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5 Juni 2020

Früherkennung und Prävention von Krebs.

In der Schweiz gehört Krebs zu den häufigsten Todesursachen. Darum ist es essenziell, zu wissen, wie man sich gegen Krebs schützen kann. Guido Biscontin, Fachspezialist für Früherkennung der Krebsliga Schweiz spricht über den Irrgarten der Symptome und die korrekte Ernährung. 

Die Krankheit Krebs bringt eine ganze Reihe an Assoziationen mit sich und ist mit viel Angst verbunden. Dies ist nicht weiter verwunderlich, da Krebs die zweithäufigste Todesursache in der Schweiz darstellt. Mit über 40 000 Neuerkrankungen jährlich, kennen die meisten jemanden, der in einer Weise betroffen ist. Mit steigendem Alter steigt auch das Risiko, selbst an Krebs zu erkranken.

Irrgarten der Symptome

Die Früherkennung und Prävention von Krebs ist von höchster Wichtigkeit. Für einen Laien ist dies jedoch leichter gesagt als getan. Blickt man online auf eine Liste mit möglichen Krebssymptomen, findet sich alles, von Müdigkeit und Appetitverlust bis zu Hautveränderungen und unerklärlichem Fieber. Woran soll man merken, dass die Lage ernst ist? 

Nicht zwingend eine Krebserkrankung

«Viele der Symptome, die auf solchen Listen auftauchen, sind unspezifisch. Sie können Anzeichen ganz unterschiedlicher Vorgänge im Körper sein», erklärt Guido Biscontin, Fachspezialist für Früherkennung der Krebsliga Schweiz. «Einzelne Symptome sagen nichts über deren Ursache aus und weisen auch nicht zwingend auf eine Krebserkrankung hin.» Falls man jedoch bei sich solche Symptome feststellen sollte, empfiehlt Biscontin den Gang zum Hausarzt. 

Männer öfters Risiken ausgesetzt

Beim Blick auf die Zahlen des Bundesamts für Statistik, sorgt ein Umstand für Verwunderung: Während 29.3 Prozent der an Krebs erkrankten Männer auch daran sterben, sind es bei den Frauen bloss 22 Prozent. Woran liegt das? «Der genaue Grund kann leider nicht abschliessend bestimmt werden. Ein Faktor könnte sein, dass die Risikofaktoren bei Männern und Frauen unterschiedlich hoch sind. So gibt es beispielsweise mehr Männer als Frauen, die rauchen. Andererseits könnten auch die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsumfeld eine tragende Rolle für Personen spielen, die im Bauwesen oder anderen Outdoor-Berufen tätig sind», erklärt Biscontin.

Risikoberufe

Auch die Berufswahl spielt mit: «Auf dem Bau arbeiten bekanntermassen mehrheitlich Männer, wodurch diese Risikofaktoren für schwarzen Hautkrebs und Brustfellkrebs stärker ausgesetzt sind», merkt Biscontin an. Menschen, die im Freien arbeiten, müssen auf adäquaten Sonnenschutz achten, sowie jeglichen Umgang mit Asbest unbedingt vermeiden. Gebäude, welche vor 1990 erbaut wurden, enthalten möglicherweise Asbest. Es gilt abzuklären, ob das eigene Zuhause möglicherweise betroffen ist. 

Frauen sind vielleicht vorsichtiger

Abgesehen von äusseren Einflüssen, sorgen auch Verhaltensweisen für den Unterschied bei den Geschlechtern. Die Krebsliga vermutet, dass Frauen, was ihre Gesundheit anbelangt, grundsätzlich vorsichtiger sind als Männer. Eventuell befassen sich Frauen deshalb auch früher mit der Früherkennung und Prävention von Krebs.

Essen gegen Krebs

Immer wieder geistern auch sogenannte Anti-Krebs-Diäten durch die Presse. Dazu gehört unter anderem auch die ketogene Diät, welche sich durch eine extrem tiefe Kohlenhydratzufuhr auszeichnet. Auch Fastenkuren, welche den Körper von schädlichen Substanzen entgiften sollen, werden oftmals als Anti-Krebs-Therapien angepriesen. «Für keine dieser Ernährungsformen konnte eine krebsvorbeugende Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen werden», warnt Biscontin, «teilweise können sie sogar ernsthafte Beschwerden und Mangelzustände verursachen.»

Eine ausgewogene Ernährung

Es ist aber auch nicht völlig egal, wie man sich ernährt: «Sinnvoll ist eine ausgewogene Ernährung, basierend auf der Lebensmittelpyramide.»

Bei Früchten und Gemüse also immer kräftig zugreifen. Auch Getreide, Milch und Fleisch finden in der Ernährung ihren Platz. Mit Ölen und Süssigkeiten sollte jedoch sparsam umgegangen werden. Eine angemessene Wasserzufuhr, 1 bis 2 Liter pro Tag, ist ebenfalls wichtig. 

Brustkrebsfrüherkennung

Besonders bei Frauen ist die Früherkennung von Brustkrebs ein Thema. Falls Frauen beim Abtasten ihrer Brüste Knoten, Verhärtungen, Entzündungen oder Grössenveränderungen bemerken, sollten sie so rasch wie möglich einen Arzt konsultieren. Die regelmässige Selbstuntersuchung ist jedoch kein Ersatz für eine ärztliche Vorsorgeuntersuchung oder für eine Mammografie zur Früherkennung von Brustkrebs. Für Frauen ab 50 wird ein Mammografie-Screening zur Früherkennung empfohlen. Was viele nicht wissen: Auch Männer können an Brustkrebs erkranken. Bei Symptomen sollte ebenfalls ein Arzt oder eine Ärztin konsultiert werden. 

Wissen und Körperbewusstsein

Abschliessend lässt sich sagen, dass es zwei zentrale Aspekte bei der Früherkennung und Prävention von Krebs gibt: Der gesunde Lebensstil und das Kennen der Symptome. Wer nicht raucht und auf eine gesunde Ernährung achtet, hat schon vieles getan. Regelmässige Bewegung sowie ein geringer Alkoholkonsum, tragen auch zur Gesundheit bei. Auch ist es essenziell, die Symptome zu kennen und zu wissen, welche Massnahmen getroffen werden müssen. Wer nahe am eigenen Körper bleibt, bemerkt allfällige Veränderungen zeitnah, und kann entsprechen reagieren. 

Text Fatima Di Pane

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