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Den Weg zu einer gesunden Arbeitskultur schaffen!

28.01.2026
von SMA

Gesunde Selbstführung, mehr Klarheit im Alltag, tragfähige Beziehungen im Team: Das neue CAS-Programm «Mindful Leadership» vermittelt zentrale Kompetenzen für eine zeitgemässe Arbeits- und Führungspraxis. Ein Interview mit Dozentin Sarah Bestgen.

Sarah Bestgen,Dozentin

Sarah Bestgen
Dozentin

Frau Bestgen, was ist der Grundgedanke hinter dem CAS-Programm «Mindful Leadership»?

Der Bedarf an Tools, die dabei helfen sollen, mit dem Führungsalltag zurechtzukommen, ist sehr gross. Klassisches Bild: Es brennt an jeder Ecke und man weiss gar nicht, wo man zuerst löschen soll. Man kümmert sich um den Umgang mit schwierigen Situationen und um das Hin-und-Hergezogen-Werden zwischen den Fronten. In diesem Zusammenhang muss es aber auch darum gehen, die Ambiguitätstoleranz zu stärken – denn wenn es nur die Wahl zwischen zwei schlechten Optionen gibt, ist es wichtig, danach wieder mit sich selbst ins Reine zu kommen.

Eine weitere Beobachtung ist, dass sich viele Führungspersonen zugunsten des Teams zurückstellen. Diese Erfahrung ist eine harte Schule. Deshalb schauen wir die eigenen stärkenden Faktoren an, die dabei helfen, die Resilienz zu erhöhen. In einem anderen CAS-­Programm tun wir das schon, indem wir uns einen Tag lang dem Thema «Umgang mit Stress» widmen. Das ist sehr beliebt und hat uns gezeigt, dass es neben den Grundlagen von Teamführung und Management noch etwas anderes braucht. Führungskräfte brauchen einen Bezug zu sich selbst, zu ihren Stärken und Grenzen. Und sie brauchen Werkzeuge, um damit zu arbeiten. Mit dem CAS-Programm «Mindful Leadership» können wir diese Lücke schliessen.

Wie ist das Programm aufgebaut und wie sieht es konkret aus?

Es ist in drei Teile unterteilt, durch die sich der Grundgedanke der Achtsamkeit nahtlos durchzieht. Zunächst geht es darum, auf die eigene Person zu schauen. Anschliessend wird auf den Führungskontext und die Zusammenarbeit geschaut – ob das nun auf Projektleitungs-, Teamleitungs- oder auf kollegialer Ebene ist. Zum Schluss schauen wir auf die Rahmenbedingungen des Ganzen: Wie ist die Organisationsstruktur? Was braucht es für die Führung? Das können ganz banale Sachen sein. Ein Beispiel: Der Kollege kommt schlecht gelaunt zur Tür herein und trifft mit dieser Laune auf mich. Was mache ich? Tatsächlich gibt es ganz einfache Kniffe, damit es einen selbst nicht runterzieht. Im CAS stellen wir viele Zugänge in Form verschiedener Achtsamkeitsübungen vor.

Man kann auch ohne originäre Führungsrolle etwas für sich herausziehen. – Sarah Bestgen, Dozentin

Überhaupt sind wir selten den ganzen Tag im Unterricht. Nachmittags fällt die Konzentration ja zunehmend schwer, so gehen wir etwa in den Wald und machen Achtsamkeitsübungen. Oder es gibt ein gemeinsames achtsames Mittagessen online. Im CAS bieten wir viele kleine Elemente, mit denen sich Entschleunigung üben lässt oder der «Monkey Mind» – das ruhelose oder sprunghafte Denken – wieder in den Fokus gesetzt oder konzentriert nach aussen gerichtet werden kann. Zum Schluss können die Teilnehmenden aus einem Strauss an Methoden aussuchen, was für sie am besten geeignet ist.

Wieso braucht es den Fokus auf Achtsamkeit?

In den vergangenen Jahren, spätestens seit Covid, sind psychische Gesundheit und der Umgang mit Herausforderungen am Arbeitsplatz sehr wichtige Themen geworden. Ich bin überzeugt davon, dass eine achtsame Haltung und achtsame Organisationskultur hier einen Mehrwert bieten können. Natürlich ist das keine Lösung für alles, aber ich glaube, es ist ein wertvoller Grundstein, den man legen kann – für sich selbst und für andere.

Für wen ist das CAS-Programm gedacht? Ausschliesslich für Führungskräfte?

Nein. Es ist für alle, die eine gewisse Offenheit haben, sich mit sich selbst, mit ihrem Stresslevel und ihrem Umgang mit dem alltäglichen privaten und beruflichen Umfeld auseinanderzusetzen. Führung spielt da sicher eine Rolle, aber es kann auch eine kollegiale Führung oder eine Fachführung sein. Der Aufbau ist jedenfalls so, dass man sich zunächst mit sich selbst und anschliessend mit den Menschen im Umfeld auseinandersetzt. Man kann also auch ohne originäre Führungsrolle etwas für sich herausziehen. Je nachdem, in welcher Organisationsstruktur man sich bewegt, gibt es ja auch keine klassische Hierarchie mehr.

Zum Schluss noch der Blick auf die Herausforderungen der Zukunft: Welche ideale Rolle hat das Ich in der Arbeitswelt von morgen?

Die ideale Rolle wäre sicher eine ausbalancierte, in der alle Lebensbereiche gut harmonieren. Das ist oft nicht durchweg realistisch, aber Annäherung ist ja immer ein Ziel. Und diesem Ziel kommen wir mit dem Generationenwechsel näher, den wir zunehmend spüren: Sowohl die Generation Z als auch die Generation Alpha, die langsam auf den Arbeitsmarkt kommt, haben einen anderen Zugang zu Gesundheitsthemen. Sie wollen nicht um jeden Preis die Karriereleiter hinaufklettern, sie haben – das beobachte ich auch bei jüngeren Kolleg:innen – einen anderen Fokus auf sich. Ich glaube, dass das realistische Ich von morgen sagt: «Ich schaue darauf, dass es mir gut geht. Und nur, wenn es mir gut geht und ich meine Bedürfnisse beachten und äussern kann, kann ich gut auf die anderen schauen.» Mit dieser Haltung kann man, glaube ich, den Weg zu einer gesunden Arbeitskultur schaffen. Und dafür gibt es Tools, die man erlernen kann – egal, welcher Generation man angehört oder welches Vorwissen man hat. Wir sprechen alle an, die diesen Themen offen gegenüberstehen und sowohl die wissenschaftlichen Grundlagen als auch die praktischen Übungen kennenlernen möchten.

Weitere Informationen unter fhnw.ch/s04

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