tage am «Händschefrässer» in Aeschi erleben: Danke, Frau Holle!

Wie dankbar bin ich doch, diese Berge mein Zuhause nennen
zu dürfen.

Tanja Frieden

Einen magischen Moment hatte ich auch eine Woche später mit dem Snowboard, als ich vom Niederhorn bis runter an den Thunersee fahren konnte. Eine rare Perle – ein Erlebnis wie ich sie ähnlich bisher nur in den Fjorden Norwegens erlebt hatte!

Unvergesslich war auch der Einsatz für die Stiftung «Freude herrscht» und Gosnow.ch, als wir für einen guten Zweck Pistenkilometer in der Jungfrau Region sammeln sollten… die Bedingungen waren episch und mein Team und ich waren klare Gewinner im Powder-Zentimeter «zerfahren»! Der Curling Ausklang in Grindelwald dauerte so lange, dass ich der Destination eine Logiernacht mehr bescheren durfte. Wie dankbar bin ich doch, diese Berge mein Zuhause nennen zu dürfen.

Die diesjährige «Mountain Award»-Gewinnerin «Inside Laax»-App testete ich eine Woche lang. Anders, frech, zielstrebig und zukunftsweisend kenne ich Laax schon seit den Anfängen meiner Snowboardkarriere. Diese Richtung so konstant und unbeirrt zu verfolgen, begeistert mich unglaublich. In einer traditionsverankerten Schweiz «Innovation» trotzdem oder erst recht Platz zu geben, von dem brauchen wir mehr! Mutig soll der Schweizer Winter sein!

Das Corvatscher Nord Face am Vor- und auf den Langlaufskis von Silvaplana nach Pontresina am Nachmittag – Auslandreisen im Winter kann ich mir so sparen. 

Langsam komme ich wieder ins hier und jetzt zurück. Die Wolken ziehen dunkel und mächtig über den Himmel, immer wieder durchbrochen von einzelnen Sonnenstrahlen. Der Wind schüttelt die Herbstblätter von den Bäumen und lässt das Wasser auf dem See kräuseln. Meine Gedanken ziehen wieder weiter – zum kommenden Winter. 

Was will ich diesen Winter erleben? 

Nun, was wollen Sie erleben? Und was haben Sie schon lange nicht mehr gemacht? Wie mutig wollen wir den nächsten Winter erleben? Wo waren Sie seit der Kindheit nicht mehr? Welche Abenteuer warten noch? Was wollen Sie über den nächsten Winter glauben?

Ich glaube, er wird wundervoll – in Erinnerung an meine Kindheit werde ich im Goms von Oberwald nach Niederwald langlaufen, werde endlich wieder mal eine Skitour ins Saustal machen, weil es dort so friedlich ist.

Verbier am Tag und in der Nacht auf den Kopf stellen, mit meinem Sohn den ersten Mini Park in Saanemöser befahren. Zurück auf die Belalp gehen, an den Ort meines ersten Skilagers … das war magisch. In den Ports du Soleil war ich seit 29 Jahren nicht mehr. Was es dort wohl Neues gibt? Mit meinem Kleinen ins Eriz, die bieten anscheinend ein super Angebot für die Kleinsten.

Was auch immer – der nächste Winter kommt, ich glaube daran – dann wird es auch so sein. Sind sie dabei?

Tanja Frieden ist ehemalige Profi-Snowboarderin, hat in Turin 2006 Olympisches Gold im Snowboard-Cross gewonnen, ist Mutter eines vierjährigen Sohnes, ausgebildete Lehrerin und heute begleitet sie als Coach Menschen zu ihren Herzenszielen. Sie ist Präsidentin der Schneesportinitiative Schweiz, einem gemeinnützigen Verein welcher Schneesportaktivitäten von Schulen fördert (GoSnow.ch). 

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