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11 April 2021

Zeit für Unternehmen, digital aufzurüsten.

Der Onlinehandel boomt. Alle Welt ist in Kaufstimmung, coronabedingt hauptsächlich online. Für Unternehmen und Läden stellt dies eine neue Herausforderung, aber gleichzeitig auch eine Chance dar.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Onlinehandel im Jahr 2020 um rund 27 Prozent an. Durch die aufgrund von Corona beschränkten Möglichkeiten, vor Ort einzukaufen, investierten die Menschen 2020 13,1 Milliarden Franken in Onlinekäufe. Selbst weniger technikaffine Personen wagten den Schritt in die digitale Welt. Dies bedeutet natürlich für Unternehmen, dass eine starke digitale Präsenz gefragt und rascher Handlungsbedarf nötig war. Das Gute: Die Online-Reichweite macht selbst während der Pandemie vor kaum einer Landesgrenze Halt. Darüber hinaus sollte die Multichannel-Strategie Unternehmen stabile Umsätze trotz der Coronakrise garantieren. Doch dabei sind einige Aspekte zu beachten.

Die digitale Präsenz

Ein digitaler Konkurrenzkampf ist ausgebrochen: Etliche Unternehmen versuchen, die Aufmerksamkeit von potenziellen Kund*innen auf sich zu ziehen. Dabei stellt sich die Frage: Muss jede*r zwingend einen eigenen Onlineshop haben, um in der aktuellen Zeit zu überleben? Die Antwort lautet: Nein. Der digitale Handel bietet nämlich mehrere Marktplätze: Instagram, Facebook oder Ricardo gehören hierbei dazu. Fälschlicherweise wird die Notwendigkeit eines Onlineshops oftmals höher eingeschätzt, als es tatsächlich der Fall ist. Vor allem in der heutzutage extrem digitalisierten und technologisierten Welt kann einfach und kostengünstig über Social-Media-Plattformen die Aufmerksamkeit der Kundschaft erregt werden. Eine Webseite, welche das Unternehmen den Besucher*innen vorstellt, ist jedoch nicht wegzudenken, damit diese einen ersten Eindruck erhalten.

Mit der richtigen Strategie

Zu Beginn sollten einige Fragen geklärt werden. Was will das Unternehmen erreichen? Wo liegt dessen Kernkompetenz? Wo ist die Kundenfrequenz am höchsten? Liegt die Kernkompetenz des Unternehmens in der stationären Kundenbetreuung, so ist eine intensive, detailreiche E-Commerce-Strategie nicht notwendig, denn Letzteres bedarf Investitionen und Betreuung. Allenfalls reicht in diesem Fall ein kleiner Onlineshop mit wenigen, dafür aber ausgelesenen Artikeln aus. Sind solch grundlegende Fragen erst einmal geklärt, kann man sich entscheiden, ob ein Onlineshop nötig ist oder ob Alternativ-Plattformen wie Ricardo oder Anibis ausreichen. Bei diesen ist jedoch zu beachten, dass man ein Betrieb unter vielen ist, was im eigenen Online-Imperium genau nicht der Fall ist.

Der Nutzen eines stationären Shops sollte aber nicht in Vergessenheit geraten. Denn die Kundennähe zu pflegen und eine persönliche Bindung zu den Klient*innen zu schaffen, ist von grosser Wichtigkeit. Vorteile eines digitalen Shops sind jedoch ohne Frage die beinahe unbegrenzte Produktmenge und -vielfalt, welche angeboten werden kann.

Wie und wer online geht

Der Markt kann grundsätzlich in zwei Hauptbereiche unterteilt werden: Den Nischenmarkt und den Massenmarkt. Markenprodukte von Puma und Adidas gehören dabei zum Massenmarkt, während spezifische, einmalige Produkte, welche nur eine geringe Käuferschicht erreichen, zum Nischenmarkt zählen. Für Letztere lohnt sich eine digitale Präsenz sehr, da so eine Marktgegenwart und weltweite Reichweite geschaffen werden kann. Nur ein kleiner Laden in einer städtischen Nebengasse bringt keine allzu hohe Kundenfrequenz. Jedoch sind die Bemühungen mit der blossen Erstellung eines Onlineshops nicht abgeschlossen. Mit smarten Marketingmassnahmen müssen zunächst Interessierte angelockt und auf den digitalen Shop aufmerksam gemacht werden. Dabei lohnt es sich, die Bedürfnisse und Wünsche der Kundschaft zu erkennen und darauf einzugehen.

Welche Artikel gehen online?

Vor allem der Heimelektronikbereich erfreute sich eines bemerkenswerten Anstieges durch die Pandemie, da viele Leute im Homeoffice tätig waren und immer noch sind. Luxus- und Textilgüter litten eher, weil die Menschen sowie die Tourist*innen hauptsächlich zu Hause blieben und Güter dieser Art somit nicht beanspruchten. An dieser Stelle ist eine sorgfältige Produktplatzierung nötig: Zunächst erfolgt die Auswahl der Produktpalette, welche online angeboten werden soll. Wichtig ist, dabei vor allem erfolgreiche Artikel online zu vermarkten und nicht zu versuchen, die sogenannten Ladenhüter digital loszuwerden, denn diese lassen sich auch online nur schlecht verkaufen. Beliebte Produkte tragen hingegen dem Erfolg des digitalen Geschäftes bei.

Man ist nie zu früh

Unternehmen wie zum Beispiel Ikea, Dosenbach oder H&M, welche bereits von Anfang an die sogenannte Omni-Channel-Strategie anwandten, genossen einen Umsatzanstieg in der Coronakrise. Diese streuten ihre digitale Präsenz bereits früh, waren auf vielen Onlinekanälen aktiv und besassen bereits seit Längerem einen funktionierenden digitalen Shop. So waren diese Unternehmen bestens auf die Pandemie vorbereitet und konnten sofort handeln. Teilweise konnten sie sich kaum vor der grossen Zahl an Online-Käufen retten. Solche Firmen hatten somit einen Vorteil gegenüber anderen, welche online noch nicht so fortgeschritten waren. Nun heisst es, schleunigst digital aufrüsten.

Was uns erwarten wird

Dass es eines Tages keine Läden mehr geben wird und alle Welt nur noch online einkauft, ist unwahrscheinlich. Dazu sind das hautnahe Kauferlebnis und die persönliche Beratung vielen zu wichtig. In Zukunft geht man jedoch davon aus, dass die Kundenfrequenz an stationären Lagen, wie zum Beispiel an Bahnhöfen oder in der Innenstadt, abnimmt und dafür in ausserstädtischen Bereichen zunehmen wird. Kleingewerbe, welche ausserhalb des Zentrums liegen, können in der Zeit der Pandemie aufblühen und haben einen gewissen Vorteil gegenüber zentralen Geschäften, da die Menschen oftmals nur noch in der Wohngegend unterwegs sind. Da ein anhaltender zukünftiger Anstieg im Online-Bereich erwartet wird, sollen sich Unternehmen dennoch dafür wappnen und einen nächsten Schritt in die Digitalisierung wagen.

Text Vanessa Bulliard

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