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22 Oktober 2020

Trinkwasser auf Reisen: Was es zu beachten gilt.

Für uns Schweizerinnen und Schweizer ist es selbstverständlich: Wir öffnen den Wasserhahn und geniessen sauberes Trinkwasser. Reist man hingegen ins Ausland, kommt es diesbezüglich rasch zu Unklarheiten – wo kann man bedenkenlos Wasser trinken und wo nicht? «Fokus» klärt auf.

Die Selbstverständlichkeit, aus dem Wasserhahn zu Hause sauberes Trinkwasser zu geniessen, könnte Schweizerinnen und Schweizern zum Verhängnis werden. Denn nicht überall auf der Welt sind dieselben hygienischen Standards anzutreffen. Pierre Studer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen und kennt sich mit der weltweiten Trinkwassersituation gut aus. Die Lage ist klar: Trinkt man im Ausland Wasser direkt aus dem Hahn, kann dies ernste gesundheitliche Folgen haben.

Gefahr für die Gesundheit

«Die grösste Gefahr sind pathogene Keime wie Salmonellen oder Campylobacter, die im Wasser überleben können», informiert Pierre Studer. «Wenn diese Keime durch eine optimale Wasseraufbereitung nicht eliminiert sind, können sie die Gesundheit gefährden.»

Trinkt man im Ausland Wasser direkt aus dem Hahn, kann dies ernste gesundheitliche Folgen haben.

Der Schein kann trügen

Doch wie können Reisende erkennen, ob man das Wasser in solchen Fällen trinken kann oder nicht? Diese Frage lässt sich laut dem Experten eher schwierig beantworten: «Eine mikrobiologische Kontamination ist weder optisch noch organoleptisch nachweisbar.» Absolute Gewissheit erlangt man nur durch eine Methode, wie der Experte weiter ausführt: «Nur mikrobiologische Untersuchungen, üblicherweise auf den Nachweis von Indikatororganismen wie E. coli, können die nötige Garantie geben.»

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Keine Angst, denn die Schweiz ist bei Weitem nicht das einzige Land weltweit, in dem man bedenkenlos Hahnenwasser geniessen kann. Laut Pierre Studer sollte man sich bei der Entscheidung an folgender Regel orientieren: «In allen Ländern, die nicht in der Lage sind, aufbereitetes Wasser ständig versorgen zu können, sollte man das Trinken von Hahnenwasser vermeiden.» Leider ist dies öfter der Fall, als man denkt: Die WHO Statistik zeigt, dass mehr als 2 Milliarden Personen kein Zugriff auf reines Trinkwasser haben, wie der Experte resümiert.

Das Trinken von unsauberem Wasser kann gefährlich sein!

Es passiert schneller als man denkt: Man hat Durst, dreht den Hahn auf und trinkt – auch wenn sich das Wasser als ungesund herausstellt. Die Folgen können prekär sein. «Wasserbedingte Krankheiten verursachen in der Regel Durchfälle, die tödlich sein können», warnt Pierre Studer. Doch der Experte hat für solche Fälle auch eine gute Nachricht, denn es gibt mehrere Medikamente zur Bekämpfung dieser Diarrhö.   

Die Wasserqualität variiert von Land zu Land

Aber wieso ist die Wasserqualität je nach Land so unterschiedlich? «Die Trinkwasserversorgung erfordert erhebliche Investitionen», weiss Pierre Studer. «Alle Länder haben bis heute Schwierigkeiten, die nötige Finanzierung zu finden. Wenn Wasseraufbereitungsanlagen nicht nach dem Stand der Technik installiert und gewartet werden, kann das produzierte Wasser die genannten Gefahren bergen.»

Wasserbedingte Krankheiten verursachen in der Regel Durchfälle, die tödlich sein können.

Pierre Studer vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen
Filter und Desinfektionsmittel als sinnvolle Anschaffungen

Um den Körper auch im Ausland mit den empfohlenen eineinhalb bis zwei Litern Flüssigkeit zu versorgen, können Reisende aber auf einige simple Tricks zurückgreifen. «Es gibt mehrere Möglichkeiten, um sicherzustellen, dass das verfügbare Wasser ohne Probleme getrunken werden kann», sagt Pierre Studer. Reisende rüsten sich dann laut dem Experten in der Regel mit tragbaren Filtern oder Desinfektionsmitteln aus, um ihren täglichen Trinkwasserbedarf zu decken.

Online informiert 

Ist man sich dennoch unsicher bezüglich der Sauberkeit des Trinkwassers, schafft ein Blick ins Internet Gewissheit. «Mehrere internationale Organisationen wie die WHO bieten die nötigen Informationen. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) liefert auch interessante Auskünfte über die Lage in verschiedenen Ländern», erklärt Pierre Studer.

Text Lars Gabriel Meier

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