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3 Juni 2020

Vereinbarkeit zwischen Kindern und Karriere finden.

Berufstätige Eltern stehen vor der Herausforderung, gleichzeitig für die finanzielle Sicherheit der Familie und die Betreuung der Kinder zu sorgen. Meistens lässt sich dabei keine einfache Lösung finden, weshalb das Familienleben unter Druck gerät.

Work-Life-Balance oder Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben – in unserer Gesellschaft wird es immer wichtiger, sich den privaten Bedürfnissen zu widmen, ohne dass die Karriere dabei einen Stein in den Weg legt. Gerade für Eltern ist es zentral, beide Lebensbereiche koordinieren zu können, damit das Familienleben nicht darunter leidet.

Eine Balance finden

Gemäss der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD versteht man unter der Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben zwei Bereiche: Einerseits sollen Eltern die Möglichkeit haben, am Arbeitsmarkt teilzunehmen. Sie sollen ein Einkommen erarbeiten und sich dadurch in die Gesellschaft integrieren können. Andererseits geht es darum, dass Kinder durch die Erwerbstätigkeit der Eltern nicht benachteiligt werden. Sie sollen eine bestmögliche Betreuung und Erziehung erhalten.

Finanzielle Schwierigkeiten

Heutzutage fällt es Eltern jedoch schwerer, Familie und Beruf zu vereinbaren. Wenn nur ein Elternteil Vollzeit erwerbstätig ist, reicht es oftmals nicht aus, den finanziellen Bedarf der Familie zu decken. Die Einkommensarmut betrifft in der Schweiz rund 140 000 beschäftigte Personen und ist einer der Hauptgründe, weshalb in vielen Familien beide Elternteile erwerbstätig sind. Hier stellt sich dann die grosse Herausforderung: Wenn beide Elternteile arbeiten, wer kümmert sich dann um den Nachwuchs?

Der Berufsstress belastet auch die Kinder

Idealerweise teilen sich die Eltern den Haushalt und dessen Finanzierung untereinander auf. Teilzeit zu arbeiten, kann hierbei eine Lösung sein. Viele Arbeitgeber setzen sich vermehrt dafür ein, dass Mitarbeitende flexiblere Arbeitsbedingungen zugunsten des Familienlebens antreten können. Doch wenn beide Eltern erwerbstätig sind, spürt das auch die Familie. Rund ein Viertel aller Schweizer Arbeitnehmenden fühlt sich oft bis sehr oft vom Arbeitsalltag gestresst. Ständige Erreichbarkeit für den Arbeitgeber, hohes Arbeitsvolumen bei geringem Pensum und die zunehmende Verschmelzung von Privat- und Berufsleben belasten die Eltern und rauben ihnen so die Kraft, sich vollumfänglich um ihre Kinder zu kümmern.

Wenn beide Elternteile arbeiten, wer kümmert sich dann um den Nachwuchs?

Teure Betreuungsalternativen

Auch kommt hinzu, dass Betreuungsangebote für Kinder in der Schweiz begehrt und kostspielig sind. Zumal Grosseltern oder Bekannte nicht immer Zeit haben und für die Betreuung einspringen können, gestaltet sich die Suche nach einer Lösung kompliziert. Plätze in Kinderkrippen oder Tagesschulen sind begrenzt und je nach Wohnlage unterschiedlich vorhanden. Wenn dann ein Platz ergattert wird, können beide Elternteile mit dem Teilzeitjob gerade einmal die Kosten eines solchen Betreuungsangebots decken. Ein professionelles Betreuungsangebot lohnt sich für viele Eltern aus finanzieller Sicht also nicht.

Gemeinsam und mit Blick nach vorne

Die Herausforderung für Eltern, für ihre Kinder zu sorgen und gleichzeitig die Familie finanziell abzusichern, ist gross. Wichtig ist, dass beide zusammen als Team eine Lösung für die Familie finden. Mit folgenden Tipps können berufstätige Eltern eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie anstreben:

  • Familie und Beruf trennen

    Der Arbeitsalltag und die eigenen vier Wände sollen möglichst getrennt werden. Feierabend bedeutet, sich Zeit für die Familie und Kinder zu nehmen. Berufliche E-Mails und Projekte können bis zum nächsten Tag ruhen. Das Firmenhandy auszuschalten und beide Bereiche bewusst zu trennen hilft dabei, mit der Doppelbelastung besser umgehen zu können.

  • Keine Perfektion anstreben

    Der Wunsch nach Vereinbarkeit und Gleichgewicht zwischen Beruf und Familie ist lobenswert, jedoch oft nicht umsetzbar. Deshalb sollte man auch in unruhigen Zeiten fokussiert bleiben und wissen, welcher Bereich des Lebens gerade mehr Aufmerksamkeit und dementsprechend Zeit beansprucht.

  • Einen genauen Kalender führen

    Es hilft, alle wichtigen Termine in einem Kalender festzuhalten, um nie den Überblick zu verlieren. Jeden Morgen oder abends vor dem Schlafengehen kurz die Kalendereinträge checken und aktualisieren hilft, den Überblick nicht zu verlieren.

  • Sich Ruhe gönnen

    Berufstätige Eltern vergessen oft, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Es ist zwingend notwendig, sich um die eigene Erholung zu kümmern und hin und wieder die Energiereserven aufzuladen. So hat man genügend Kraft, alle Arbeiten anzugehen und für die Kinder da zu sein.

  • Realistisch bleiben

    Im Leben verläuft nicht alles nach Plan. Als erwerbstätige Eltern muss man vielen Anforderungen gerecht werden, was auch heissen kann, dass etwas schief läuft. Hier gilt es, sich kein schlechtes Gewissen einzureden und sich nicht zu hohe Massstäbe zu setzen: Letztlich ist man nur ein Mensch und gibt jeden Tag sein Bestes!

Text: Dominic Meier

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