50+ Gesundheit Krankheit

Gelenke wie geschmiert

07.06.2012
von Sybille Bruetsch-Prevot

Gelenkschmerzen sind häufige Beschwerden bei Menschen über 50. Vorbeugen ist zwar besser als heilen – aber was tun, wenn die Schmerzen nun mal da sind? 

Bei älteren Menschen sind vor allem Kniegelenke, Fingergelenke, Hüftgelenke und Schultergelenke von Gelenkbeschwerden betroffen. Diese Symptome können das Gelenk oder dessen Bereiche wie Bänder, Sehnen und Schleimbeutel betreffen. Der Knorpelabbau und Knochenumbau der Gelenke (Gelenk- verschleiss) sind bei über 50-Jährigen die häufigste Ursache dafür. 

Linderung Verschaffen 

Praktisch alle Menschen – also auch jüngere – leiden im Laufe ihres Lebens an Gelenkschmerzen. Fehlbelastung ist oft die Ursache dafür, sei sie arbeits- oder auch sportbedingt. Alles, was die Gelenke einseitig dauerbelastet (ständiges Sitzen, Stehen oder Autofahren) sollte vermieden oder regelmässig mit Dehn- und Gymnastikübungen unterbrochen werden. Akute Schmerzen lindert man mit Kälte: Coldpack oder Eis auflegen. Chronische Schmerzen (also solche, die länger als zwölf Wochen dauern) werden mit Wärme behandelt: Hirsekissen oder Chriesisteinsäckli, Wärmeflaschen oder auch Fangopackungen. Wirksam sind zudem entspannende Bäder, am besten mit medizinischem Badesalz. Dieses regt die Durchblutung an und lindert Muskelverspannungen und Schmerzen. Und ist zudem eine Wohltat für die Haut. 

Optimal für die Gelenke sind sanfte Bewegungsabläufe. 

Sport? Ja, aber … 

Sport ist grundsätzlich eine gute Sache und kann auch bei Gelenkbeschwerden helfen. Allerdings gilt es schnelle Bewegungswechsel und Stösse zu vermeiden – Tennis, Squash, Joggen auf hartem Untergrund sind also nicht zu empfehlen. Ver- boten ist selbstverständlich auch, in den Schmerz hinein zu trainieren! Optimal für die Gelenke sind «sanfte» Bewegungsabläufe wie beim Velofahren, Wandern, Walken und Wassersport.
Bei regelmässig auftretenden Gelenkschmerzen, Gelenkgeräuschen und natürlich bei chronischen Gelenkbeschwerden muss ein Arzt konsultiert werden. Das gilt in erster Linie, wenn das Gelenk gerötet und angeschwollen ist. Der Arzt kann die richtige Diagnose stellen, Medikamente und Therapie verschreiben. Nicht immer ist es möglich, die Gelenkbeschwerden voll und ganz auszuheilen – eine Verbesserung der Lebensqualität hingegen schon. 

Die Psyche nicht vergessen

Anhaltender Stress und psychische Dauerbelastung sind Gift für den menschlichen Bewegungsapparat. Andererseits verursachen chronische Gelenkbeschwerden nicht selten psychische Reaktionen. Ein Teufelskreis, den es mit professioneller Hilfe zu durchbrechen gilt. Nicht umsonst wird bei Gelenkbeschwerden der ganze Mensch behandelt, damit die Balance zwischen Körper und Seele stimmt. Loslassen, entspannen und sich auf das Gesunde im eigenen Körper zu konzentrieren, sind dabei elementare Aspekte.

Text: Sybille Brütsch-Prévôt

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