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11 Juli 2020

Intralogistik: Zusammenspiel von Mensch und Maschine.

Nicht nur grosse, sondern immer häufiger auch kleinere Betriebe vertrauen auf die sogenannte intelligente Intralogistik. Aber was genau versteht man darunter? 

Der Begriff Intralogistik bezeichnet die logistischen Material- und Warenflüsse, die sich innerhalb eines Betriebsgeländes abspielen. Zu den Kernprozessen zählen etwa das Auffüllen von Regalen sowie das Management der Lager. Neue Konzepte und Technologien ermöglichen es, Abläufe zu optimieren, wodurch Laufwege verkürzt und Suchaufwände und Kosten verringert werden können. Hier kommen Technologien wie etwa die Künstliche Intelligenz, digitale Zwillinge, preskriptive Analytik, Robotik und natürlich die Zustandserfassung der Materialströme in Echtzeit durch das IoT zum Zug.

Menschen als Kontrolleure

In absehbarer Zeit ist zu erwarten, dass viele manuelle Arbeiten von autarken Robotern übernommen werden können. Darunter Drohnen, fahrerlosen Transporteinheiten, und Lade-/Entladeeinrichtungen. Der Mensch wird also deutlich weniger Hand anlegen und vermehrt eine moderierende und kontrollierende Rolle einnehmen. Dies wird es ihm ermöglichen, sich um komplexere und kreativere Aufgaben zu kümmern. Oder einfach gesagt: Werden die Abläufe manuell und ohne digitale Unterstützung ausgeführt, binden sie Mitarbeiter, die für Kunden nicht zur Verfügung stehen. Damit ist klar, dass eine Digitalisierung der Prozesse für alle Unternehmen vorteilhaft ist. Entscheidend ist, dass heutige Technologien und Lösungen auch kleinen Unternehmen zur Verfügung stehen und finanziell im Rahmen liegen. 

Eine Digitalisierung der Prozesse ist für alle Unternehmen vorteilhaft.

Konkretes Fallbeispiel

«Das Anlieferungs- und Verteilungsproblem in einer Filiale ist ein gutes Beispiel», sagt etwa Emanuel Boetsch vom Datenplattform-Spezialisten Trivadis. «Angelieferte Güter müssen oft direkt in die bereits leeren Verkaufsregale oder aber im Lager zwischengespeichert werden. Nun ist es so, dass sie meist in für den Transport optimierten Losen – oft Paletten – eine Filiale erreichen.

Erst beim Entladen entscheidet man, was man wohin verteilt, was zu grösseren Aufwänden führen kann. Gäbe es dagegen von der Filiale ein digitales Abbild, das in Echtzeit den Lagerstand und den Füllstand aller Regale anzeigt – wir nennen dies einen digitalen Zwilling –, dann könnte bereits vor der Ankunft eine Palette das Notwendige in die Wege geleitet werden. In einem weiteren Szenario könnte der Lieferant sogar auf Basis des digitalen Zwillings die Lieferung für die Verteilung in der Filiale und für den Transport optimieren.»

Digitec-Lager in Dintikon

Der Schweizer Onlinehändler Digitec Galaxus hat in Dintikon im Kanton Aargau ein Lagerhaus in Betrieb genommen. Auf einer Fläche, die mit 10 000 Quadratmetern fünf Mal so gross ist wie die Zürcher Bahnhofshalle, finden grosse Waren einen Stellplatz. Darunter etwa Fernseher oder Möbel. «Gerade bei Sommermöbeln wie Gartenlounges und dergleichen ist es unseren Kunden wichtig, dass wir möglichst rasch liefern können», sagt Florian Teuteberg, CEO von Digitec Galaxus. Insgesamt lagert Digitec Galaxus in Dintikon neu rund 6000 einzelne Artikel. Diese nehmen jeweils mindestens die Fläche eines Europaletts ein (1,2m x 0,8m). Die drei Stockwerke sind mit zwei Warenliften verbunden, die je einen beladenen Gabelstapler heben können. Für den Betrieb sind rund ein Dutzend Mitarbeiter zuständig, pro Tag können sie bis zu 800 Bestellungen abfertigen.

Stark im Trend: Li-Ionen-Batterien

Besonders gefragt, da energetisch sehr sparsam, sind die Li-Ionen-Batterien des Intralogistik-Spezialisten Jungheinrich. Wie ein guter Sprinter überzeugen Li-Ionen-Batterien im gesamten Wettkampf. Denn sie leben dreimal länger als herkömmliche Energiespeicher. Mit dieser besonderen Ausdauer und einem dauerhaft höheren Wirkungsgrad sorgen sie für ein hohes Mass an Investitionssicherheit und Energiekostenersparnis. Aber auch der beste Weltklasseläufer erreicht seine Leistung nicht ohne sein Team. Das Gleiche gilt für Li-Ionen-Batterien.

Li-Ionen-Batterien leben dreimal länger als herkömmliche Energiespeicher.

Ihr volles Potenzial entfalten sie erst, wenn alles perfekt zusammenarbeitet. Als einziger Systemanbieter der Intralogistik bietet Jungheinrich ein vernetztes Gesamtsystem, in dem Batterie, Ladegerät und Fahrzeug optimal miteinander kommunizieren und damit den Energiebedarf deutlich senken. «Diese Perfektion erreichen wir, weil wir weltweit der erste Hersteller von Flurförderzeugen sind, der eigene Li-Ionen-Batterien produziert und bei ihnen sorgfältig implementiert», sagt der Jungheinrich-CEO Lars Brzoska. Mit Freude blickt er auf erfolgreich abgewickelte Referenzprojekte im Einzel- und Grosshandel, in der Industrie, im Fahrzeugbau, ja sogar in Chemie und Pharma zurück.

Cloud als günstige KMU-Lösung

Die Trends der letzten Jahre münden in einem relativ stabilen Stack von Technologien, der die Basis für eine moderne Intralogistik bildet. Die Schlüsselbegriffe sind hier Cloud, die besonders für KMUs günstige Lösungen ermöglicht, fahrerlose Transportsysteme, IoT und die Künstliche Intelligenz. Besonders dieser letzte Bereich wird in den kommenden Jahren enormes Potenzial für Optimierungen erschliessen. «Die Technologien sind zukunftsfähig», sagt Willi Gärtner von der Planzer Support AG. «Die Entwicklung geht in flexible Aufbauorganisationen oder genormte Prozessabläufe. Alles, was dann nicht in ein effizientes Schema passt, wickeln Spezialisten individuell ab.»

Text Mohan Mani

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