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18 Mai 2021

Der Umstieg auf E-Mobilität einfach erklärt.

Die Elektromobilität verbreitet sich zunehmend auf den Schweizer Strassen. Viele haben den Wechsel bereits gewagt und weitere werden folgen. Doch wie findet man individuell das passende E-Auto? Ein Einblick.

Marco Piffaretti
Marco Piffaretti

Die Neuzulassungen von alternativ angetriebenen Personenwagen erfahren seit 2018 ein exponentielles Wachstum. Bis Ende 2020 erreichten die Neuimmatrikulationen von reinen E-Autos einen Marktanteil von 8,3 Prozent. Die Tendenz der alternativen Antriebe ist also steigend, ein Abbruch ist nicht in Sicht. Aber welche Kriterien sind bei einem Umstieg auf E-Autos entscheidend? «Zu beachten sind die Qualität der Bedienung, die Gesamtkosten und die Lademöglichkeiten», weiss der Elektromobilitätspionier Marco Piffaretti.

Faktoren für einen erfolgreichen Wechsel

Eines der Kriterien, das für oder gegen ein bestimmtes Modell sprechen kann, ist die Bedienung. Einige Hersteller liefern zum E-Auto auch eine Smartphone-App mit dazu. Über diese kann man beispielsweise den Ladezustand im Auge behalten oder das Fahrzeug aus der Ferne vorheizen, vorkühlen und sogar auch «ent-eisen». Ausserdem sollte man Wert auf ein gutes Navigationssystem legen. Denn ein Routenplaner mit einer Ladestationsauswahl nach passender Ladeleistung bringt Sorglosigkeit in das Fahrvergnügen. 

Laut Piffaretti sind auch die Gesamtkosten ausschlaggebend: «Das relevanteste Kriterium ist der TCO, Total Cost of Ownership.» Verglichen mit einem Verbrenner ist ein E-Auto günstiger, je mehr Kilometer man pro Jahr mit dem Fahrzeug zurücklegt. Konkret besagt eine Faustregel, dass man ab 30 000 Kilometern mit einem E-Auto meist günstiger fährt. Dies passiert in Kantonen, in denen die Motorfahrzeugsteuer nach CO2-Ausstoss berechnet wird oder Subventionen für E-Mobilität bereitgestellt werden, noch früher. Des Weiteren sind neue E-Autos mittlerweile auch für kleinere Budgets erschwinglich: Beispielsweise beträgt der Listenpreis für einen neuen viersitzigen Renault Twingo Electric nur 19 000 Franken. 

Wie, wo und wann laden?

Bei der Wahl eines E-Autos sollte man sich auch damit auseinandersetzen, wo man überhaupt laden kann: zu Hause, unterwegs und am Arbeitsort. Zudem sollte man auch die tatsächliche Ladegeschwindigkeit beim DC-Laden genau anschauen, denn diese kann zwischen den Modellen stark variieren. Neuerdings sollte man sich überlegen, ob man ein Elektrofahrzeug mit der Möglichkeit des bidirektionalen Ladens anschaffen soll. «V2G, Vehicle to Grid, ist eine Technologie, die in den nächsten Jahren boomen wird und den Wert des Fahrzeugs erhöht. Dank V2G können E-Autos das Stromnetz positiv stabilisieren, anstatt es negativ zu belasten», erklärt Piffaretti. Der Honda-e ist das erste Serienauto, das über den europäischen Steckerstandard «CCS-Combo» bidirektional geladen werden kann.

Der Wohnort entscheidet mit

Beim Thema Lademöglichkeiten stellt sich natürlich auch die Frage nach der Infrastruktur zu Hause. Wer bereits eine rote CEE-Steckdose beim Parkplatz hat, kann eine Heim-Ladestation einfach und günstig anschliessen. Schwieriger ist es für Mietende und Stockwerkeigentümer*innen. Denn bei Mehrfamilienhäusern muss erst abgeklärt werden, wer einverstanden ist, die Grundausstattung zu installieren und zu bezahlen. Piffaretti blickt aber bereits in die Zukunft: «Zumindest bei Neubauten dürfte das Laden zukünftig kein Problem mehr sein, denn Neubauten oder Totalsanierungen müssen bereits heute für E-Ladestationen ausgerüstet sein.» 

Für diejenigen mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage scheint der Fall klar zu sein. Sie sind geradezu prädestiniert, auf ein E-Auto umzusteigen. Schliesslich können sie ihr Auto mit der eigenen, umweltfreundlichen Energie laden und gleichzeitig den Eigenverbrauch der Solaranlagen optimieren. Jedoch braucht es dafür ein intelligentes Ladesystem. Wenn man wirklich nicht laden kann, ergibt ein vollkommener Verzicht auf ein Privatauto zu Gunsten eines geteilten Fahrzeuges eventuell Sinn. «Auch aus Umweltgründen», erläutert Piffaretti, «ein Carsharing-Auto von Mobility ersetzt bis zu elf PWs!»

Die Batterie ist geladen. Und nun?

Die Reichweite von Elektroautos bereitet noch vielen Sorgen. Abhängig vom Autotyp bestehen dahingehend noch Unterschiede. Trotzdem seien diese Sorgen laut Piffaretti heutzutage unberechtigt: «Es gibt Lösungen für alle, man muss nur richtig auswählen.» Wichtiger ist, dass man das Auto schnellladen kann und das auch idealerweise die ersten 30 Minuten konstant hochlädt. «In dieser Disziplin ist der Audi eTron ein Champion, der am längsten mit konstanten 150 kW Ladeleistung laden kann», gibt Piffaretti als Beispiel.

Die Reichweite kann man zu einem gewissen Grad durch das eigene Verhalten beeinflussen. Der Fahrstil, Luftdruck in den Reifen und insbesondere die Heizung im Winter haben durchaus Auswirkungen. «Bedeutend optimieren kann man den Verbrauch beim Rekuperieren, also beim ‹vorausschauenden› Fahren», rät Piffaretti. Damit ist gemeint, alle Pedale loszulassen, sodass das Auto frei ausrollt und erst am Ende der Verzögerung elektrisch zu bremsen. «Diese Faktoren können zusammen sehr wohl bis zu 20 Prozent Differenz punkto Reichweite und Energiekosten ausmachen.» 

Das richtige Modell erlesen und erfahren

Beim Umstieg auf die E-Mobilität kommen also verschiedenste Fragen auf, die sich bei einem Verbrenner nicht unbedingt stellen würden. Nichtsdestotrotz kann man sich gut zurechtfinden. Der TCS bietet einen «Autosuche»-Konfigurator, der auch eine «erweiterte Suche» ermöglicht – inklusive TCO-Kosten und Umweltbilanz. So kann man sich vorhergehen ein Bild machen. «Danach lohnt es sich, ein E-Auto Probe zu fahren», empfiehlt Piffaretti. Auch 2021 finden in vielen Schweizer Städten E-Test-Drives statt. Alternativ kann man eine Probefahrt auch über den Handel organisieren oder – noch besser – ein Carsharing-Angebot von Mobility nutzen. Letzteres hat den Vorteil, dass man das E-Auto – und dank der vorhandenen Ladekarte in jedem Elektroauto, auch die Schnelllader von Gofast – ausgiebig über mehrere Tage testen kann.

Text SMA

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