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21 Oktober 2020

Vitamin D: Verbündeter im Kampf gegen Covid-19.

Wenn der Winter vor der Tür steht, ist es wichtig, seinen Vitamin-D-Haushalt im Lot zu halten. Diesen Winter wohl noch mehr als in vorhergegangenen Jahren. Verschiedene Studien deuten jedenfalls daraufhin, dass Vitamin D helfen kann, die Auswirkungen von Covid-19 auf den Körper stark einzuschränken.

Dass das Vitamin einige heilsame Eigenschaften hat, ist schon länger bekannt. Zum Beispiel trägt es dazu bei, dass unser Körper starke Knochen und genügend Muskelkraft entwickelt. Ebenso wirkt es gegen Knochenabbau und hilft dabei, Osteoporose zu verhindern.

Die Verbindung zu Covid-19

Die Substanz spielt auch eine wichtige Rolle in der Funktion unseres Immunsystems und fördert die natürliche Herstellung von Wirkstoffen, die Bakterien und Viren bekämpfen. Beispielsweise hilft Vitamin D unserem Körper bei der Produktion von Cathelicidinen, einem natürlichen Antibiotikum. Auch der Einfluss auf Lungenkrankheiten wurde bereits aufgezeigt. Allerdings besteht bei einem Mangel an Vitamin D ein höheres Risiko, an Asthma zu erkranken. Gleichfalls scheinen Patientinnen und Patienten mit COPD (verengte Atemwege, vor allem durch rauchen) oft an einem Mangel davon zu leiden.

Diese Eigenschaften haben Forscher weltweit dazu gebracht, einer möglichen Verbindung zwischen Vitamin D und Covid-19 nachzugehen. Sowohl in Deutschland und den Vereinigten Staaten als auch in den Niederlanden liefen die Urteile in die gleiche Richtung: Tatsächlich scheint eine Verbindung zwischen der Anfälligkeit für das Coronavirus und einem Mangel an Vitamin D zu bestehen.

Covid
Studien zu Vitamin-D-Mangel und Corona

Im Krankenhaus AZ Delta im belgischen Roeselare wurde beispielsweise der Vitamin-D-Spiegel von 186 mit dem neuen Coronavirus infizierten Patienten untersucht. Die Resultate waren eindeutig: Diese Patientinnen und Patienten hatten eine deutlich geringere Menge in ihrem Körper als die Kontrollgruppe. Häufig war sogar von einem Mangel die Rede. Je ernsthafter der Mangel von Vitamin D, desto höher war die Chance auf ein fortgeschrittenes Stadium des Lungenbefalls. Es muss dabei angemerkt werden, dass die Korrelation nur bei männlichen Patienten vorkam. Dies kommt wohl durch Unterschiede in den Immunsystemen von Männern und Frauen.

Eine weitere Studie

An der University of Chicago Medicine wurde eine vergleichbare Studie durchgeführt. Darin wurde von 489 Patientinnen und Patienten der Vitamin-D-Spiegel in den zwei Monaten vor einem Coronatest gemessen. Auch hier schien eine deutlich höhere Chance auf eine Coronainfektion zu bestehen bei Menschen mit einem Mangel. «Das Vitamin ist wichtig für die Immunfunktion und es wurde schon früher gezeigt, dass Nahrungsergänzungsmittel das Risiko von viralen Atemwegsinfektionen senken können», sagt Doktor David Meltzer, der die Studie leitete. «Unsere statische Analyse bestätigt, dass das möglicherweise der Fall ist bei Covid-19-Infektionen.»

Unsere statische Analyse bestätigt, dass das möglicherweise der Fall ist bei Covid-19-Infektionen

Doktor David Meltzer
Brauchen wir mehr?

Es braucht deshalb niemanden verwundern, dass zum Beispiel die britischen Gesundheitsautoritäten ihrer Bevölkerung geraten haben, während der Pandemie Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Ältere Menschen können daraus Vorteile ziehen. Laut britischen Forschern soll Vitamin D zudem eine Doppelrolle spielen bei der Verminderung der Folgen einer Infektion. Als erstes unterstützt Vitamin D die Produktion von antimikrobiellen Peptiden in den Epithelzellen (Deckgewebezellen) unserer Atemwege, wodurch das Risiko auf eine Infektion kleiner wird. Zum zweiten arbeitet Vitamin D als eine Art Entzündungshemmer, wenn der Körper mit Covid angesteckt wird.

Die Rolle der Ernährung

Unser Körper profitiert also von einem gesunden Vitamin-D-Spiegel. Nichtsdestotrotz scheinen viele Menschen in der westlichen Welt mit einem Mangel zu kämpfen zu haben. Dies kommt vor allem dadurch, dass selbst eine gesunde Ernährung wenig Einfluss hat auf die Menge an Vitamin D in unserem Körper. Es ist unter anderem in Butter, Eiern und fettreichem Fisch enthalten, jedoch nur in kleinen Mengen. Lediglich zehn Prozent der Vitamin-D-Zufuhr erhält der Körper aus dem Essen. Der Rest entsteht durch das Sonnenlicht.

In unseren Breitengraden ist schlicht die Intensität des Sonnenlichts zu niedrig, um eine genügende Menge davon zu produzieren. Im Winter verschlimmert sich dieser Umstand natürlich noch. Darüber hinaus verbringt der moderne Mensch den Grossteil seines Tages drinnen und nicht im Sonnenlicht – vor allem auch während Quarantänezeiten. Bei älteren Menschen ist dann der Körper auch noch weniger Effizienz beim Prozess der Vitamin-D-Herstellung als bei jüngeren.

Vorteile von Nahrungsergänzungsmittel

Die einzige Möglichkeit, Mängel zu verhindern, sind deshalb das Einnehmen von Ergänzungsmitteln. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat dazu auch Richtlinien publiziert. Es empfiehlt 400 internationale Einheiten Vitamin D pro Tag für Säuglinge bis zum 1. Lebensjahr, 600 Einheiten ab dem 2. Lebensjahr und 800 Einheiten für Personen über 60 Jahre und Schwangere. Diese Weisung entspricht 10 Mikrogramm für Säuglinge, 15 Mikrogramm für Erwachsene und 20 Mikrogramm für Seniorinnen und Senioren. Die Nahrungsergänzungsmittel können aber nicht die Bewegung im Freien und eine ausgewogene Ernährung ersetzen. Denn es wird dringend empfohlen, die Dosierung genau einzuhalten und mit einem Arzt über Vitamin D zu sprechen – besonders Menschen mit einem erhöhten Risiko einer Unterversorgung sollten sich an einen Arzt wenden.

Hilft bei Vitaminmangel der Griff zu Nahrungsergänzungsmitteln? Die Antwort gibt es hier.

Text Frederic Petitjean
Übersetzung aus dem Niederländischen Kevin Meier

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