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2 März 2021

Schritt ins Eigenheim – was muss beachtet werden?.

«My home is my castle», sagt man. Doch vor dem Schritt ins eigene Traumschloss muss man sich viele Gedanken machen. Zur Hauptsache geht es dabei um finanzielle Aspekte. Wird nicht alles objektiv kalkuliert, ist das eigene Schloss von Anfang an nur auf Sand gebaut. Und der Traum vom Eigenheim wird schnell zum Albtraum.

In der Schweiz gilt folgender Richtwert: Die Eigenmittel sollten 20 Prozent des Kaufpreises ausmachen. Wer ein Haus für 750 000 Franken erwirbt, sollte 150 000 Franken selber bezahlen können. Diese Rechnung ist einfach, doch sie ist in der Kalkulation vor dem Erwerb von Wohneigentum nur die Spitze des Eisbergs.

Die Eigenmittel sollten 20 Prozent des Kaufpreises ausmachen.

Seriöse Besichtigung

Schon ganz am Anfang muss der Kauf minuziös geplant werden. Es wird empfohlen, bei der Besichtigung einen Spezialisten beizuziehen. «Laien sollten vor allem bei älteren Immobilien den Zustand genauer untersuchen und dazu möglichst Baufachleute beiziehen. Denn neben dem unmittelbar zu zahlenden Kaufpreis können ältere Immobilien schon kurz nach dem Erwerb Renovationen benötigen, welche vom Käufer zu tragen sind», sagte Heinz Stecher, Leiter Immobilien-Dienstleistungen bei der ZKB. Eine solche Besichtigung und Schätzung durch Spezialisten kostet zwar rund 2 000 Franken, doch das kann sich lohnen: Die Kosten für die Behebung von verdeckten Mängeln summieren sich schnell auf das Zehnfache.

Anwalt berät Mieter
Der Schritt ins Eigenheim will gut geplant sein
Langfristig finanziell sorglos im Eigenheim

Wohneigentum zu erwerben, ist das eine. Darin langfristig ohne finanzielle Sorgen zu leben, etwas anderes. «Die laufenden Kosten pro Jahr für Hypothekarzinsen, Amortisation, Unterhalt und Nebenkosten dürfen maximal 35 Prozent des Nettolohns ausmachen», erklärte Martin Loosli, Leiter Produktmanagement Finanzierungen bei der ZKB. Den Löwenanteil dieser Kostenaufstellung betreffen dabei die Hypothekarzinsen (60 bis 80 Prozent). Diese können beachtlichen Schwankungen unterworfen sein. «Wir rechnen bei einer Tragbarkeitsberechnung mit einem langfristigen Durchschnittszinssatz von 5 Prozent. Mit dieser Berechnungsmethode ist sichergestellt, dass Eigenheimbesitzer die Kosten auch im Fall von steigenden Zinssätzen tragen können», so Loosli.

Rechtliche Abklärungen

Neben finanziellen Aspekten, sind vor dem Kauf auch rechtliche Dinge abzuklären. So raten die Spezialisten zu einem Blick ins Grundbuch. Dieses gibt vor allem Auskunft über Rechte und Lasten zu Nachbarn. Konkret: Darf ich den Zufahrtsweg durch das Nachbargrundstück benützen? Oder darf ich auf dem Dach eine Parabolantenne anbringen? Es sind dies die Fragen, die das Verhältnis zum Nachbarn belasten und somit die Lebensqualität verschlechtern können. Also, lieber frühzeitig Bescheid wissen, statt später zu streiten. Denn wer seinen eigenen Garten nicht mehr betreten will, weil er da dem Nachbarn begegnen könnte, verliert die Freude an den eigenen vier Wänden. Von «My home is my castle» spricht dann keiner mehr, weil er sich nur noch gefangen fühlt im goldenen Käfig.

Text Stefan Wyss

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