Kritische Infrastrukturen, komplexe Gebäudestrukturen und neue Anforderungen an den Zutritt verändern den Sicherheitssektor spürbar. Roberto Creutziger, Leiter Vertrieb Gemos bei BKS GmbH, und Dirk Wellsow, Produktmanager für elektronische Schließsysteme, sprechen über die wachsende Verzahnung von physischer Sicherheit und IT-Lösungen über die Rolle integrierter Systeme – und darüber, weshalb Sicherheit heute weit über einzelne Komponenten hinausgeht.
Wo liegen für Unternehmen und Einrichtungen aktuell die größten Herausforderungen beim Schutz kritischer Infrastrukturen?
Creutziger: Die größte Herausforderung ist aus meiner Sicht, dass physische Sicherheit und IT-Sicherheit nicht mehr getrennt betrachtet werden können. Genau diese stärkere Verzahnung erhöht den Handlungsdruck. Hinzu kommen hohe Investitionen, weil es im KRITIS-Umfeld oft nicht nur um einzelne Gebäude, sondern um weitläufige Anlagen geht, die umfassend abgesichert werden müssen. Gleichzeitig steigen die administrativen Anforderungen, etwa bei Meldeketten, Dokumentationspflichten und Haftungsfragen. Viele Unternehmen stellen erst jetzt fest, dass sie von diesen Vorgaben überhaupt betroffen sind, obwohl ihnen dafür oft noch die nötigen Strukturen und Ressourcen fehlen.
Wie hilft Gemos dabei, komplexe, heterogene Systemlandschaften zusammenzuführen?
Creutziger: Die Stärke von Gemos liegt vor allem darin, dass wir unterschiedliche Gewerke und Fabrikate herstellerneutral auf einer Oberfläche zusammenführen können. Statt zwischen verschiedenen Systemen zu wechseln, arbeiten die Nutzenden mit einer einheitlichen, intuitiven Benutzeroberfläche und klar definierten Abläufen. Das ist besonders dann entscheidend, wenn schnell gehandelt werden muss. Lagepläne, automatisierte Workflows und dokumentierte Maßnahmenketten helfen dabei, Übersicht zu schaffen und Prozesse verlässlich umzusetzen. Gerade für KRITIS-Betreiber ist das ein großer Vorteil, weil aus vielen Einzelsystemen ein integrierter Handlungsrahmen wird. Gleichzeitig reduziert das die Komplexität im Alltag und hilft dabei, auch in Stresssituationen strukturierter und fehlerfrei zu handeln. Wichtig – BKS begleitet die Unternehmen bei der Planung und Implementierung des Systems durchgängig.
Viele Lösungen von BKS sind auch klassisch mechanisch. Wo gewinnt Elektronik heute an Bedeutung?
Wellsow: Elektronik spielt auch bei klassischen Schließlösungen eine immer größere Rolle. Besonders relevant sind hybride Lösungen, also die Verbindung mechanischer und elektronischer Komponenten. Damit lassen sich Zutrittsrechte deutlich flexibler steuern, etwa bei zeitlich begrenzten Berechtigungen, wechselnden Nutzergruppen oder in Bereichen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen oder auch ganz einfach über elektronische Kontakte im Türschloss, ob eine Tür verriegelt ist oder nicht. Solche Lösungen spielen ihre Vorteile auch im Rahmen von Modernisierungen in Bestandsgebäuden aus. Hinzu kommen smarte mobile Anwendungen, bei denen das Smartphone selbst zum Schlüssel wird – wie beispielsweise unsere ixalo | key App sowie Cloud-basierte Lösungen, die Verwaltung und Updates vereinfachen. Das ist vor allem dort sinnvoll, wo hohe Sicherheitsanforderungen bestehen oder bestehende Infrastrukturen nicht von heute auf morgen komplett ersetzt werden können. Aus meiner Sicht geht es dabei nicht nur um Komfort, sondern auch um mehr Flexibilität, bessere Steuerbarkeit und langfristig oft um wirtschaftliche Vorteile.
Das ganze Interview unter bks.de


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