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26 Februar 2021

Die Kunst der Komplimente.

Jedes Jahr feiern wir den Welttag der Komplimente. Aber was ist eigentlich ein Kompliment? Wie leicht ist es, ein Kompliment anzunehmen? Und was für eine Wirkung hat das Loben auf uns und unsere Mitmenschen? «Fokus» klärt auf.

Seit 2003 gibt es ihn schon. Den Welttag der Komplimente. Dieser Aktionstag hat seinen Ursprung in den Niederlanden und wurde dort von Hans Poortvliet eingeleitet. Kurze Zeit später breitete sich dieser Tag auf der ganzen Welt aus.

Die Idee ist Folgende: Am 1. März soll jeder seinen Mitmenschen auf verschiedene Art und Weise ein Kompliment erteilen. Ob es liebevolle Gesten, kleine Geschenke oder bedachtsame Worte sind, ist jedem selbst überlassen. Dabei können die Komplimente an Freunde, Familie oder sogar Fremde gerichtet werden.

Wichtig ist, dass die Komplimente von Herzen kommen. Sich in jemandes Gunst einzuschmeicheln, um seine eigenen Vorteile daraus ziehen zu können, ist nicht Zweck dieses Tages. Ganz im Gegenteil. Die Gründer streben danach, den 1. März zum schönsten und positivsten Tag der Welt zu machen. Damit ist klar:

Der Welttag der Komplimente zielt darauf ab, ehrliche Positivität zu kultivieren, und nicht leere Schmeicheleien.

Die Kraft der Komplimente

Doch was ist überhaupt ein Kompliment? Laut Duden wird ein Kompliment als «lobende, schmeichelhafte Äußerung, die jemand an eine Person richtet, um ihr etwas Angenehmes, Erfreuliches zu sagen», definiert. Tatsächlich ist das Ausdrücken von Lob oder Bewunderung eine wichtige Komponente in unserem Gesellschaftsleben. Es verleiht beiden, dem Empfänger von Komplimenten und dem Komplimentegeber, ein gutes Gefühl.

Aber woran liegt das? In der sozialen Gesellschaft wird ein Kompliment als Zeichen von Wertschätzung und Aufmerksamkeit verstanden. Beide sind wesentlich für die Aufrechterhaltung von Beziehungen jeglicher Art und schaffen eine angenehme Atmosphäre. Aus der Sicht der Wissenschaft sind Komplimente Motivatoren.

Forscher in Japan haben herausgefunden, dass beim Empfangen von Komplimenten ähnliche Gehirnregionen aktiviert werden wie beim Erhalt von geldlichen Entlohnungen. Eine andere Studie aus dem Jahr 2012 legt nahe, dass während dem Erlernen von neuen Fähigkeiten – wie Tanzen oder dem Spielen von Instrumenten – Komplimente unserem Gehirn das Lernen erleichtern. Sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass man sich besser an eine Fähigkeit erinnert und diese dann gewandter ausführt. Das ist aber noch nicht alles. Das Verbreiten von Komplimenten kann als kognitives Training angesehen werden. Unser Gehirn wird so trainiert, dass es aktiv Ausschau nach den positiven Dingen im Leben hält. Jemandem ein Kompliment zu machen, kann also das Mass an Optimismus und Lebenszufriedenheit im eigenen Leben steigern.

Kreativität beim Komplementieren!

Am Welttag der Komplimente darf der Komplimentegeber gerne kreativ vorgehen. Anders ausgedrückt: Man soll den Inhalt seiner Komplimente überdenken und diese mit einem tieferen Sinn versehen. Es ist nichts falsch daran, jemandem zu sagen, dass man ein Outfit mag oder die neuen Kopfhörer schön aussehen. Man verpasst dabei aber die Gelegenheit, eine tiefere Bindung zu der Person aufzubauen. Anstatt also das Aussehen zu loben, könnte man ebenso das Arbeitsverhalten oder die Lebenseinstellung einer Person rühmen.  

In erster Linie geht es darum, authentisch zu bleiben. Nur durch wohlüberlegte und glaubwürdige Komplimente können wir anderen vermitteln, dass die freundlichen Worte auch ernst gemeint sind. Oft realisieren wir gar nicht, was für eine kraftvolle Wirkung hinter guten Komplimenten steckt. Ein authentisch gemeintes Kompliment hat die Macht anderen Menschen Charaktereigenschaften vor Augen zu führen, die sie selbst möglicherweise nie richtig bemerkt haben. Die positive Wirkung ist gerade in Zeiten von Social Distancing von grosser Bedeutung. Ein kleines, aber herzliches Kompliment macht es einfacher, in dieser schwierigen Lage Positivität zu verbreiten und die Nähe zu anderen Menschen aufrecht zu erhalten.

«Eigenlob stimmt!»

In der heutigen Gesellschaft fällt es uns aber immer schwerer, anderen Komplimente zu machen. Und das liegt nicht daran, dass wir nichts Nettes zu sagen haben.

Schon von klein auf werden viele dazu konditioniert, Lob und Komplimente abzulehnen.

Dies kann verschiedene Gründe haben. Während die einen Komplimente als Manipulationsversuch einschätzen, neigen andere dazu, ihre eigene Leistung oder Persönlichkeit als nichts Besonders anzusehen. «Eigenlob stinkt» letztendlich. Dies führt dazu, dass man immer häufiger Komplimente ablehnt. «Ach, so gut war ich gar nicht», «Was, dieses alte Ding findest du schön?» Durch das Ablehnen von Komplimenten bauen wir eine soziale Barriere auf, welche die intendierte Positivität entkräftet und den Zugang zu einer Person erschwert. Wir müssen also nicht nur lernen, aufrichtige Komplimente zu vergeben, sondern auch die Kunst des Akzeptierens von diesen zu erlernen.

Konfliktfreie Kommunikation in der Beziehung? Gelingt hier.

Text Evgenia Kostoglacis

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