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«Unser Verständnis von Gesundheit hat sich grundlegend gewandelt»

19.03.2026
von SMA

Pflanzliche Arzneimittel werden immer beliebter. Das hat nichts mit Esoterik zu tun, denn Phytopharmaka punkten durch Evidenz und geprüfte Sicherheit. Im Interview spricht Georg Boonen, CEO der Max Zeller AG, über echte Gesundheitskompetenz, das Potenzial der neuen Linie «zeller plus» – und warum Authentizität für ihn das Fundament von allem ist.

Georg BoonenCEO

Georg Boonen
CEO

Herr Boonen, «Phytopharmaka» (pflanzliche Arzneimittel) erfreuen sich in der Schweiz grosser Beliebtheit. Wo sehen Sie aktuelle Chancen für die Branche? 

Tatsächlich erleben Phytopharmaka derzeit eine «Renaissance» – nicht als kurzfristige Modeerscheinung, sondern als Ausdruck eines internationalen Megatrends hin zu mehr Naturverbundenheit, Nachhaltigkeit und Eigenverantwortung in Gesundheitsfragen. Die grosse Chance für unsere Branche liegt dementsprechend darin, dass pflanzliche Arzneimittel heute nicht mehr allein wegen ihrer Herkunft geschätzt werden, sondern aufgrund ihrer wissenschaftlich dokumentierten Wirksamkeit und ihres geprüften Sicherheitsprofils. In der Schweiz ist es uns gelungen, in Indikationen wie Menopause, PMS (Prämenstruelles Syndrom) oder Schlafstörungen vom Nischenanbieter zu einem etablierten Bestandteil der medizinischen Versorgung zu werden. 

Gibt es auch Herausforderungen im Feld der pflanzlichen Arzneimittel?

Ja, diese zeigen sich vor allem im Spannungsfeld zwischen Versorgungsauftrag und zunehmendem Kostendruck. Gerade jene pflanzlichen Arzneimittel, die von der obligatorischen Krankenversicherung rückerstattet werden und damit Teil der medizinischen Grundversorgung sind, geraten stärker unter Preisdruck. Die Diskussion um steigende Gesundheitskosten ist legitim und notwendig. Gleichzeitig steigen die Anforderungen und Investitionen in Forschung, regulatorische Dossiers, Qualitätssicherung, Rohstoffe, Energie sowie die Herstellung kontinuierlich. Dadurch entsteht ein strukturelles Ungleichgewicht zwischen sinkenden Preisen und gleichzeitig steigenden Anforderungen an Qualität und Evidenz. Die Schweizer Bevölkerung hat sich mit dem Verfassungsartikel zur Komplementärmedizin klar für die Berücksichtigung komplementärmedizinischer Methoden im Gesundheitssystem ausgesprochen. Um diesem klar formulierten Willen gerecht zu werden, braucht es stabile und verlässliche Rahmenbedingungen, die Innovation, Versorgungssicherheit und unternehmerische Nachhaltigkeit langfristig ermöglichen. Wir wünschen uns daher ein regulatorisches Umfeld, das Qualität und Evidenz nicht nur fordert, sondern ihre langfristige Sicherstellung auch ermöglicht. 

Das Gesundheitsbewusstsein hierzulande nimmt zu. Welche Auswirkungen hat dies auf Ihr Geschäftsfeld? 

Wir erleben einen echten Paradigmenwechsel: Früher gingen Menschen zum Arzt, wenn sie krank waren. Heute möchten sie verstehen, wie sie gesund bleiben können und welchen Einfluss ihr Lebensstil auf ihr Wohlbefinden hat. Die Informationsmöglichkeiten im digitalen Zeitalter sind nahezu unbegrenzt. Gesundheitskompetenz, Selbstwirksamkeit sowie ganzheitliches Denken haben deutlich an Bedeutung gewonnen, die Pandemie hat diese Entwicklung zusätzlich beschleunigt. Das verändert auch unser Verständnis von Gesundheit: Wir betrachten sie nicht mehr ausschliesslich als die Abwesenheit von Krankheit, sondern als ein Kontinuum zwischen Stabilisierung und Behandlung. Deshalb verfolgen wir bewusst eine duale Strategie. Einerseits entwickeln wir hoch regulierte, evidenzbasierte Phytopharmaka für klar definierte Indikationen. Andererseits bieten wir pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel an, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen und im Rahmen eines gesundheitsbewussten Lebensstils zur Unterstützung normaler Körperfunktionen eingesetzt werden können. Mir ist wichtig, dass auch in diesem Bereich nachvollziehbare Mechanismen und Daten im jeweils regulatorisch vorgesehenen Rahmen vorliegen. Unsere Glaubwürdigkeit hängt davon ab, dass wir unseren wissenschaftlichen Anspruch konsequent wahren, unabhängig davon, ob es sich um ein Arzneimittel oder um ein Nahrungsergänzungsmittel handelt. 

Wir erleben einen echten Paradigmenwechsel: Früher gingen Menschen zum Arzt, wenn sie krank waren. Heute möchten sie verstehen, wie sie gesund bleiben können und welchen Einfluss ihr Lebensstil auf ihr Wohlbefinden hat.– Georg Boonen,
CEO

Wie stellen Sie vor diesem Hintergrund sicher, dass Max Zeller die Bedürfnisse der Kunden im Fokus hat und gleichzeitig innovativ ist und bleibt? 

Wir beobachten sehr genau, wo ein relevanter medizinischer Bedarf besteht. In vielen Indikationen stehen bewährte chemisch-synthetische Wirkstoffe zur Verfügung, die für zahlreiche Patientinnen und Patienten unverzichtbar sind. Pflanzliche Arzneimittel verstehen wir deshalb nicht als Gegenentwurf zur klassischen Pharmakotherapie, sondern als evidenzbasierte Ergänzung innerhalb des bestehenden Therapiespektrums. Gerade in der Gynäkologie zeigt sich, dass Behandlungsoptionen ohne hormonelle Wirkmechanismen in der Menopause oder bei PMS innerhalb der zugelassenen Indikationen eine therapeutische Option darstellen können. Ähnliches gilt für Bereiche wie Schlafstörungen oder leichte depressive Verstimmungen, in denen zugelassene Phytopharmaka gemäss ihrer Indikation eingesetzt werden können. Unser Anspruch ist es, das therapeutische Spektrum verantwortungsvoll zu erweitern und individuelle Bedürfnisse im Rahmen der bestehenden regulatorischen Vorgaben zu berücksichtigen. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach Transparenz: Viele Menschen möchten verstehen, woher ein Produkt stammt, wie es hergestellt wird und welche Qualitätsstandards gelten. Mit unserer konsequenten «Seed to patient»-Orientierung begleiten wir die Wertschöpfungskette vom Saatgut bis zum fertigen Produkt eng und qualitätsgesichert. 

In diesem Zusammenhang: Die neue Linie «zeller plus» wurde kürzlich lanciert. An wen richtet sich das Sortiment dieser Nahrungsergänzungsmittel – und was zeichnet die Produkte aus? 

Mit «zeller plus» betreten wir bewusst ein Feld, das bereits von vielen Unternehmen besetzt ist. Unser Anspruch ist jedoch, auch im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel einen klaren, wissenschaftlich fundierten Akzent zu setzen. Das erste Produkt, «PhytoCacao Cardio», basiert auf Kakaoflavanolen. Die tägliche Aufnahme von 200 Milligramm Kakaoflavanolen trägt gemäss zugelassenem Health-Claim zur Erhaltung der Elastizität der Blutgefässe bei, was zu einem normalen Blutfluss beiträgt. Dass wir diese Konzentration dank eines innovativen Kaltwasser-Extrusionsverfahrens in stabiler und reproduzierbarer Form verfügbar machen können, ist technologisch anspruchsvoll und Ausdruck unseres Qualitätsanspruchs. Wir richten uns damit an Menschen, die ihre normale Gefässfunktion im Rahmen eines gesundheitsbewussten Lebensstils unterstützen möchten. 

Für mich ist entscheidend, dass sich «zeller plus» als Ergänzung unseres Portfolios versteht. Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel erfüllen unterschiedliche regulatorische und gesundheitliche Funktionen. Diese Differenzierung ist uns wichtig. 

Welches Zeller-Produkt ist für Ihren persönlichen Alltag ein unverzichtbarer Begleiter? 

Ich benötige gelegentlich Unterstützung beim Schlaf. Flugreisen, späte Abendessen oder intensive Verhandlungen führen dazu, dass der Tag zwar endet, die Gedanken aber noch lange nicht. Wenn ich merke, dass mir die innere Ruhe fehlt, greife ich auf «zeller schlaf» zurück. Im kommenden Jahr feiere ich einen runden Geburtstag. Ich fühle mich gesund und leistungsfähig, und gerade deshalb achte ich bewusster auf meinen Lebensstil. «PhytoCacao Cardio» ist Teil meiner täglichen Routine geworden. Dank der bereits erwähnten Erhaltung der Elastizität der Blutgefässe ist das Nahrungsergänzungsmittel zu einem wesentlichen Baustein in einem insgesamt ausgewogenen Lebensstil geworden.  

Ich bin überzeugt, dass Führung ein Handwerk ist und kein Persönlichkeitsmerkmal. Man lernt es, reflektiert, macht Fehler und wächst im Idealfall daran.– Georg Boonen,
CEO

Ein innovatives Unternehmen lebt von seiner Kultur. Was ist Ihnen bei der Führung wichtig, um ein starkes Wir-Gefühl zu schaffen? 

Ich bin überzeugt, dass Führung ein Handwerk ist und kein Persönlichkeitsmerkmal. Man lernt es, reflektiert, macht Fehler und wächst im Idealfall daran. Entscheidend ist für mich weniger die einzelne Führungsperson als das Umfeld, das wir gemeinsam gestalten. Unsere Kultur lebt von einem respektvollen Miteinander und einem starken Wir-Gefühl. Wir identifizieren uns mit dem, was wir tun, weil wir überzeugt sind, einen wertvollen Beitrag leisten zu dürfen. Diese Haltung prägt, wie wir diskutieren, entscheiden und Verantwortung übernehmen. Herausforderungen lösen wir gemeinsam. Innovation wirkt von aussen oft wie die Leistung einer einzelnen Person. In der Realität entsteht eine tragfähige Idee jedoch meist im Dialog. Sie wird geschärft, hinterfragt und weiterentwickelt. Und zur Umsetzung braucht es immer ein starkes Team. 

Mir ist wichtig, Mitarbeitenden früh Verantwortung zu geben. Vertrauen setzt Eigenständigkeit und Energie frei, die sich nicht verordnen lassen. Diversität ist dabei ein zentraler Innovationsmotor. Unterschiedliche fachliche Hintergründe, Altersgruppen, kulturelle Perspektiven und Denkweisen führen zu differenzierteren Entscheidungen. Ein Team, das verschiedene Sichtweisen konstruktiv zusammenführt, denkt weiter und nachhaltiger. Und vielleicht ist Authentizität das Fundament von allem: Führung bedeutet für mich nicht, auf jede Frage sofort eine Antwort zu haben. Es geht darum, die richtigen Fragen zu stellen und einen Rahmen zu schaffen, in dem Mitarbeitende ihr Potenzial entfalten können. 

Welche aktuellen Trends erachten Sie als wichtig für Ihre Kunden und Ihr Unternehmen? 

Unsere Branche wird von mehreren Entwicklungen geprägt. Die wichtigste ist die Verschiebung von reiner Krankheitsbehandlung hin zu echter Gesundheitskompetenz. Menschen möchten verstehen, was in ihrem Körper geschieht, um selbstbestimmt entscheiden zu können. Dieses Bedürfnis nach Transparenz verändert unseren Auftrag. Auch Nachhaltigkeit wird neu gedacht. Unser Ansatz, die Wertschöpfungskette vom Saatgut bis zum fertigen Produkt eng zu begleiten und qualitätsgesichert zu steuern, steht für langfristiges Denken und Verantwortung.  Zugleich erfährt die evidenzbasierte Phytomedizin international wachsende Anerkennung. In bestimmten Indikationen werden zugelassene Phytopharmaka als ergänzender Bestandteil moderner Therapiekonzepte eingesetzt und sind teilweise auch erstattungsfähig. Ich bin überzeugt, dass das therapeutische Potenzial der Arzneipflanzen noch lange nicht ausgeschöpft ist und freue mich darauf, gemeinsam mit dem Zeller-Team dieses Potenzial weiter zu erschliessen.

Weitere Informationen unter zellerag.ch

Über Max Zeller Söhne AG

Die Max Zeller Söhne AG hat sich auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von pflanzlichen Arzneimitteln mit klinisch bewiesener Wirksamkeit spezialisiert. Das KMU beschäftigt an den Standorten Romanshorn und Uttwil rund 170 Mitarbeitende.

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