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Zürich
28 September 2020

Mut zur Farbe in der Wohnungseinrichtung.

Wir kleiden uns bunt, fahren ein Auto in unserem Lieblingsrot und umgeben uns gerne mit fröhlichen Farben – doch beim Wohnen verlassen wir uns meistens auf klassisches Weiss. Schade, denn Farben haben auch im Zuhause grosse positive Wirkung auf unser Wohlbefinden.

Die pinkfarbene Hochsicherheitszelle im Gefängnis in Pfäffikon ZH hat im Frühjahr 2010 Schlagzeilen gemacht: Sie ist aggressiven, randalierenden Verbrechern vorbehalten, die sich in den grellbunten Wänden innert kürzester Zeit beruhigen sollen. Pink als Wundermittel gegen Aggression. Was im Gefängnis wirkt, hat auch in den eigenen vier Wänden seine Gültigkeit. Das Zimmer des pubertären Sohnes in Bazooka-Pink zu streichen, damit sich sein überbordendes Gemüt schneller beruhigt – davon ist allerdings abzuraten, wenn man den Hausfrieden nicht gefährden will …

Welche Farbe für welchen Raum?

Natürlich will der Griff zu Pinsel und Farbe wohlüberlegt sein, bevor man allen Wänden einen Anstrich verpasst. Von welchen Farben fühlen Sie sich angezogen? Welche beruhigen oder beleben Sie? Empfinden Sie warme Farben als behaglich oder eher als bedrückend? Wirken kalte Farben auf Sie entspannend oder eisig? Als Erstes sollten Sie generelle und längst überholte Regeln, dass gewisse Farben «sich beissen», vergessen. Innenarchitekten beweisen mit ihren gewagten Kreationen immer wieder das Gegenteil! Ein grosses Brett –ähnlich einer Pinnwand – ist eine wertvolle Hilfe, wenn Sie das Farbkonzept für einen bestimmten Raum erarbeiten. Dieses wird mit der ausgewählten Farbe bemalt und danach werden Stoff-, Farb- und Teppichmuster daraufgeklebt oder -geheftet. So lässt sich erkennen, ob die Farben (und eventuell auch Muster) miteinander harmonieren.

Farbe und Licht

Wie eine Wandfarbe bei unterschiedlichen Lichtbedingungen wirkt, lässt sich schwer voraussagen. Eine Farbe, die im künstlichen Licht des Farbgeschäfts super aussah, kann im sonnigen Kinderzimmer oder dem fensterlosen Badezimmer ganz anders wirken. Bemalen Sie deshalb zuerst ein grosses Stück Karton mit der ausgewählten Farbe und halten oder noch besser hängen Sie ihn an die Wand. So sehen Sie bei verschiedenen Tages- und Nachtzeiten, wie die Farbe wirkt und ob sie Ihnen wirklich gefällt. Glühbirnen verleihen beispielsweise allem eine gelbliche Tönung, Blau wirkt wie Grün und Weiss wirkt schmutzig. Neonröhren hüllen alles in ein kaltes, hartes Blau. Das Zusammenspiel von Licht und Farbe kann man sich perfekt zunutze machen: Ein düsteres Zimmer wirkt mit warmen Farben viel behaglicher. Ein Raum, der tagsüber von Hektik geprägt und hell von der Sonne beschienen ist, wirkt durch kühles Blau und Grün sanfter.

Neonröhren hüllen alles in ein kaltes, hartes Blau.

Farben und ihre Wirkung

Auch wenn Sie intuitiv fühlen, welche Farbe die für Sie richtige ist, hilft es, die Merkmale der gängigsten Farben zu kennen. Rot ist eine mutige Farbe und steht für Leidenschaft, Energie und Vitalität. Gelb wirkt beschwingt und heiter, hebt die Stimmung und verleiht Freude. Es erfüllt das Haus mit Sonnenschein, gleichgültig, ob es ein warmes Gelb (Safrangelb, Sonnenblumengelb) oder ein kühles (Zitronengelb) ist. Grün ist die Farbe der Natur und steht für Harmonie und Leben. Es wirkt beruhigend und entspannend und gehört zu den unkompliziertesten Farben für die Gestaltung der Wohnung oder des Hauses. Blau kann – muss aber nicht – kühl wirken. Blassblau vermittelt Frieden, Kobaltblau stimuliert und Marineblau ist ein zeitloser Klassiker.

Kleine Veränderungen, grosse Wirkung

Für welche Farbe(n) Sie sich auch entscheiden – Sie werden die positiven Schwingungen, die Ihr in Blau, Grün oder Gelb getunktes Zuhause vermittelt, spüren und fühlen. Wer nicht gerade ganze Wände bunt malen möchte, kann selbstverständlich ganz einfach mit farbigen Accessoires Farbtupfer anbringen. Der Küche beispielsweise können bereits eine trendige Design-Kaffeemaschine in einer peppigen Farbe oder neue, moderne Griffe einen frischen Hauch verleihen. Kleine Veränderungen haben oft eine grosse Wirkung – das gilt übrigens auch für Ihren Teenager-Sohn: Anstatt ihn nach seinem Pfadi-Lager mit einem pinken Zimmer zu überraschen, stellen Sie ihm besser einen hübschen Blumenstrauss in kräftigem Rosa auf den Nachttisch. Beruhigt das Temperament ebenso und kann nach einer Woche ohne schlechtes Gewissen wieder entsorgt werden.

Welche Trends sind im Küchenbereich auszumachen?

Es dominieren nach wie vor die Modefarben Schwarz und Weiss, da mit diesen neutralen Farben eine gewisse Zeitlosigkeit erreicht werden kann. Kräftige Farben werden als Akzente in der Dekoration einer Küche eingesetzt. Hierbei machen frische Farbtöne wie Gelb oder ein helles Grün das Rennen. Auch dunklere Rottöne sind nach wie vor in.

Welche Materialien stehen hoch im Kurs?

Bei den Küchenmöbeln haben sich die robusten Kunstharzfronten immer mehr durchgesetzt. Kein Wunder, dass man gerade in diesem Bereich viele trendige Innovationen zeigen kann. Die immer echter wirkenden Holzdekore werden neu durch raffinierte Oberflächenstrukturen in die dritte Dimension erhoben und werden damit den Echtholzvarianten immer ähnlicher. Bei den Küchenabdeckungen geht der Trend stetig vom Klassiker Granit weg. Selbst wenn heute immer noch die meisten Küchen mit Granitabdeckungen verkauft werden, gewinnen die Kunststeine immer mehr an Bedeutung. Neben den teuren Acrylstein-Varianten kommen heute immer mehr Kunststeine aus Quarzsand zum Einsatz. Einerseits sind diese Materialien in der Farbgestaltung einheitlich und vielseitig. Andererseits können ihre Oberflächen ebenfalls mit einer räumlichen Struktur versehen werden.

Einen weiteren Artikel zu diesem Thema gibt es hier.

Text Sybille Brütsch-Prévôt

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