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18 Mai 2021

Zu Hause bleiben während des Coronavirus.

Anette Hitz
Annette Hitz, MSc, Netzwerk Psychische Gesundheit Schweiz

Die Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz stehen als Gesellschaft vor einer Situation, die sie nie üben konnten. Das öffentliche Leben steht still, der Alltag geht weiter: Wie gehen wir alle mit der Situation rund um das neue Coronavirus um? Wir bewegen uns auf Neuland und das macht uns unsicher. Es ist normal, dass wir darauf mit Ängsten und Sorgen reagieren. Der Verlust von Kontrolle über unseren Alltag kann uns aus dem Gleichgewicht bringen.

Zu Hause ohne Konflikte

In diesen Wochen sind wir alle vermehrt zu Hause und haben in der Wohnung weniger Möglichkeiten, die eigene Privatsphäre zu pflegen und uns gegenseitig aus dem Weg zu gehen. Diese räumliche Enge kann sich belastend auf die Stimmung als Paar oder als Familie schlagen. Deshalb ist es in der nächsten Zeit für uns besonders wichtig, respektvoll miteinander umzugehen. 

Eltern zu Hause

Auch für Familien und Kinder kommen die Veränderungen überraschend und sind heftig. Denn der Ausbruch des neuen Coronavirus ist verunsichernd und stellt das Leben der Kinder und ihrer Mütter und Väter in vielen Fällen massiv auf den Kopf. Kinder reagieren auf unterschiedliche Weisen auf diesen Stress. Sie können anhänglicher, ängstlicher, zurückhaltender, wütend, aufgewühlt oder mit Bettnässen, Schlafschwierigkeiten, Bauchweh und anderen Verhaltensweise reagieren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Tipps veröffentlicht, wie Eltern den Stress ihrer Kinder in dieser Zeit mindern können:

  • Nimm dir den Vorsatz, den Stress deiner Kinder abzufedern und nicht mit gleicher Heftigkeit zu reagieren. Sprich darüber und hol dir Hilfe, wenn es nicht gelingen will. Das ist wichtig für dich und dein Kind.
  • Höre deinem Kind zu, spreche freundlich und beruhigend und erkläre ihm die Situation.
  • Kinder benötigen nun mehr denn je Möglichkeiten zum Spielen, Bewegen und Entspannen. Nutze deine Fantasie, um Möglichkeiten in dieser Situation zu finden.
  • Kinder brauchen in dieser Zeit viel Nähe zu ihren Eltern und Familie. Nimm deine Kinder kurz und innig in den Arm, auch wenn es gerade ungelegen kommt. 

Für Erwachsene ist es eine Herausforderung, ruhig, gelassen und korrekt zu reagieren. Für Kinder ist dies in der aktuellen Situation nahezu unmöglich. 

In Zeiten von Physical Distancing und Homeoffice kämpfen viele Menschen, ob jung oder alt, mit Gefühlen von Einsamkeit und Isolation.

Annette Hitz, MSc, Netzwerk Psychische Gesundheit Schweiz
Zu Hause arbeiten

Das Pendeln fällt weg und das Homeoffice versetzt uns in eine neue Situation. Wie gehen wir damit um, nun vielleicht jeden Tag von zu Hause aus zu arbeiten? Neben der technischen Grundausstattung wie dem PC oder Laptop mit Kopfhörer ist das Einrichten des Arbeitsplatzes wichtig: Legen Sie Ihr Augenmerk auf Tisch- und Stuhlhöhe, denken Sie an die Ausrichtung Ihres Bildschirmes. Planen Sie eine klare Tagesstruktur mit Arbeitsbeginn und -ende und arbeiten Sie nicht im Pyjama. Klären Sie im Team ab, wann Sie erreichbar sein müssen. Machen Sie Pausen auch während des Arbeitens zu Hause, wie beispielsweise digitale Kaffeepausen mit Ihren Arbeitskolleginnen und -kollegen aber auch weg vom Bildschirm und nehmen Sie richtige Mahlzeiten zu sich.

Isolation und Ängste

In Zeiten von Physical Distancing und Homeoffice kämpfen viele Menschen, ob jung oder alt, mit Gefühlen von Einsamkeit und Isolation. Die neue Situation zwingt – und ermöglicht – uns, Alltagsgewohnheiten neu zu gestalten. Wir müssen die gemeinsame Kaffeepause oder das Feierabendbier ersetzen. Wir müssen Möglichkeiten finden, um uns mit unseren Freunden und weiterer Familie verbunden zu fühlen. Reden Sie mit Menschen aus Ihrem nahen oder auch weiteren Umfeld darüber, denn alle sind im Moment in der gleichen Lage. Oder suchen Sie Hilfe von einer Fachperson. Wichtig ist: Bleiben Sie gesund und tun Sie etwas dafür.

Text Annette Hitz, MSc, Netzwerk Psychische Gesundheit Schweiz

Hilfreiche Informationen in Zeiten des neuen Coronavirus

Tipps für psychische Gesundheit und Corona: www.dureschnufe.ch
Tipps zur Förderung der eigenen psychischen Gesundheit: www.10schritte.ch
Gesprächstipps: www.wie-gehts-dir.ch
Tipps für Eltern: www.radix.ch/purzelbaumzuhause
Tipps für Eltern: www.projuventute.ch

Hilfe finden: www.143.ch

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