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Zürich
23 November 2020

Diabetes und Cholesterin im Alter aktiv vorbeugen.

In der Schweiz leben mehr als 350000 Menschen mit zu hohen Blutzuckerwerten. Die Dunkelziffer ist hoch. Diabetes Typ 2, auch «Zuckerkrankheit» oder «Altersdiabetes» genannt, verbreitet sich gemäss der WHO weltweit wie eine Epidemie. Mit einer Veränderung von lieb gewonnenen Lebensgewohnheiten ist oft schon viel zu erreichen.

Über die Hälfte der Betroffenen wissen nichts von ihrer Erkrankung, da Diabetes Typ 2 im Frühstadium schwer zu diagnostizieren ist. Häufig wird diese Krankheit erst beim Eintreten von Spätfolgen entdeckt, was nicht selten eine unausweichliche, massive Einschränkung der Lebensqualität bedeutet. Ab 45 Jahren steigt die Insulinresistenz rapide an. Die Bauchspeicheldrüse ist erschöpfungsgefährdet, weshalb es zu erhöhtem Blutzuckerspiegel kommt. Wenn konstant zu viel Zucker (Glukose) im Körper kreist, steigt das Risiko für einen Ausbruch von Diabetes Typ 2. Eine Blutzuckeruntersuchung empfiehlt sich ab diesem Alter ca. alle drei bis fünf Jahre.

Ab 45 Jahren steigt die Insulinresistenz rapide an.

Auch kleine Schritte führen zum Ziel

Mit der richtigen Vorsorge und Behandlung sowie einer Veränderung des Lebensstils kann man das Risiko um bis zu 90 Prozent verringern, oder man kann einen bereits ausgebrochenen Diabetes unter Kontrolle bringen. Dafür braucht es neben dem Verzicht auf Nikotin einen aktiven Lebensstil: Täglich mindestens 30 Minuten aktive Bewegung mit leichtem Schwitzen und sich ausgewogen, vernünftig und abwechslungsreich ernähren. Wer die Ernährungsprinzipien der Schweizerischen Vereinigung für Ernährung (SGE) beachtet, benötigt keine besonderen Nahrungsmittel.

Standortbestimmung für Ihren Stoffwechsel

Es ist empfehlenswert, bei der nächsten Gelegenheit einen Blutzuckertest zu machen. Wer seine Werte kennt, kann bei Bedarf handeln. Je früher, desto besser, da man einen beginnenden Diabetes noch ganz ohne Medikamente abwenden kann. Klare Merkmale für einen zu hohen Blutzucker sind ein ungewöhnlich grosser Durst, häufiges Wasserlassen, rascher Gewichtsverlust, Müdigkeit, Sehstörungen, Juckreiz oder schlechte Wundheilung. Der Diabetes Typ 2 ist auch ein Stressfaktor für die Augen und kann diese schädigen. Unbehandelte oder nicht entdeckte Veränderungen der Netzhaut sind daran schuld, dass der Diabetes zur vierthäufigsten Ursache schwerer Sehbehinderung oder sogar Erblindung wurde. Diabetiker sollten mindestens einmal im Jahr ihren Augenarzt aufsuchen. Die exakte Einstellung der Blutzuckerwerte ist eine Grundvoraussetzung, um das Auftreten und Fortschreiten von Krankheitserscheinungen günstig zu beeinflussen.

Mass halten statt verzichten

Häufig tritt der Diabetes Typ 2 zusammen mit Übergewicht auf. Übergewicht begünstigt auch die Entstehung eines zu hohen Cholesterinspiegels, was neben Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes zu den Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten gehört. Erhöhte Cholesterinwerte muss man behandeln. Eine zu fette und zu reichhaltige Ernährung kann den natürlichen Regelmechanismus überfordern und stören, indem zu viel Cholesterin produziert oder zu wenig abgebaut wird. Durch eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung kann häufig eine Verbesserung der Werte erreicht werden. Basis für einen erfolgreichen Start in die zweite Lebenshälfte ist aber nicht nur der verantwortliche Umgang mit dem Körper, sondern immer auch ein wacher Verstand sowie die Pflege der Seele und des Geistes.

Text Claudia Balzli-Leone

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