Weil die Anforderungen an Sicherheit und Regulatorik steigen, müssen Unternehmen ihre Datenstrukturen auf- und umrüsten. Damit Datenströme und KI-Anwendungen zuverlässig laufen, braucht es skalierbare, sichere Cloud-Systeme – und ein vorausschauendes IT-Sourcing.
»64 Prozent der Unternehmen erwarten, dass deutsche Cloud-Provider in den kommenden drei Jahren ähnliche Funktionalitäten und Preise wie die Hyperscaler haben werden und dadurch an Relevanz gewinnen«, lautet eine zentrale Erkenntnis der Lünendonk-Studie »IT Sourcing Trends 2025/2026«, für die führende IT-Sourcing-Unternehmen und 121 Anwenderunternehmen aus verschiedenen Branchen, vor allem aus »der Industrie, dem Finanzsektor und anderen regulierten Branchen«, befragt wurden.
Entsprechend der zunehmenden Regulierungen und Sicherheitsaspekte ist allerdings auch klar: Die lokalen, nationalen oder europäischen Sicherungs- und Verarbeitungsstrukturen müssen besser werden.
Die Cloud-Transformation bleibe »ein zentrales und noch lange nicht abgeschlossenes Thema«, so Consultant Tobias Ganowski im Vorwort der Studie. »Zwar verfolgen die meisten Unternehmen eine Cloud-Strategie – sei es als Cloud-first, Cloud-too oder gar Cloud-only –, doch offenbaren sich bei der praktischen Umsetzung erhebliche Herausforderungen. Insbesondere beim Aufbau interner Kompetenzen zur Cloud-Steuerung, bei der Verankerung von Cloud-Governance-Strukturen und der Definition von Exit-Strategien zeigen viele Organisationen deutliche Schwächen.«
Im Vergleich zum Vorjahr wollen Unternehmen verstärkt in Managed Cloud-Services, Cybersecurity-Services, Cloud-Migration/Transformation und künstliche Intelligenz investieren, wobei die IT-Verantwortlichen in den Unternehmen Daten systematischer sammeln und über Data-Platforms verarbeiten wollen, »wodurch sich auch neue Use-Cases für (generative) KI ergeben«. Ohne Hilfe von außen geht es nicht mehr. Entsprechend den zunehmenden Regulierungen und Sicherheitsaspekten ist allerdings auch klar: Die lokalen, nationalen oder europäischen Sicherungs- und Verarbeitungsstrukturen müssen besser werden.
Lassen sich die Hyperscaler zähmen oder kopieren?
Die Cloud wird dabei auch zum Schrittmacher für zukünftige Softwarelösungen. Laut der 2025 publizierten Lünendonk-Studie »Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland« denken 77 Prozent der CIOs und IT-Entscheiderinnen und -entscheider im deutschsprachigen Raum, dass sie »bis zum Jahr 2030 überwiegend Cloud-native Softwarelösungen« einsetzen, »die auf entsprechenden Platform-as-a-Service-Modellen entwickelt werden«. Allerdings bestehe gerade im PaaS-Bereich eine »hohe technologische Abhängigkeit von den US-amerikanischen Hyperscalern«. Die spannende Frage in dem Zusammenhang: Können die Hyperscaler auch Souveränität anbieten – oder müssen sie so schnell wie möglich kopiert und vergleichbare europäische Strukturen aufgebaut werden?
Auch in der Planung der IT-Verantwortlichkeiten dürfte sich in den Unternehmen zukünftig noch einiges ändern. »Mit der zunehmenden Digitalisierung der Customer-Journey und dem Aufbau digitaler Plattformen steigen die Anforderungen an die IT zur serviceübergreifenden Orchestrierung massiv an«, heißt es in der Studie. CIOs benötigten dafür »strategische IT-Dienstleistungspartner, die nicht nur Technologien integrieren, sondern auch Business- und IT-Prozesse entlang des gesamten Lebenszyklus steuern können – von Marketing und Vertrieb bis hin zu Operations und Customer-Service«. Über kurz oder lang werde der »Wechsel von projektzentrierten Modellen hin zu produktzentrierten Teams (z. B. für digitale Services oder Plattformen) neue Formen der Verantwortungsteilung und Lieferfähigkeit« erfordern.
Unternehmen müssen mehr denn je anderen Unternehmen vertrauen – und entsprechend muss Know-how über Produkte und Prozesse in beide Richtungen fließen.
Tatsächlich wird die Cloud zum Dreh- und Angelpunkt eines kontinuierlichen Datenflusses, der nicht nur sicher sein und intelligent genutzt werden soll. »Vor dem Hintergrund der aktuell stattfindenden Marktentwicklungen rund um Cloud-Transformation und AI-Skalierung« planen knapp die Hälfte der befragten IT-Verantwortlichen eine »stärkere Nutzung von Shoring-Regionen (55 Prozent) sowie die Verlagerung des Großteils der IT-Infrastruktur in die Cloud und den gleichzeitigen Bezug von IT-Services aus der Cloud (49 Prozent)«. Weil zunehmend Fachkräfte fehlen, könnten in den kommenden Jahren auch IT-Themen, die bislang noch in den Unternehmen bearbeitet werden, an externe Dienstleister gehen. Womit erneut Managed Services in den Vordergrund rücken, »die sich auf dedizierte Skills und Rollen beziehen, sodass Kunden-Teams durch externe Mitarbeiter unterstützt werden und gleichzeitig die Managed-Service-Provider eine technologische Verantwortung für den jeweiligen Geschäftsprozess haben«. Die Wege von Unternehmen sind keine Einbahnstraßen mehr. Unternehmen müssen mehr denn je anderen Unternehmen vertrauen – und entsprechend muss Know-how über Produkte und Prozesse in beide Richtungen fließen.
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