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30 Mai 2020

Nahrungsergänzungsmittel liegen im Trend.

Multivitaminpräparate, Mineralstoffsupplemente oder Omga-3-Fettsäuren – fast die Hälfte aller Schweizer greift regelmässig zu Nahrungsergänzungsmitteln. Doch wann ist der Einsatz dieser Mittel sinnvoll und worauf soll man beim Kauf der Produkte achten?

Essen ist längst viel mehr als einfach nur Essen. Essen ist zu einem Lifestyle geworden und gewinnt in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Dies zeigt sich nicht zuletzt an den verschiedenen Trends, die in den letzten Jahren aufgekommen sind. Man ernährt sich nur noch vegan, schwört auf sogenannte Superfoods wie Algen, Samen und Beeren, setzt auf eine Low-Carb-Ernährung oder verwendet beim Kochen ausschliesslich regionale und saisonale Produkte. Dass man sich bewusst mit dem Essen auseinanderzusetzt, gehört zum guten Ton. Davon zeugen auch die schier unzähligen Diätprogramme, Ernährungstipps und Rezeptvorschläge, die unter anderem auf den Social-Media- Plattformen angepriesen und verbreitet werden.

Von diesem gesteigerten Interesse am Essen und der Ernährung haben auch die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln profitiert. 2015 wurden damit weltweit 90 Milliarden Dollar umgesetzt. Tendenz steigend. Auch in der Schweiz ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln längst keine Seltenheit mehr. Das zeigen die Ergebnisse der ersten nationalen Ernährungserhebung menuCH. Dabei gaben 47 Prozent der Befragten an, dass sie regelmässig Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Besonders beliebt sind dabei Vitaminund Mineralstoffsupplemente.

Abhilfe bei Mangelerscheinungen

Die Zahlen der Umfrage von menuCH decken sich mit den Beobachtungen der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE. «Es wird immer häufiger über Nahrungsergänzungsmittel gesprochen und die Produkte sind dank der Werbung und dem Internet präsenter als früher. Entsprechend werden sie auch vermehrt genutzt», sagt Charlotte Weidmann Schneider, Ernährungsberaterin bei der SGE. Doch wann ist der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln überhaupt sinnvoll?

Auch in der Schweiz ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln längst keine Seltenheit mehr.

Grundsätzlich gilt: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Wer also beispielsweise viel Fast Food isst, kann dies nicht durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kompensieren. «Nahrungsergänzungsmittel sind keine Allzweckmittel, die man für alles einsetzen kann», betont Charlotte Weidmann Schneider. Die Produkte zählen denn auch nicht zu den Arzneimitteln, obwohl sie oftmals in Form von Tabletten oder Dragées eingenommen werden. Dementsprechend können sie auch keine Krankheiten heilen oder lindern. Dennoch übernehmen sie insbesondere bei der Bekämpfung von Mangelerscheinungen eine sehr wichtige Aufgabe. Nachfolgend werden sechs typische Bereiche aufgeführt, bei denen Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt werden:

Vitamin-D-Mangel

In den Wintermonaten kann der Körper nicht genug Vitamin D produzieren, das für den Knochenbau benötigt wird. Dies weil die Sonneneinstrahlung in unseren Breitengraden in dieser Phase des Jahres zu gering ist. Deshalb ist es sinnvoll, einem Mangel mit Nahrungsergänzungsmitteln oder mit Vitamin D angereicherten Lebensmitteln vorzubeugen.

Unverträglichkeiten & Allergien

Wer bestimmte Lebensmittel nicht konsumieren kann, weil er an einer Allergie oder Unverträglichkeit leidet, sollte unbedingt von einer Fachperson abklären lassen, ob aufgrund dessen eine Mangelerscheinung vorliegt. «Wenn dies der Fall ist, ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln nötig, um den Mangel auszugleichen», so Charlotte Weidmann Schneider.

Veganismus

Bei Personen, die sich vegan ernähren, fehlt das Vitamin B12 gänzlich. Dieses übernimmt im Körper jedoch gleich mehrere wichtige Funktionen. Unter anderem ist es für die Blutbildung zuständig. Als Veganer sollte man daher abklären, wie sie den Vitamin- B12-Bedarf über Nahrungsergänzungsmittel abdecken können.

Stress & Arbeit

Wer im Arbeitsalltag viel Stress hat und deswegen Mahlzeiten ausfallen lässt, zehrt auf Dauer an seinen körperlichen Reserven und schadet so seiner Gesundheit. Über einen kurzen Zeitraum kann man solche intensiven Phasen mit Multivitamin-Präparaten überbrücken, eine Dauerlösung ist dies jedoch nicht.

Sport

Wer hobbymässig Sport treibt, benötigt deswegen keine Nahrungsergänzungsmittel. Anders sieht es bei sehr intensiven und langen Trainingseinheiten oder vor, respektive während Wettkämpfen aus. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, Nahrungsergänzungsmittel einzusetzen.

Alter

Mit zunehmendem Alter nimmt die Aufnahmefähigkeit von Mineralstoffen und Vitaminen im Körper ab. Es lohnt sich daher abzuklären, ob deswegen Mangelerscheinungen vorliegen, die man allenfalls mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgleichen kann.

Fachpersonen geben Auskunft

Die Auswahl an Nahrungsergänzungsmitteln ist riesig. Und es werden immer mehr, denn es drängen laufend neue Anbieter mit ihren Produkten in den Markt. «Es ist selbst für uns als Fachpersonen schwierig, den Überblick zu behalten», so Charlotte Weidmann Schneider von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE. Sie warnt insbesondere vor Produkten, die im Internet angeboten werden. «Viele dieser Produkte sind in der Schweiz nicht offiziell zugelassen. Angebote im Internet und in den Sozialen Medien sind daher kritisch zu hinterfragen. Man sollte die eigene Gesundheit so hoch schätzen, dass man nicht einfach irgendein Präparat bestellt und einnimmt.» Es empfiehlt sich daher, sich bei Fachpersonen zu erkundigen, welche Nahrungsergänzungsmittel in welcher Dosierung über welchen Zeitraum eingenommen werden sollen. Dies kann ein Hausarzt, Drogist, Apotheker oder Ernährungsberater sein.

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